Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/telekom-vorwuerfe-zum-breitbandausbau-sind-haltlos-und-laecherlich-1806-134933.html    Veröffentlicht: 13.06.2018 15:35    Kurz-URL: https://glm.io/134933

Telekom

Vorwürfe zum Breitbandausbau sind "haltlos und lächerlich"

Laut den Grünen hat die Telekom das Breitbandprogramm der Bundesregierung massiv hintertrieben und verzögert. Dazu nimmt die Telekom bei Golem.de Stellung.

Die Deutsche Telekom wehrt sich gegen Vorwürfe aus der Bundestagsfraktion der Grünen, der Konzern behindere den Breitbandausbau stark. Gerade die Telekom habe in den ersten Jahren das Breitbandförderprogramm der Bundesregierung massiv hintertrieben, hatten die Grünen-Abgeordneten Oliver Krischer, Margit Stumpp und Matthias Gastel erklärt. "Pläne zu bereits verlegten Kabeln wurden zeitverzögert an die Kommunen herausgerückt oder Planungen der Kommunen mussten überarbeitet werden, weil die Telekom zwischendurch punktuell ihr Netz ertüchtigt hatte."

Zudem gewinne die Telekom viele Ausschreibungen und drücke dann in den Verträgen durch, dass sie sich mit der Verlegung der Kabel mehrere Jahre Zeit lassen könne. Die Bundesregierung müsse endlich dafür sorgen, dass die "schikanösen Praktiken des früheren Staatsmonopolisten aufhören", forderten die Grünen.

Telekom weist Vorwürfe zurück

Telekom-Sprecher Markus Jodl sagte Golem.de auf Anfrage: "Wir haben inzwischen mehr als 5.000 Kooperationen zum Breitbandausbau mit Kommunen überall in der Republik. Darum ist der Vorwurf haltlos und lächerlich. Wir beteiligen uns an nahezu allen Ausschreibungen und stellen unsere Planungen mit einem Vorlauf von drei Jahren den Städten, Gemeinden, Kreisen und Kommunen zur Verfügung."

Die Mittel für die Breitbandförderung werden nach einer Kleinen Anfrage der Grünen an das Bundesverkehrsministerium noch langsamer abgerufen, als bisher bekannt war. Von dem im Jahr 2015 gestarteten Förderprogramm mit einem Volumen von 3,5 Milliarden Euro wurden nach Angaben der Bundesregierung bislang nur 26,6 Millionen Euro ausgezahlt. Für echte Bauprojekte wurden sogar nur 3,2 Millionen Euro ausgegeben.  (asa)


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