Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/leihfahrraeder-obike-will-deutschland-nicht-verlassen-1807-135457.html    Veröffentlicht: 13.07.2018 07:44    Kurz-URL: https://glm.io/135457

Leihfahrräder

Obike will Deutschland nicht verlassen

Der Leihfahrraddienst Obike hat Spekulationen über eine Schließung seines Deutschlandgeschäfts zurückgewiesen. Das in Singapur insolvente Unternehmen kündigte eine Restrukturierung an.

Der Leihfahrradanbieter Obike will laut einem Bericht des Handelsblatts in Deutschland bleiben. "Wir haben nicht die Absicht, den Betrieb einzustellen", sagte der aus Schanghai stammende Unternehmensgründer Shi Yi der Zeitung. Damit widersprach er Aussagen von Frankfurter Behörden, denen zufolge Obike schriftlich angekündigt habe, sich aus der Stadt zurückzuziehen. Laut Shi hat die Stadt "da etwas missverstanden".

Obike betreibt in mehreren deutschen Städten eine Flotte einfacher gelber Fahrräder, die auf dem Bürgersteig abgestellt und per Smartphoneapp entsperrt und ausgeliehen werden können. Die Räder sind oft Ziel von Vandalismus, kaputte Räder sollen trotz Aufforderung mehrerer Städte nicht entfernt werden, wie Heise berichtete.

Durch die Insolvenz von Obike in Singapur wachsen in Europa Zweifel, ob das Unternehmen seine zahlreichen Räder überhaupt noch warte und notfalls entsorgen könne. Shi Yi bestätigte die Insolvenz in Singapur, erklärte jedoch, die finanziellen Probleme sollten gelöst, und das Geschäft in Europa restrukturiert werden. Das Geschäftsmodell solle leicht modifiziert werden, künftig solle die Kaution von 79 Euro entfallen. O-Bike startete innerhalb von sechs Monaten in 20 Ländern.

Aktivisten schlugen eine radikale Aktion vor: Sympathisanten sollten die Schlösser und Tracker knacken, die Räder zur allgemeinen Nutzung aber auf den Straßen stehen lassen. Auf einer Website für die Librebike getaufte Aktion werden eine Anleitung zum Knacken der Schlösser sowie Vorlagen für Aufkleber, die auf geknackte Räder geklebt werden sollen, zur Verfügung gestellt. Das Beschädigen der Fahrräder ist jedoch illegal.  (ad)


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