Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/kickstarter-das-kleinste-mobiltelefon-der-welt-macht-probleme-1806-134953.html    Veröffentlicht: 14.06.2018 11:03    Kurz-URL: https://glm.io/134953

Kickstarter

Das kleinste Mobiltelefon der Welt macht Probleme

Die Herstellung eines Produktes und dessen Vermarktung über Kickstarter aufzuteilen, war im Fall des Handys Zanco Tiny T1 offenbar keine gute Idee: Der Hersteller Zini Mobiles und der Vermarkter Clubit New Media beschuldigen sich nun gegenseitig des Betruges - darunter leiden die Unterstützer.

Bei der Auslieferung des kleinsten Handys der Welt, dem Zanco Tiny T1, gibt es Probleme. Unterstützer sollten das Gerät eigentlich im Mai 2018 in den Händen halten, die Produktion lief allerdings erst im selben Monat an. Anfang Juni hat der Betreiber der Kickstarter-Kampagne, das Unternehmen Clubit New Media, von weiteren Problemen berichtet.

Nach einem neuen Update wird langsam deutlich, wo das Problem liegt: Clubit New Media, die als Vermarkter dienen und die Crowdfunding-Kampagne verantworten, liegen im Streit mit dem Hersteller des Handys, Zini Mobiles. Dabei stellen beide Seiten die Sache unterschiedlich dar, für Unterstützer dürfte aber keine der beiden Geschichten vorteilhaft sein.

Der Vermarkter beschuldigt den Produzenten

Clubit New Media zufolge halte der Hersteller Zini Mobiles die fertigen Geräte zurück, da er mehr Geld erhalten möchte. Das Geld der Unterstützer habe Clubit New Media nach dem erfolgreichen Abschluss der Finanzierungskampagne an Zini Mobiles übertragen, bisher hat der Hersteller aber noch keine Geräte geliefert.

Zudem soll Zini Mobiles den Vermarkter beschuldigen, die Idee und Produktion des Zanco Tiny T1 für sich zu beanspruchen. An dieser Stelle dürften Beobachter stutzig werden, da Clubit New Media von Anfang an direkt in den Titel der Kampagnen-Webseite geschrieben hat, dass die Idee und die Entwicklung des Handys von Zini Mobiles stamme. Als vom Hersteller beauftragter Verwalter der Kickstarter-Kampagne habe Clubit New Media jedoch als Ersteller der Kampagne im Titel genannt werden müssen - so sehen es Kickstarters Regeln vor.

Als drittes Problem nennt der Vermarkter, dass Zini Mobiles Daten von den Unterstützern haben wolle, die aufgrund der Datenschutz-Grundverordnung nicht ohne Weiteres herausgegeben werden dürften. Der Hersteller des Smartphones sieht die ganze Sache naturgemäß anders.

Der Produzent beschuldigt den Vermarkter

Zini Mobiles zufolge seien die Mobiltelefone bereit zur Lieferung, Clubit New Media weigere sich aber, noch ausstehende Gelder zu zahlen. Der Hersteller des Zanco Tiny T1 tritt bisher nicht direkt auf der Diskussionsseite der Kampagne mit den Unterstützern in Kontakt, sondern über einen Nutzer, der den Chef von Zini Mobiles auf der Cebit getroffen hat.

Nähere Umstände erfahren die Unterstützer aktuell nicht - beispielsweise, ob es sich bei den ausstehenden Zahlungen um die eigentlichen Unterstützungsbeiträge handelt oder, wie von Clubit New Media angegeben, um zusätzliche, vertraglich nicht vereinbarte Zahlungen. Den Hersteller rückt die Tatsache in ein etwas schlechtes Licht, dass mehrere Nutzer beobachtet haben wollen, dass das Zanco Tiny T1 mittlerweile bei Händlern in Hongkong erhältlich sei.

Für die Kickstarter-Unterstützer bedeutet die unklare Situation aktuell, dass sie noch weit davon entfernt sind, ihr Mobiltelefon zu erhalten. Clubit New Media hat eigenen Angaben zufolge einen Anwalt eingeschaltet, um die Sache zu klären. Die meisten Kommentare unter der Kampagne sind eindeutig: Die Unterstützer fühlen sich betrogen und wollen ihr Geld zurück.  (tk)


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