Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/telegram-4-90-neue-passport-funktion-soll-luc-bessons-multi-pass-bringen-1807-135719.html    Veröffentlicht: 27.07.2018 12:37    Kurz-URL: https://glm.io/135719

Telegram 4.90

Neue Passport-Funktion soll Luc Bessons Multi-Pass bringen

Telegram Passport ist eine Funktion, mit der Nutzer ihre Ausweisdaten in eine abgesicherte Cloud hochladen können. Drittanbieter können damit das Alter und die Identität prüfen, und Nutzer müssen nicht jedes Mal ihre Daten hochladen. Ein paar offene Fragen zur Sicherheit gibt es noch.

Der Messenger Telegram erhält mit dem neuen Update 4.90 die Funktion Telegram Passport. Nutzer der App können damit ihre Personalausweise dem Dienstleister übermitteln. Mit diesen Daten können sie dann verschiedene Dienste nutzen, die einen Identitäts- oder Altersnachweis erfordern. Das soll beispielsweise das Bestellen von bestimmten Artikeln oder Zahlungen vereinfachen, könnte bei weiterer Verbreitung aber auch in den Einzelhandel kommen - wie eine Art Multi-Pass aus Luc Bessons Sci-Fi-Film Das fünfte Element. Ein erster Partner, der das unterstützt, ist der in Deutschland wenig bekannte Zahlungsdienstleister Epayments.com.

Das Thema Datensicherheit muss für Telegram bei solch sensiblen Daten an erster Stelle stehen. Das Unternehmen verschlüsselt daher gespeicherte Informationen Ende zu Ende - laut Dokumentation nutzt der Dienst OpenSSL dafür. Beim Übertragen sollen sie also ohne Umwege direkt zum Empfänger geleitet werden. Gespeichert werden die Daten in der Telegram Cloud. Allerdings versichert das Unternehmen, diese seien für sie nur "willkürliches Kauderwelsch". Außerdem hätten Telegram-Mitarbeiter keinen Zugriff darauf.

Dezentrale Cloud ist geplant

Momentan liegen Daten wohl noch auf einem zentralen Servercluster. Später will Telegram aber eine dezentralisierte Cloud dafür nutzen. Ob sie dafür eigene kostspielige Hardware aufstellten oder Ressourcen von einem Drittanbieter wie Amazon, Microsoft oder Google mieteten, wurde im Blog-Post nicht mitgeteilt.

Telegram lädt Entwickler ein, den Passport-Dienst in ihre Apps einzubauen. Dazu steht eine Anwendungsprogrammierschnittstelle (API) zur Verfügung. Darüber lassen sich auch Verknüpfungen zu Datenschutzerklärungen eines Anbieters einbinden. Das SDK steht für die Betriebssysteme Android, iOS, MacOS und die webbasierte Nutzung für Javascript zur Verfügung.  (on)


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