Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/steam-valve-oeffnet-die-filter-fuer-zweifelhafte-spiele-1806-134825.html    Veröffentlicht: 07.06.2018 11:47    Kurz-URL: https://glm.io/134825

Steam

Valve öffnet die Filter für zweifelhafte Spiele

Der Online-Spieleshop Steam lockert seine Anforderungen an Entwickler beim Spieleverkauf. Künftig soll alles, was nicht als illegal oder Troll-Versuch deklariert werden kann, auch erscheinen.

Valve will das Spieleangebot künftig weniger selbst kuratieren und die Sortierung und Angebote stärker den Nutzern und auf künstlicher Intelligenz basierenden Algorithmen überlassen. In einem Statement des Studios aus Seattle heißt es: "Wenn du ein Spieler bist, sollten wir nicht für dich entscheiden, welche Inhalte du kaufen kannst. Wenn du ein Entwickler bist, sollten wir nicht entscheiden, welche Inhalte du erstellst. Diese Entscheidungen liegen bei dir. Unsere Rolle besteht darin, die Systeme und Werkzeuge bereitzustellen, um es dir zu erleichtern, diese Entscheidungen selber zu treffen."

Valve bezieht sich damit auf die zuletzt aufgekommenen Diskussionen um Verkaufsverbote für fragwürdige Spiele. In Zukunft wolle man generell alle Spiele auf Steam erlauben, abseits von "illegalen Spielen oder Troll-Versuchen", erklärt Valve.

Der Vorfall um das Verbot des Actionspiels Active Shooter - wir berichteten - soll laut Valve zum Beispiel ein Troll-Versuch des Nutzers gewesen sein. Deswegen wurde der Verkauf des Amok-Simulators auf Steam gestoppt.

Damit Nutzer dennoch so selten wie möglich auf verstörende Inhalte stoßen, will Valve durch Algorithmen und personalisierbare Filter die Kauferfahrungen stärker individualisieren. Sofortige Auswirkungen auf den Shop hat die Ankündigung nicht. Aktuell befinden sich diese neuen Werkzeuge noch in der Entwicklung. Sie sollen in der näheren Zukunft langsam eingeführt werden, allerdings erst, wenn sie fertig sind.

Valve schlägt mit diesem Kurswechsel eine deutlich andere Strategie als zum Beispiel Apple ein. Apple kuratiert das Angebot und das, was die Nutzer Tag für Tag sehen, durch angestellte Redakteure. Apps und Updates müssen häufig lange auf ihre Freischaltung warten. Einige Arten von Apps, wie die zur Fernsteuerung von PCs etwa, blockiert Apple derzeit komplett.

 (mw)


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