Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/amazon-go-konkurrenz-microsoft-arbeitet-am-kassenlosen-lebensmittel-einkauf-1806-134959.html    Veröffentlicht: 14.06.2018 12:55    Kurz-URL: https://glm.io/134959

Amazon-Go-Konkurrenz

Microsoft arbeitet am kassenlosen Lebensmittel-Einkauf

Microsoft entwickelt gerade ein System, mit dem Kassen im Supermarkt überflüssig werden. Es ist als Konkurrenz zu Amazons Go-Supermarkt gedacht. Supermarktketten sollen die Technik nutzen und dafür an Microsoft zahlen.

Auf den ersten Blick erscheint es sonderbar, wenn Microsoft ein kassenloses Supermarkt-System entwickelt. Aber genau daran arbeitet Microsoft, berichtet Reuters mit Verweis auf sechs Personen, die mit den Plänen Microsofts vertraut sein sollen. Auf den zweiten Blick überrascht dieser Schritt weniger. Microsoft will damit im Cloud-Geschäft wettbewerbsfähig bleiben; Amazon ist dabei Microsofts schärfster Rivale. Und ohne Cloud-Technik ist ein kassenloser Supermarkt nicht vorstellbar. Den Anfang in diesem Bereich hat Amazon mit den Go-Supermärkten gemacht.

Vier Jahre soll Amazon am Go-Supermarkt gearbeitet haben, bevor Amazon damit Ende 2016 an die Öffentlichkeit ging. Dann hat es nochmals über ein Jahr gedauert, bis der erste Amazon-Go-Supermarkt Anfang 2018 eröffnet wurde. Das Konzept sieht vor, dass etliche Sensoren und Kameras die Kunden beim Einkaufen beobachten. Für den Einkauf bei Amazon Go ist zwingend ein Smartphone mit der passenden Amazon-App erforderlich. Beim Betreten des Ladens melden sich die Kunden mit ihrem Amazon-Konto an und werden während des Einkaufs darüber identifiziert.

Dabei überwachen Kameras und Sensoren jeden Schritt der Kunden, ohne dass die das bemerken. Alle Waren, die Kunden aus den Regalen nehmen, werden automatisch dem angemeldeten Amazon-Konto zugewiesen. Kunden können Waren auch wieder ins Regal zurückstellen, der digitale Einkaufskorb wird automatisch aktualisiert. Hat er alle Dinge beisammen, verlässt der Kunde einfach den Supermarkt und der Einkauf wird vom Amazon-Konto abgezogen.

Amazon Go macht Spaß

Wir haben probeweise im Amazon-Go-Supermarkt eingekauft und fühlten uns dabei so, als würden wir einfach den Laden ausräumen. Das Konzept ist spannend und und wir freuten uns über ein angenehmes Einkaufserlebnis. Wir mussten uns nirgendwo anstellen, wir mussten keine Waren auf ein Band legen und sie auch nicht über einen Scanner ziehen. Auch das Hervorkramen des passenden Zahlungsmittels entfällt.

Weitere Amazon-Go-Läden sollen demnächst in San Francisco und Chicago eröffnen. Nach Angaben von Amazon gebe es derzeit kein Pläne, das kassenlose System in seine Lebensmittelkette Whole Foods Market zu integrieren, die vergangenes Jahr von Amazon aufgekauft wurden. Es ist nicht bekannt, ob Amazon einmal seine Amazon-Go-Technik an andere Supermarktketten lizenzieren wird.

Noch wenig Details zu Microsofts kassenlosem System

Auch das System von Microsoft soll das Verhalten der Kunden im Supermarkt ganz genau beobachten, um abzuspeichern, was welcher Kunde in seinen Einkaufswagen legt. Damit soll ein automatisierter Kassenbereich möglich sein. Wie der genau funktionieren wird, ist noch nicht bekannt. Das entsprechende Verfahren soll Microsoft bereits Supermarktketten auf der ganzen Welt gezeigt haben, dazu gehört auch Wal Marts, die in den USA führend sind. Microsoft will sein System an Partner lizenzieren und damit Geld verdienen. Anders als Amazon will Microsoft demnach keine eigenen Supermärkte eröffnen.

Derzeit ist noch nicht bekannt, wann Microsoft einen solchen kassenlosen Supermarkt wird anbieten können. Microsoft und Walmart wollten sich zu dem Bericht nicht äußern.

 (ip)


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