Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/aquila-facebook-gibt-seine-riesen-drohnen-auf-1806-135164.html    Veröffentlicht: 27.06.2018 07:41    Kurz-URL: https://glm.io/135164

Aquila

Facebook gibt seine Riesen-Drohnen auf

Facebook gibt seine Pläne zum Bau von Internetdrohnen auf. Das Aquila-Projekt, bei dem Drohnen mit einer Spannweite einer Boeing 737 entwickelt worden sind, wird eingestellt. Die Mitarbeiter werden entlassen.

Facebook schließt sein Werk in England, in dem die sogenannten Aquila-Drohnen in der Größe einer Boeing 737 entwickelt worden sind. "Wir haben beschlossen, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um uns auf die nächsten technischen und regulatorischen Herausforderungen für die HAPS-Konnektivität zu konzentrieren", schrieb Yael Maguire, Director of Engineering bei Facebook, in einem Blogbeitrag. "Das bedeutet, dass wir keine eigenen Flugzeuge mehr konstruieren und bauen werden, und deshalb haben wir unser Werk in Bridgwater geschlossen." Nach Informationen von Business Insider wurde 16 Mitarbeitern gekündigt.

Die Drohnen hätten einen Internetzugang in ländlichen Regionen ermöglichen sollen, indem sie über dem zu versorgenden Gebiet schweben sollten. Die Solardrohnen sollten mit Kommunikationseinrichtungen ausgerüstet werden und in einer Höhe von 18.000 bis 27.000 Metern fliegen. Von dort aus hätten sie jeweils ein Gebiet mit einem Durchmesser von knapp 100 km per Laser versorgen können. Die UAVs sollten bis zu drei Monate lang in der Luft bleiben.

Aquila ist ein riesiger Nurflügler mit einer Spannweite von etwa 40 Metern. Das unbemannte Fluggerät wird von vier Elektropropellern angetrieben. Den Strom liefern Solarzellen auf der Oberseite der leicht gepfeilten Tragflächen. Die Struktur besteht aus Kohlenstofffaser-verstärktem Kunststoff. Um Gewicht zu sparen, hat Aquila kein Fahrgestell, sondern startet von einem Rollwagen und landet auf Kufen. Mit Zuladung soll Aquila rund 400 kg wiegen.

Die Drohne sollte Entwicklungsländern drahtloses Internet zur Verfügung stellen. Statt sogenannte HAPS (High Altitude Platform Stations) wie die Aquila-Drohne selbst zu bauen, will sich Facebook nun auf die Entwicklung der zugrunde liegenden Technologien konzentrieren.

Beim Erstflug im Juli 2016 war bei Aquila ein Schaden an der Struktur aufgetreten. Dabei wurde die Drohne so schwer beschädigt, dass die US-Behörde für Transportsicherheit (National Transportation Safety Board, NTSB) eine Untersuchung einleitete. Angeblich wollte Facebook 2017 ein Redesign des unbemannten Luftfahrzeugs in Angriff nehmen, doch daraus wurde nichts. 2014 hatte Facebook ein UAV-Unternehmen mit Sitz im britischen Bridgwater für fast 20 Millionen US-Dollar erworben. Dessen Chef Andrew Cox, der Gründer und Leiter des Aquila-Projekts wurde, verließ das Unternehmen 2018.  (ad)


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