Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/musikstreaming-sonos-kunden-sind-veraergert-ueber-kontenzwang-1807-135510.html    Veröffentlicht: 17.07.2018 11:38    Kurz-URL: https://glm.io/135510

Musikstreaming

Sonos-Kunden sind verärgert über Kontenzwang

Der Lautsprecherhersteller Sonos hat sich großen Ärger eingehandelt. Viele Kunden drohen damit, ihre Sonos-Lautsprecher zu verkaufen. Dabei ist der Grund hausgemacht: Das Sonos-System lässt sich nur noch nach Anlegen eines Benutzerkontos verwenden. Das lehnen viele Kunden ab.

Die Entrüstung ist groß und die Kunden reagieren entsprechend. Der Lautsprecherhersteller Sonos hat eine Zwangsregistrierung für alle seine Lautsprecher eingeführt. Beim Öffnen der App erscheint folgende Einblendung: "Schließe die Einrichtung deines Sonos-Kontos ab, um das Sonos-System weiterhin zu verwenden". Wer sich kein Kundenkonto anlegt, kann sein Sonos-Musiksystem nicht mehr verwenden. Darüber sind viele Sonos-Kunden verärgert.

In Googles Play Store wird die Sonos-App derzeit massiv mit vielen 1-Sterne-Bewertungen abgestraft. Aber auch in Apples App Store häufen sich jüngst 1-Sterne-Bewertungen für die Sonos-App, wenn auch nicht so geballt wie auf der Android-Plattform. Viele Sonos-Kunden drohen damit, ihre Lautsprecher zu verkaufen. Bisher gibt es keine Anzeichen dafür, dass Sonos hier einlenken und auf den Zwang für ein Sonos-Konto verzichten wird.

Der Sonos-Support begründet den Schritt auf Twitter damit, dass ein Sonos-Konto die Sicherheit des Lautsprechersystems erhöhen würde. Weitere Details nannte der Hersteller dazu auf Nachfrage nicht. Nach Angaben von Sonos hätten die meisten Kunden ohnehin bereits ein Sonos-Konto. Die Reaktionen im Play Store zeigen aber ein anderes Bild - hier äußern sich viele Kunden, die offenbar bislang kein Sonos-Konto haben und auch nicht einsehen, eines anlegen zu müssen.

Kontozwang bedeutet einen Komfortverlust

Bisher war ein Sonos-Konto erforderlich, wenn der Sonos-Lautsprecher mit Amazons Sprachassistent Alexa verwendet werden sollte. Über das Konto erfolgte die Verknüpfung des Lautsprechers mit Alexa. Wer dieses Szenario bereits verwendet, musste also bereits ein Konto anlegen. Aber auch diese Kundengruppe kann den Zwang zum Sonos-Konto schon bald bemerken. Sobald die Lautsprecherkonfiguration geändert wird, kann es nun vorkommen, dass dazu erst die Zugangsdaten für das Sonos-Konto angegeben werden müssen.

Das bedeutet einen Komfortverlust, denn zuvor kamen solche Rückfragen nicht vor, wenn die Konfiguration der Lautsprecher verändert wurde. Wer etwa ein neues Surround-Setup oder ein Stereopaar neu verbindet, muss eine spezielle Verbindungstaste am Lautsprecher betätigen. Ansonsten lassen sich die Lautsprecher nicht zu einem Surroundsystem oder einem Stereopaar verbinden.

Die verärgerten Nutzer werfen Sonos vor, mit diesem Schritt mehr Daten der Kunden sammeln zu wollen. Der Zwang zum Sonos-Konto wird in direktem Zusammenhang mit dem geplanten Börsengang von Sonos gesehen.

Sonos-Kunden sind mit der Airplay-2-Umsetzung unzufrieden

Aber auch an anderer Stelle hat Sonos die eigenen Kunden gerade verärgert. Wer ein Apple-Gerät besitzt, kann seine Sonos-Lautsprecher zwar neuerdings über Airplay 2 ansprechen. Dabei beklagen jedoch einige Nutzer asynchronen Ton, der vor allem wohl dann auftritt, wenn Lautsprecher verschiedener Hersteller verwendet werden.

Zudem müssen sich iPhone- und iPad-Nutzer damit abfinden, dass die Sonos-Steuerung nicht mehr auf dem Sperrbildschirm erscheint. Dies verlange Apple, sobald Airplay 2 unterstützt wird, begründet Sonos die Einschränkung. Wer keine Airplay-2-fähigen Geräte besitzt, ist aber von dieser Beschränkung ebenfalls betroffen.

Wer also nur ältere Sonos-Lautsprecher besitzt, für die es keine Airplay-2-Unterstützung geben wird, hat von der neuen Funktion eigentlich nichts. Vor allem solche Sonos-Kunden wünschen sich, dass sie eine Wahl bekommen, was ihnen lieber ist, um das in der App umstellen zu können. So könnte die Airplay-2-Funktion zugunsten der Sperrbildschirmsteuerung in der App deaktiviert werden. Bislang ist Sonos diesem Wunsch nicht nachgekommen.

 (ip)


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