Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/spielebranche-e-sport-wird-fruehestens-in-los-angeles-olympisch-1807-135619.html    Veröffentlicht: 23.07.2018 10:55    Kurz-URL: https://glm.io/135619

Spielebranche

E-Sport wird frühestens in Los Angeles olympisch

Vor den Olympischen Spielen in Los Angeles im Jahr 2028 wird es wohl keine Goldmedaillen in Disziplinen wie Fifa oder Fortnite geben: Trotz einer guten Atmosphäre bei einem Treffen zwischen Sportfunktionären sieht IOC-Präsident Thomas Bach noch zu viele offene Fragen beim Thema E-Sport.

Zuletzt hat es Hinweise darauf gegeben, dass bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris auch E-Sport mit im Angebot sein könnte. So schnell geht es nun doch nicht: "Es wird noch einige Zeit dauern, bis wir eine Reihe von offenen Fragen beantwortet haben", sagte Thomas Bach Mitte Juli 2018 auf einer Tagung in Lausanne.

Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC)sagte weiter: "Bis dahin macht es keinen Sinn, über die Aufnahme ins olympische Programm zu sprechen. Mein Nachfolger wird die Möglichkeit haben, diese Entscheidung zu treffen." Bach bleibt voraussichtlich bis 2025 im Amt, so dass E-Sport frühestens in Los Angeles 2028 olympisch sein könnte.

Trotz dieser Absage bewerteten Teilnehmer die Stimmung bei dem Treffen positiv. "Der internationale Charakter dieses Treffens hat viel Eis aufgebrochen und zu einer sehr konstruktiven Gesprächsatmosphäre geführt, die sich auf die Gemeinsamkeiten zwischen der olympischen Bewegung und E-Sport konzentriert hat", äußerte Hans Jagnow, Präsident des E-Sport-Bundes Deutschland (ESBD). Er sagte außerdem, dass "die Frage, ob E-Sport eine Sportart ist, aufgrund der vielen offensichtlichen Gemeinsamkeiten gar nicht mehr zur Sprache kam."

Die von Bach angesprochenen offenen Fragen betreffen eine Reihe von Themen. So ist E-Sport immer noch nicht so organisiert wie andere Sportarten, Ansprechpartner und verbindliche Regeln für alle fehlen. Allerdings erwartet unter anderem Ralf Reichert, Gründer und Geschäftsführer des Veranstalters ESL, dass sich das irgendwann ändert. "Eine klassische Verbandsstruktur, die wird es mit Sicherheit auch in irgendeiner Art und Weise geben im E-Sport. Aber vielleicht nicht so stark reguliert und so sehr im Zentrum wie im klassischen Sport. Einfach weil der Sport digital ist", sagte Reichert im Interview mit dem Deutschlandfunk.

Ein anderes ungelöstes Problem ist die, welche Spiele olympische Sportart werden könnten. Thomas Bach hat erneut deutlich gemacht, dass das IOC keine Aktivitäten akzeptieren könne, bei denen es "um die Verherrlichung von Gewalt oder Diskriminierung" gehe. Allerdings dürfte sein Verband auch mit Titeln wie Fifa oder PES ein paar grundlegende Probleme haben, weil diese von Firmen betrieben werden, die beispielsweise durch Updates jederzeit die Regeln und Spielmechaniken ändern könnten.  (ps)


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