Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/megaupload-dotcom-darf-mal-wieder-an-die-usa-ausgeliefert-werden-1807-135336.html    Veröffentlicht: 05.07.2018 12:18    Kurz-URL: https://glm.io/135336

Megaupload

Dotcom darf mal wieder an die USA ausgeliefert werden

Seit sechs Jahren dauert der juristische Streit zwischen dem früheren Megaupload-Betreiber Kim Dotcom und dem US-Justizministerium. Nun scheint es auf eine Entscheidung gegen den in Deutschland geborenen Millionär hinauszulaufen.

Das oberste Berufungsgericht (Court of Appeal) in Wellington hat bestätigt, dass Kim Dotcom und drei weitere Megaupload-Betreiber - Mathias Ortmann, Bram van der Kolk und Finn Batato - in die USA ausgeliefert werden dürfen. Das berichtet der New Zealand Herald unter Berufung auf das Berufungsgericht.

Gegen die Entscheidung will Dotcom nun vor dem Supreme Court Widerspruch einlegen. Dotcom sagte, er sei "extrem enttäuscht". Der in Queenstown ansässige Millionär sagte, er sei "bereit, für Gerechtigkeit zu kämpfen. Ich werde beim Obersten Gerichtshof Berufung einlegen." Die letzte Entscheidung liegt dann bei Justizminister Andrew Little. Little sagte, er werde keine Vorentscheidung treffen, bevor der Supreme Court nicht geurteilt habe.

Die Gruppe verlor ihren Fall im North Shore District Court im Jahr 2015 und hat nun die Berufungen beim High Court und beim Court of Appeal ebenfalls verloren.

Dotcom gegen Mega

Wegen des Vorwurfs schwerer Urheberrechtsverletzungen war die Plattform Megaupload auf Betreiben des US-Justizministeriums Anfang 2012 geschlossen worden. Dotcoms Villa wurde bei einer laut Dotcom brutalen Polizeiaktion durchsucht, Rechner und Speicher beschlagnahmt. Dem 44-Jährigen droht im Falle einer Abschiebung in die USA eine Strafe von bis zu 20 Jahren wegen krimineller Geschäfte. Die US-Regierung wirft Dotcom unter anderem Geldwäsche, Erpressung und Betrug mittels elektronischer Kommunikationsmittel vor.

Dotcom ist an dem neu gegründeten Unternehmen Mega mittlerweile nicht mehr beteiligt, er erhebt schwere Vorwürfe gegen die Betreiber und sagte: "Ich glaube nicht, dass eure Daten bei Mega noch sicher sind"  (asa)


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