Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/leihfahrraeder-ofo-verlaesst-deutschland-1807-135475.html    Veröffentlicht: 14.07.2018 16:16    Kurz-URL: https://glm.io/135475

Leihfahrräder

Ofo verlässt Deutschland

Der Leihfahrradanbieter Ofo ist in Deutschland offenbar gescheitert. Kaum drei Monate nach dem Deutschlandstart zieht sich das Unternehmen schon wieder vom Markt zurück. Auch andere Anbieter haben Probleme.

Leihfahrräder haben in Deutschland einen schweren Stand: Nun muss sich der chinesische Anbieter Ofo bereits nach drei Monaten vom Markt zurückziehen. In Berlin wurden die gelben Fahrräder nach Beobachtung von Golem.de eigentlich gut angenommen. Allerdings sind in der deutschen Hauptstadt zahlreiche Anbieter auf dem Markt. Manche öffentliche Fahrradständer in der Innenstadt sind fast ausschließlich mit Leihrädern belegt, obwohl es keine stationsgebundenen Leihradsysteme mehr gibt.

Der Deutschen Presse-Agentur teilte Ofo mit, dass der Markt verantwortungsvoll verlassen werden solle - was wohl bedeuten soll, dass die 3.000 Räder nicht einfach zurückgelassen werden. Die Räder sollen vielmehr in anderen europäischen Ländern eingesetzt werden. Warum das System in Deutschland nicht funktionierte, wurde nicht thematisiert.

Konkurrent Obike hat in seinem Heimatland Singapur Insolvenz anmelden müssen, will jedoch in Deutschland weiterhin auf dem Markt bleiben. "Wir haben nicht die Absicht, den Betrieb einzustellen", sagte der aus Schanghai stammende Unternehmensgründer Shi Yi dem Handelsblatt. Damit widersprach er Aussagen von Frankfurter Behörden, denen zufolge Obike schriftlich angekündigt habe, sich aus der Stadt zurückzuziehen. Laut Shi hat die Stadt "da etwas missverstanden".

Nach einem Bericht des Schweizerischen Tagesanzeigers wurden die 25.000 Räder in Europa einem Dienstleister überschrieben.

Aktivisten schlugen eine radikale Aktion vor: Sympathisanten sollten die Schlösser und Tracker knacken, die Räder zur allgemeinen Nutzung aber auf den Straßen stehen lassen. Auf einer Website für die Librebike getaufte Aktion wird eine Anleitung zum Knacken der Schlösser gegen. Außerdem werden Vorlagen für Aufkleber, die auf geknackte Räder geklebt werden sollen, zur Verfügung gestellt. Das Beschädigen der Fahrräder ist jedoch illegal.  (ad)


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