Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/bethesda-wolfensteins-toechter-und-die-zukunft-von-the-elder-scrolls-1806-134874.html    Veröffentlicht: 11.06.2018 08:02    Kurz-URL: https://glm.io/134874

Bethesda

Wolfensteins Töchter und die Zukunft von The Elder Scrolls

Neben Informationen über Fallout 76 hat Bethesda ein neues Doom, ein weiteres Wolfenstein und gleich zwei The Elder Scrolls vorgestellt - für eines davon hat es nicht nur Applaus gegeben.

Eigentlich hätte Bethesda-Chef Todd Howard die berühmten Worte von Steve Jobs sagen können: "one more thing." Zum Abschluss einer Reihe von Produktvorstellungen bei der E3 2018 zeigte er das, worauf wohl viele Spieler warteten: einen Teaser mit dem ersten Ausblick auf The Elder Scrolls 6. Zu sehen war lediglich eine Kamerafahrt über eine Hügellandschaft. Weitere Infos: keine. Das Spiel befindet sich derzeit in der Vorproduktion, mehr erfahren wir vermutlich frühestens auf der E3 2019.

Dafür stellte Howard ein anderes The Elder Scrolls relativ ausführlich vor. Es heißt The Elder Scrolls: Blades und soll im Herbst 2018 kostenlos für iOS und Android erscheinen. Bei der Ankündigung, dass es sich um ein Mobile Game handle, waren aus dem Publikum neben zögerlichem Applaus ein paar Buhrufe zu hören - offenbar ist ein Handyspiel zumindest für einige Fans der Reihe nicht das, was sie wollen.

Allerdings sagte Howard etwas später eher nebenbei, dass Blades auch für PCs und Konsolen sowie für Virtual-Reality-Systeme erscheinen solle - ausdrücklich für solche auf Basis von Smartphones (Gear VR) und für Highend-Headsets. Details und Termine zu diesen Fassungen liegen bislang nicht vor. Immerhin soll es möglich sein, nahtlos von einer zur anderen Plattform zu wechseln.

In Blades ist der Spieler in der Ich-Perspektive ein Elitekrieger, der im Hauptmodus seine Stadt wieder aufbauen soll. Dazu absolviert er Quests, kämpft und repariert nach und nach die Siedlung. Wer mag, soll auch die Städte seiner Kumpel besuchen können. In welchem Umfang dazu Mikrotransaktionen nötig sind, lässt sich derzeit nicht absehen.

Es gibt eine schick aussehende Oberwelt sowie Höhlensysteme, die zum Teil von Hand gestaltet sind, zum Teil prozedural generiert werden. Neben dem Hauptmodus soll es einen Rogue-like-Modus geben sowie Kämpfe in einer Arena. Das Spiel soll sowohl mit dem Smartphone oder Tablet im Querformat als auch hochkant mit nur einer Hand spielbar sein.

Etwas Skepsis war im Publikum auch bei der Präsentation von Fallout 76 spürbar, das am 14. November 2018 für Windows-PC, Xbox One und Playstation 4 auf den Markt kommen soll; vorher soll es eine Beta geben.

Die Bombe und Doom

Spieler müssen zwar immer online sein, sollen laut Bethesda aber auch vollständig Solo spielen können. Der Spieler ist auf Servern mit ein paar Dutzend anderen Spielern unterwegs - möglicherweise begegnet er anderen Teilnehmern also nur selten, schließlich soll die Welt rund viermal so groß wie die von Fallout 4 sein. Wer mag, soll Atomraketen abschießen können, etwa um Siedlungen von Gegenspielern zu zerstören oder um an besondere, radioaktiv verseuchte Ressourcen zu gelangen.

Die Spieler sollen sich für gemeinsame Abenteuer verabreden oder sich bekämpfen können, außerdem sind wohl Minigames geplant. Wer stirbt, verliert weder Erfahrungspunkte noch Ausrüstung. Wer sich mit Kumpels verabreden will, soll das machen und beim Umzug auf den anderen Server sein Hab und Gut mitnehmen können. Übrigens kämen ausschließlich dedizierte Server zum Einsatz, sagt Bethesda - und betont, dass diese viele Jahre lang online sein sollten.

