Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/prozessoren-intel-soll-kuenftig-auf-extreme-edition-verzichten-1807-135397.html    Veröffentlicht: 10.07.2018 13:39    Kurz-URL: https://glm.io/135397

Prozessoren

Intel soll künftig auf Extreme Edition verzichten

Geht es nach einem Ex-Intel-Mitarbeiter, wird der Hersteller das seit dem Pentium 4 genutzte XE-Kürzel abschaffen. Die Extreme Editions sind seit bald 15 Jahren die schnellsten CPUs, teils haben sie besondere Eigenschaften.

Am Anfang war der Pentium 4 Extreme Edition mit 3,2 GHz - intern Gallatin genannt. Der Chip stammte aus dem Serversegment, hatte für damalige Verhältnisse einen absurd großen L3-Cache mit 2 MByte und wurde im November 2003 gegen AMDs mächtigen Athlon 64 FX-51 gestellt. Offenbar plant Intel, die EE/XE-Bezeichnung trotz der langen Tradition fallenzulassen, zumindest sagt das Francois Piednoël. Der Franzose war als Principal Engineer für CPUs für den Pentium III bis hin zu den Core X mitverantwortlich.

Wann und wieso Intel auf die Extreme Editions verzichten möchte, ließ Piednoël offen - eventuell gibt es auch schlicht einen neuen Namen. Aktuelles XE-Modell ist der Core i9-7980XE mit 18 Kernen, der erste Core i9 nach vielen Jahren mit einzig i7-Ablegern. Der Nachfolger für den Sockel LGA 2066 soll 22 Cores aufweisen, der Codename für diese für das vierte Quartal 2018 angesetzten CPUs lautet Cascade Lake X. Die Prozessoren treten gegen AMDs Threadripper v2 mit bis zu 32 Kernen an, zumindest beim Encoding oder beim Rendering dürften die Zen-Chips klar schneller sein.

Von Netburst bis Skylake

Auf den P4 EE ließ Intel weitere Gallatin mit bis zu 3,46 GHz folgen - genau dieser Chip liegt noch hier bei uns in der Schublade. 2005 erschien der Pentium 4 Extreme Edition mit 3,73 GHz auf Prescott-Basis, bis heute neben dem Gallatin die schnellste Netburst-CPU, die Intel je hergestellt hat. Weiter ging es mit den Dualcore-Ablegern wie dem Pentium EE 840 und dem Pentium EE 965, bevor die Core 2 Extreme in den Handel kamen.

Die C2E wie der QX9650 unterschieden sich allerdings technisch nicht von den regulären Core 2 Duo/Quad, Gleiches gilt für alle späteren Chips ebenfalls - wenngleich sie fast alle auf CPUs für Server basieren. Da wären unter anderem der Core i7-965 Extreme Edition (Bloomfield), der Core i7-980X (Gulftown), der Core i7-3960X (Sandy Bridge), der Core i7-4960X (Ivy Bridge), der Core i7-5960X (Haswell), der Core i7-6950X (Broadwell), der Core i7-7900X (Skylake) und eben der Core i9-7980XE als aktuelles Modell.

Nachtrag vom 10. Juli 2018, 20:25 Uhr

Intel hat eine Namensänderung der Core X und der Extreme Editions dementiert.  (ms)


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