Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/exynos-soc-samsungs-eigene-smartphone-gpu-ist-fast-fertig-1807-135648.html    Veröffentlicht: 24.07.2018 11:27    Kurz-URL: https://glm.io/135648

Exynos-SoC

Samsungs eigene Smartphone-GPU ist fast fertig

Nach mehreren Jahren nähert sich Samsungs selbst entwickelte GPU für Smartphone-Chips ihrer Fertigstellung. Das Design soll sehr konkurrenzfähig sein und zuerst in Samsungs eigenen Exynos-SoC eingesetzt werden.

Samsung hat die erste eigene Smartphone-GPU bald zu Ende entwickelt. Das berichten die Marktforscher von Jon Peddie Research unter Berufung auf nicht näher benannte Quellen. Bisher verwenden die Südkoreaner in ihren Exynos-Chips noch Mali-GPUs von ARM, wohingegen Apple und Qualcomm längst auf selbst entworfene Designs setzen. Das SGPU-Projekt (Samsung GPU) wurde vor Jahren gestartet, in den kommenden Monaten könnte die offizielle Ankündigung der Smartphone-GPU erfolgen.

Die Entwicklung wird derzeit von Chien-Ping 'CP' Lu geleitet, dem Vice President für GPUs bei Samsung. Der Ingenieur hat in seiner Karriere unter anderem an den Nforce-iGPUs in Nvidias Mainboard-Chipsätzen mitgearbeitet und war am RSX-Grafikchip für Sonys Playstation 3 beteiligt. Später entwickelte er bei Mediatek ein eigenes GPU-Design, welches von den Taiwanern aus unbekannten Gründen verworfen wurde. Die SGPU für Samsung soll einen Batch-Ansatz grob vergleichbar mit einer VLIW-Architektur aufweisen, aber ohne deren typischen Compiler-Overhead.

Apple und Qualcomm haben schon eigene iGPUs

Momentan sollen Samsungs Teams in Austin, Texas, und San Jose, Kalifornien, das Design testen und finalisieren. Einer der Aspekte sei eine sehr geringe Latenz und daher die Eignung für Virtual Reality. Vorerst wird wohl der Smartphone-Markt bedient, das Design könne aber in die Breite skalieren und auch für künstliche Intelligenz verwendet werden. Unklar bleibt, ob Samsung es nur selbst einsetzt oder lizenziert.

Abseits der eigenen GPU haben die Südkoreaner in den vergangenen Jahren basierend auf einer ARM-Lizenz selbst CPU-Kerne entworfen. Die werden als M1-, M2- und M3-Cores bezeichnet, was für Mongoose und Meerkat steht. Das ist ein kleiner Seitenhieb in Richtung Qualcomm, den deren frühere Designs hießen Krait und Taipan. Beides sind Giftschlangen, die regelmäßig von Mangusten erlegt werden.

Qualcomm verwendet seit einigen Generationen sogenannten Kryo-Kerne, die Semi-Custom-Cores und damit abgewandelte ARM-Cortex wie den A75 darstellen. Die GPUs heißen Adreno, ein Anagramm von Radeon, da die iGPU-Sparte einst von AMD gekauft wurde. Apples eigene CPU-Kerne benennt der Hersteller nach Stürmen wie Monsoon oder Hurricane, die GPU hat keine uns bekannte Bezeichnung.  (ms)


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