Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/automatisiertes-schreiben-paypal-erklaert-nutzerin-dass-ihr-tod-unzulaessig-ist-1807-135423.html    Veröffentlicht: 11.07.2018 13:57    Kurz-URL: https://glm.io/135423

Paypal

"Ihr Tod verstößt gegen unsere Geschäftsbedingungen"

Paypal hat einem Witwer in einem automatisierten Schreiben Folgendes mitgeteilt: Wer stirbt, verstößt gegen 15.4 (c) der Vereinbarung mit Paypal Credit. Der Zahlungsabwickler hat sich nun dafür entschuldigt.

Paypal hat in einem automatisierten Schreiben erklärt, dass eine Nutzerin mit ihrem Tod gegen die Geschäftsbedingungen verstoße. Das berichtet die BBC unter Berufung auf den Witwer der Verstorbenen.

Er hatte sich an die BBC gewandt, um darauf aufmerksam zu machen, wie erschütternd automatisierte Nachrichten sein können. Lindsay Durdle starb am 31. Mai im Alter von 37 Jahren. Sie war über anderthalb Jahre früher mit Brustkrebs diagnostiziert worden. Die Krankheit hatte sich später auf Lungen und Gehirn ausgebreitet.

Howard Durdle informierte den Zahlungsabwickler über den Tod seiner Frau und stellte wie gefordert Kopien des Totenscheins, ihres Testaments und seines Ausweisdokuments zur Verfügung. In dem Schreiben an seine Frau, das er daraufhin von Paypal erhielt, hieß es, dass seine verstorbene Frau Paypal einen Betrag von 3.200 Pfund (3.618 Euro) schulde. "Sie haben gegen Bedingung 15.4 (c) unserer Vereinbarung mit Paypal Credit verstoßen, da wir eine Mitteilung erhalten haben, dass Sie verstorben sind. Dieser Verstoß kann nicht behoben werden."

Paypal hat Durdle nun mitgeteilt, dass die Angelegenheit "mit Priorität behandelt" werde und "dass die Schulden abgeschrieben" seien.

Paypal bitte Durdle aufrichtig um Entschuldigung für den nachvollziehbaren Kummer, den dieser Brief verursacht habe. "Sobald wir von diesem Fehler erfuhren, haben wir uns direkt an Herrn Durdle gewandt, um ihm unsere Unterstützung anzubieten, haben den ausstehenden Betrag erlassen und das Konto seiner Frau wie gewünscht geschlossen. Wir werden umgehend unsere internen Prozesse überprüfen, um sicherzustellen, dass sich solch ein Vorfall nicht wiederholt", erklärte das Unternehmen. Paypal Deutschland hat den "sehr unglücklichen Vorfall" bestätigt.  (asa)


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