Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/verbraucherzentrale-microsoft-betrueger-rufen-wieder-vermehrt-unwissende-an-1807-135651.html    Veröffentlicht: 24.07.2018 11:59    Kurz-URL: https://glm.io/135651

Verbraucherzentrale

Microsoft-Betrüger rufen wieder vermehrt Unwissende an

Dirty Harry und seine Kollegen sind anscheinend wieder zurück: Die Verbraucherzentrale berichtet von vermehrten Betrugsversuchen durch angebliche Microsoft-Support-Mitarbeiter und gibt Tipps im Umgang mit diesen. Hilfreich: ein gesunder Menschenverstand.

Es häufen sich wieder vermehrt Fälle, bei denen Personen von Betrügern angerufen werden, mahnt die Bundesverbraucherzentrale in einer Onlinemeldung. Dabei geben sich Anrufer als Microsoft-Support-Mitarbeiter aus - eine Masche, die schon seit dem Jahr 2014 häufig verwendet wird. Die Verbraucherzentrale gibt zudem Ratschläge, was Betroffene tun können.

Die vermeintlichen Microsoft-Mitarbeiter sprechen meist Englisch oder gebrochenes Deutsch. Es ist ratsam, erst gar nicht auf solche Anrufe einzugehen und direkt aufzulegen. Zudem hat Microsoft bereits im November 2017 klargestellt, dass das Unternehmen keine unaufgeforderten Anrufe tätigt, wenn es um Supportanfragen geht. Die Kommunikation erfolgt seitens Microsoft meist per E-Mail. Zudem erhebt das Unternehmen keine Zahlungsinformationen. Auch persönliche Daten sollten bei einem Anruf niemals herausgegeben werden.

Golem.de konnte die Vorgehensweise der Betrüger bereits 2016 selbst miterleben - als Test in einer virtuellen Maschine. Diese wollen sich mit einer Fernzugriffssoftware auf den heimischen Rechner einwählen. Einfache Batch-Scripts und für Unwissende kryptisch wirkende, eigentlich simple Kommandos wie "tree" sollen Nutzer von der Infizierung des Computers überzeugen. Anschließend wird versucht, einen kostenpflichtigen angeblichen Supportvertrag abzuschließen, indem Nutzer den Betrügern Geld überweisen. Gleichzeitig können sie den Rechner nach wichtigen Informationen durchsuchen - etwa Passwörter oder Zahlungsinformationen.

Ursprung in indischen Callcentern bereits bestätigt

Mittlerweile nutzten solche Betrüger auch infizierte Webseiten und Pop-up-Nachrichten, um unerfahrene Windows-Nutzer zu täuschen, heißt es. Statt auf so etwas einzugehen, sollte das offizielle Formular von Microsoft genutzt werden, mit dem solche Betrugsversuche dem Unternehmen gemeldet werden können.

Deutsche Behörden sehen hinter den Betrugsversuchen Callcenter, die ihren Sitz in Indien haben. Im Jahr 2016 konnte das Landeskriminalamt Niedersachsen die Anrufe dorthin zurückverfolgen. In Kooperation mit indischen Behörden konnten laut einem Bericht der Staatsanwaltschaft Niedersachsen sieben Personen verhaftet und mehrere solcher Callcenter geschlossen werden. Eventuell war das ein Grund für die temporäre Ruhe in diesen Belangen, die mittlerweile wohl vorüber ist.  (on)


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