Bei der Präsentation sah die Grafik wesentlich schöner aus als die von Fallout 4. Laut Bethesda gibt es neue Systeme für das Rendering, für Licht- und Schatteneffekte sowie für die Landschaftsdarstellung - weswegen 16 mal so viele Details gleichzeitig dargestellt werden können. Außerdem gibt es ein Wettersystem. Schauplatz ist die Hügellandschaft West Virginias, insgesamt sind sechs unterschiedliche Regionen geplant.

Neben Rollenspielen kündigte Bethesda Action an. Zum einen Doom Eternal, den Nachfolger für das 2016 veröffentliche Doom - mit "doppelt so vielen Dämonen". Weitere Informationen soll es auf der Hausmesse Quakecon im August 2018 geben. Zum anderen bekommt Wolfenstein eine Fortsetzung namens Youngbloood. Darin kämpft der Spieler im Paris des Jahres 1980 in einer von Nazis besetzten Stadt, und zwar nicht als der bisherige Serienheld B.J. Blazkowicz, sondern mit dessen Zwillingstöchtern Jess und Soph, die ihren vermissten Vater finden und retten müssen.

Youngblood soll sowohl im Koopmodus als auch alleine spielbar sein und 2019 erscheinen. Ebenfalls unter der Marke Wolfenstein ist ein VR-Titel namens Cyberpilot geplant, in dem der Spieler als Hacker die Robotersoldaten der Nazis übernehmen und sie gegen diese einsetzen kann.

Zudem wurden eine Reihe kleinerer Neuheiten angekündigt; Rage 2 werden wir in den nächsten Tagen noch separat vorstellen. Davon abgesehen wird es für das Sammelkartenspiel The Elder Scrolls Legends ein Grafikupdate geben, außerdem erscheint es später im Jahr 2018 auch für Playstation 4, Xbox One und Nintendo Switch. Für The Elder Scrolls Online wird es ebenfalls noch 2018 zwei weitere Erweiterungen geben: eine namens Wolfhunter, die sich um Werwölfe dreht, sowie eine mit Einzelspielerinhalten namens Murkmire.

Für Prey ist ein Update mit dem von vielen Fans gewünschten "New Game Plus"-Schwierigkeitsgrad sowie einem Überlebensmodus verfügbar. Später soll eine Erweiterung namens Mooncrash erscheinen, die in einer Simulation auf dem Mond spielt und bei jedem Durchgang andere Monster bietet. Außerdem soll es einen Multiplayermodus geben, in dem ein Spieler als Mensch gegen fünf Spieler antritt, die Mimics übernehmen und sich dabei in Kaffeetassen, Stühle oder andere Alltagsgegenstände verwandeln können - klingt spaßig. Diesen Modus namens Thyphon Hunter wird es auch für VR-Systeme geben.

Kurz vor Ende der Veranstaltung stellte Bethesda übrigens nicht nur The Elder Scrolls 6 kurz vor, sondern auch eine neue Marke. Diese heißt Starfield, soll sich an Solospieler richten und im Weltall angesiedelt sein. Das war indes alles, was die Entwickler dazu verraten wollten. Auch über Starfield erfahren wir vermutlich frühestens auf der E3 2019 mehr.  (ps)


Verwandte Artikel:
TESO Summerset im Test: (K)ein Hoch auf die Elfen   
(05.06.2018, https://glm.io/134482 )
Fallout 4 im Test: Erst die Bombe und dann ein Knaller   
(09.11.2015, https://glm.io/117363 )
Test Skyrim: Die Welt als Held   
(11.11.2011, https://glm.io/87702 )
E3 2018: Die Pressekonferenzen im Livestream auf Golem.de   
(09.06.2018, https://glm.io/134864 )
Bethesda Softworks: Andeutungen über das nächste The Elder Scrolls   
(22.11.2016, https://glm.io/124633 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/