Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/blackberry-key-2-im-hands-on-smartphone-bringt-verbesserte-tastatur-und-eine-dual-kamera-1806-134822.html    Veröffentlicht: 07.06.2018 16:15    Kurz-URL: https://glm.io/134822

Blackberry Key2 im Hands On

Smartphone bringt verbesserte Tastatur und eine Dual-Kamera

Der Nachfolger des Keyone ist da: Das Blackberry Key2 nutzt eine recht ähnliche Gehäusegestaltung und bringt einige Verbesserungen vor allem im Bereich der Tastatur. Beim ersten Ausprobieren hinterließ das Android-Smartphone einen sehr guten Eindruck.

Tasten, Tasten und noch mal Tasten. Beim Beim Key2 geht es vor allem darum. Das Android-Smartphone ist der Nachfolger des Keyone. Blackberry Mobile ist damit derzeit der einzige Hersteller auf dem Markt, der ein aktuelles Smartphone mit Hardware-Tastatur anbietet. Der Vorteil einer Hardware-Tastatur gegenüber einer Bildschirmtastatur ist, dass sich alle Tasten erfühlen lassen. Damit verringern sich Fehleingaben. Golem.de hat das Key2 bereits ausprobieren können.

Der Grundaufbau des Key2 gleicht auf den ersten Blick dem Keyone. Aber im Detail wurden einige Änderungen vorgenommen, die sich positiv auf die Nutzung des Geräts auswirken. Das im oberen Bereich befindliche Display wurde weiter nach oben geschoben, um mehr Platz für die Tastatur zu gewinnen. Dadurch konnten alle Tastenflächen nach oben hin um 20 Prozent größer werden, um das Schreiben darauf angenehmer zu machen.

Beim ersten Ausprobieren schreibt es sich sehr angenehm auf der Tastatur, aber wir waren auch schon mit der Tastatur des Keyone sehr zufrieden. Die Tasten haben einen klar fühlbaren Druckpunkt und mittig eine Wölbung, so dass wir nach kurzer Eingewöhnung blind darauf schreiben können. Auch das neue Modell hat keine separaten Tasten für Komma oder Punkt, so dass diese Zeichen nur durch Drücken einer Umschalttaste erreichbar sind.

Bei der Keyone-Tastatur waren nur die ersten drei Tastenreihen kapazitiv, beim Key2 ist die komplette Tastatur berührungsempfindlich. Dadurch kann diese als Trackpad verwendet werden. Mit einem seitlichen Wisch kann durch die Startbildschirmseiten geblättert werden und wenn wir von oben nach unten über die Tastatur wischen, können wir etwa im Browser in Webseiten blättern.

Neue Speed-Taste hilft bei der Bedienung

Das Key2 hat eine spezielle Taste bekommen, die der Hersteller Speed-Taste nennt. Er ergänzt die Möglichkeit, mit einer Taste eine App zu starten, einen Kontakt anzurufen oder eine Funktion des Smartphones aufzurufen, wenn der Startbildschirm aktiv ist. Dabei kann jede Taste vom Nutzer frei mit bis zu zwei Funktionen belegt werden. Mit der neuen Speed-Taste ist all das aus jeder App heraus möglich. Das bringt durchaus einen Komfortgewinn und könnte die Produktivität im Alltag erhöhen.



Der Fingerabdrucksensor ist wie beim Keyone in der Leertaste untergebracht. Er reagiert schnell und zuverlässig. Beim neuen Modell wurden alle weiteren Tasten auf die rechte Gehäuseseite gelegt, wie schon beim Blackberry Motion. Dabei ist die Einschalttaste gut erfühlbar, damit der Nutzer diese von den Lautstärketasten und der Komforttaste unterscheiden kann. Diese ist weiterhin vorhanden, um darüber zusätzlich Apps abhängig von bestimmten Ereignissen aufzurufen. Bei einem Telefonat kann damit sehr bequem das Mikrofon stumm geschaltet werden.

Key2 erhält eine Dual-Kamera und viel Speicher

Bei der technischen Ausstattung ist das Key2 mehr als das Keyone in der Oberklasse angesiedelt. Lediglich der verwendete Prozessor ist nicht unbedingt ein Oberklasseprodukt, sollte aber für alltägliche Aufgaben mehr als ausreichend sein und verspricht eine lange Akkulaufzeit. Beim ersten Ausprobieren reagierte das Gerät zügig und zuverlässig.

