Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/lufttaxi-rolls-royce-startet-senkrecht-mit-e-motor-und-gasturbine-1807-135498.html    Veröffentlicht: 17.07.2018 07:18    Kurz-URL: https://glm.io/135498

Lufttaxi

Rolls-Royce startet senkrecht mit E-Motor und Gasturbine

Rolls-Royce hat auf der Farnborough International Airshow 2018 ein elektrisches Senkrechtstart- und Landefahrzeug (EVTOL) vorgestellt, das im Gegensatz zu anderen Lufttaxikonstruktionen auch eine Gasturbine nutzt.

Der Triebwerkshersteller Rolls-Royce will ein Lufttaxi bauen, das senkrecht startet und landet und dabei auf Elektromotoren zurückgreift. Die Konstruktion könnte nach Angaben des Herstellers schon Anfang der 2020er Jahre in die Luft gehen.

Das Projekt Rolls-Royce EVTOL soll einen hybriden elektrischen Antrieb nutzen, wobei eine Gasturbine zum Laden des Akkus verwendet wird, der die Elektromotoren antreibt, die mitsamt den Flügeln für Start und Landung um 90 Grad gedreht werden. In Reiseflughöhe klappen die vier Propeller am Flügel weg, um den Luftwiderstand und die Kabinengeräusche zu reduzieren. Das Flugzeug nutzt dann die beiden hinteren Propeller für den Schub.

Die Gasturbine kann Strom für sechs elektrische Antriebe erzeugen, die speziell für ein niedriges Geräuschprofil entwickelt wurden. An Bord können vier oder fünf Passagiere mit Geschwindigkeiten von bis zu 400 km/h befördert werden. Ein Nachladen des Akkus am Boden ist nicht erforderlich, da die Gasturbine den Akku lädt. Allerdings müssen fossile Treibstoffe getankt werden. Dafür kann das System die vorhandene Infrastruktur wie Hubschrauberlandeplätze und Flughäfen nutzen.

Das EVTOL-Konzept verwendet eine Gasturbine M250, die im Heck des Flugzeugs eingebettet ist. Beim M250 handelt es sich um ein Modell, dessen erste Version nach Angaben des Herstellers schon vor mehr als einem halben Jahrhundert gebaut und mittlerweile rund 31.000 Mal ausgeliefert wurde. Rolls-Royce schätzt, dass derzeit 16.000 Stück in Betrieb seien.

Eine Reihe von Unternehmen entwickelt ähnliche Fluggeräte, die ein oder zwei Passagiere befördern sollen, wobei meist von autonomen Flügen ausgegangen wird. Unter den Pionieren sind deutsche Unternehmen wie Lilium aus München oder Volocopter aus Bruchsal. Auch der europäische Luftfahrtkonzern Airbus arbeitet daran. In Ingolstadt sollen die Flugtaxis getestet werden. Um Lufttaxis zu realisieren, müsse neben der Überwindung der technischen Schwierigkeiten ein tragfähiges kommerzielles Modell geschaffen werden, fordert Rolls-Royce.

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