Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/project-natick-microsoft-versenkt-rechenzentrum-im-atlantik-1806-134827.html    Veröffentlicht: 07.06.2018 13:21    Kurz-URL: https://glm.io/134827

Project Natick

Microsoft versenkt Rechenzentrum im Atlantik

Server verursachen viel Abwärme und Kühlen kostet Energie und Geld. Microsoft testet, ob das Meer als Kühlung funktioniert - und hat vor den Orkney-Inseln ein Rechenzentrum versenkt.

Eine besondere Art der Wasserkühlung für seine Server testet Microsoft: Das US-Unternehmen hat ein kleines Rechenzentrum im Meer versenkt. Ziel von Project Natick ist unter anderem, Kosten zu sparen.

Das Unterwasser-Rechenzentrum besteht aus zwölf Serverracks mit 864 Servern und 27,6 Petabytes Speicherplatz, die in einem weißen Zylinder untergebracht sind, der 12,2 Meter lang ist und einen Durchmesser von 2,8 Metern hat. Ein Unterseekabel versorgt die Anlage mit Strom und überträgt die Daten. Bis zu fünf Jahre soll das Rechenzentrum auf dem Meeresgrund bleiben.

Die Idee ist, auf diese Weise Energie und Kosten für die Kühlung der Rechner zu sparen. "Wir glaube, dass die Kühlung unter Wasser viel besser ist als an Land", sagte Ben Cutler, Leiter von Project Natick, der BBC. Eine Gefahr für die Umwelt stelle das Projekt nicht dar, beteuert Cutler.

Das Problem ist jedoch, dass im Fall eines Serverausfalls eine Reparatur nicht möglich ist. Allerdings geht Microsoft davon aus, dass Schäden seltener auftreten. Da in dem Rechenzentrum keine Menschen arbeiten, ist es nämlich möglich, den Sauerstoff und den Wasserdampf herauszuziehen. Beides verursache Korrosion, die sonst "ein erhebliches Problem in Rechenzentren" sei, sagte Cutler.

Microsoft hat im Winter 2015/2016 schon einmal einen Test vor der kalifornischen Küste durchgeführt. Die Kapsel, die nach dem Charakter Leona Philpot aus dem Halo-Universum benannt war, war allerdings kleiner als der Zylinder auf dem Meeresboden vor den Orkney-Inseln. Bei dem ersten Test hatte Microsoft unter anderem den Einfluss auf die Flora und Fauna untersucht.

Für das Project Natick fiel die Wahl auf die Inselgruppe im Nordosten von Schottland, weil sie ein Zentrum für erneuerbare Energien ist. Unter anderem werden dort verschiedene Systeme getestet, die die Energie der Wellen oder der Gezeiten in elektrischen Strom wandeln. Zudem gibt es eine gewisse Tradition des Versenkens auf den Orkneys.  (wp)


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