Dafür sorgt Qualcomms Octa-Core-Prozessor Snapdragon 660 mit bis zu 2,2 GHz sowie der üppige Arbeitsspeicher von 6 GByte. Das Smartphone wird wahlweise mit 64 oder 128 GByte Flash-Speicher angeboten. Beide Modelle haben einen Micro-SD-Steckplatz, das mit 128-GByte ist zudem Dual-SIM-fähig, allerdings als Kombi-Slot, so dass sich der Nutzer zwischen Speicherkarte und zweiter SIM-Karte entscheiden muss.

Der Displaytyp ist identisch zum Vorgänger. Es gibt also wieder einen 4,5 Zoll großen IPS-Touchscreen im 3:2-Format bei einer Auflösung von 1.620 x 1.080 Pixeln. Inhalte werden entsprechend scharf dargestellt. Wer das Key2 viel zum Anschauen von Filmen nutzen möchte, wird das Displayformat nicht so sehr mögen - als Tastatur-Smartphone ist es vor allem auf eine Hochkantbedienung konzipiert.

Dual-Kamera bietet zweifachen optischen Zoom

Auf der Rückseite befindet sich eine Dual-Kamera mit zwei 12-Megapixel-Sensoren mit einer Blende von f1.8. Damit ist ein zweifacher optischer Zoom möglich und es gibt die für diesen Kameratyp typischen Porträtaufnahmen mit guter Hintergrundunschärfe. Im Vergleich zum Vorgängermodell verspricht der Hersteller einen verbesserten automatischen Weißabgleich, einen schnelleren Autofokus sowie eine verbesserte Bildstabilisierung. Vorne ist eine 8-Megapixel-Kamera eingebaut.

Das LTE-Smartphone bietet WLAN-ac, Bluetooth 5.0, NFC, einen GPS-Empfänger sowie eine 3,5-mm-Klinkenbuchse und eine USB-Type-C-Buchse. Bei der Rückseite setzt der Hersteller bewusst auf rutschfesten Kunststoff, damit das Smartphone sicher in der Hand liegt. Der eingebaute 3.500-mAh-Akku hat eine ähnliche Kapazität wie das Vorgängermodell und soll zwei volle Arbeitstage durchhalten können.

Das Blackberry Key2 erscheint mit Android 8.1 alias Oreo und enthält die für Blackberry-Smartphones typischen Anpassungen sowie den Blackberry Hub, um alle Kommunikation zentral zu verwalten. Zudem gibt es mit Locker eine App, um darin vertrauliche Daten abzulegen, die nur nach Eingabe des Kennworts oder mittels Fingerabdrucksensor erreichbar sind. Das Gerät lässt sich umfangreicher an die eigenen Bedürfnisse anpassen als es beim normalen Android der Fall ist.

Blackberry Key2 kommt Ende Juni 2018 oder Anfang Juli 2018 auf den Markt. Die 64-GByte-Variante wird 650 Euro kosten, das 128-GByte-Modell mit Dual-SIM-Funktion gibt es für 700 Euro. Die Smartphones gibt es in Schwarz und Schwarz/Silber.

Fazit

Blackberry Mobile hat in das Key2 viele sinnvolle Verbesserungen bei der Tastatur eingebaut, um ein noch besseres Tastatur-Smartphone anbieten zu können. Das Schreiben auf der Tastatur macht Spaß und das Erfühlen der Tasten ermöglicht ein fehlerfreies Schreiben. Die typischen Tippfehler von Bildschirmtastaturen passieren hier nicht. Es ist erfreulich, dass die Tastatur weiterhin als Trackpad und nun noch bequemer zum Starten von Apps oder dem Aufrufen von Funktionen verwendet werden kann.

Mit einer Dual-Kamera und viel Arbeitsspeicher bietet das Gerät Oberklassefunktionen, die Kunden von einem Gerät dieser Preisklasse erwarten dürfen. Lediglich beim Prozessor liegt das Gerät laut Datenblatt nicht im Oberklassebereich, aber für den Einsatzzweck eines Tastatur-Smartphones sollte der verwendete Prozessor ausreichend sein.  (ip)


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