Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/copv-von-spacex-raketentechnik-soll-tesla-roadster-um-die-ecken-pusten-1806-134895.html    Veröffentlicht: 12.06.2018 08:56    Kurz-URL: https://glm.io/134895

COPV von SpaceX

Raketentechnik soll Tesla Roadster um die Ecken pusten

Ein Druckbehälter aus dem SpaceX-Programm ist die Ursache für die Explosion einer Falcon-9-Rakete gewesen. Das hält Tesla nicht davon ab, die Technik in einer Spezialversion des Tesla Roadsters zu verbauen.

Ein COPV (Composite Overwrapped Pressure Vessel) soll den neuen Tesla Roadster in der SpaceX-Edition schneller machen und ihm durch einen gezielten Gasausstoß zusätzliches Tempo verleihen. COPVs sind spezielle Druckbehälter aus Stahl mit einer Hülle aus Kohlenstofffaser-verstärktem Kunststoff. Die Technik stammt aus der Raumfahrt. SpaceX setzt sie bei der Falcon-9-Rakete ein, um das fehlende Volumen des verbrauchten Treibstoffs während des Fluges auszugleichen. Ein Fehler des Systems sorgte aber auch schon für die Explosion einer Rakete.

Beim Tesla Roadster will Elon Musk die Druckbehälter für kleine Gastriebwerke nutzen. Die Druckbehälter werden anstelle der Not-Rücksitze eingebaut, verriet Musk dem erstaunten Twitter-Publikum, das zunächst an einen Scherz dachte.

Musk bekräftigte daraufhin, dass er es mit den Triebwerken ernst meine. Der kommende elektrische Supersportwagen wird optional mit Kaltgasantrieb ausgerüstet. Die Luft wird in den aufwändig konstruierten Flaschen unter Ultrahochdruck gelagert und für den Schub freigegeben. Der Druck in den Flaschen wird durch Pumpen während der Fahrt wieder aufgebaut, so dass kein manuelles Nachfüllen erforderlich ist und das System technisch weiterhin vollelektrisch bleibt. Tesla will in den Roadster einen Akkupack mit 200 kWh und über 960 km Reichweite einbauen. Die normale Version des Roadsters soll in 1,9 s auf 100 km/h pro Stunde beschleunigen.

Die Triebwerke der SpaceX-Version sollen nicht nur zum Beschleunigen, sondern auch zum Bremsen genutzt werden und das Fahrzeug auch in Kurven drücken können. Derartige Systeme gibt es in Autos bisher nicht. Dabei stellt sich die Frage, ob so etwas auf normalen Straßen genutzt werden könnte, ohne die anderen Verkehrsteilnehmer zu gefährden oder das nur nur auf abgesperrten Rennstrecken bei Einzelfahrten möglich ist. Auch wird schon darüber spekuliert, ob der Effekt überhaupt groß genug sein wird, um deutliche Änderungen an den Fahreigenschaften zu bewirken. All das verriet Musk nicht.  (ad)


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