Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/deutsche-glasfaser-dass-wir-der-groesste-ftth-ausbauer-sind-ist-nicht-ruehmlich-1806-134804.html    Veröffentlicht: 06.06.2018 16:08    Kurz-URL: https://glm.io/134804

Deutsche Glasfaser

"Dass wir der größte FTTH-Ausbauer sind, ist nicht rühmlich"

Die Deutsche Glasfaser ist nicht der größte Netzwerkbetreiber in Deutschland, aber dennoch führend bei FTTH. Darauf ist man in dem Unternehmen nicht nur stolz. Zugleich will man keine Konkurrenz zum TV-Kabelnetz.

Dass ein relativ kleines Unternehmen wie Deutsche Glasfaser führend bei Fiber To The Home ist, sei nicht rühmlich für Deutschland. Das sagte Deutsche-Glasfaser-Chef Uwe Nickl am 6. Juni 2018 auf dem 9. Hessischen Breitbandgipfel in Frankfurt am Main. "Wir sind der größte FTTH-Ausbauer in Deutschland, doch das ist nicht besonders rühmlich für Deutschland". Deutschland liegt bei FTTH/B im internationalen Vergleich weit zurück.

Die Deutsche Glasfaser kooperiere, und das nicht nur mit Vodafone. Man stelle Open-Access zur Verfügung und freue sich, dass jetzt auch die Deutsche Telekom auf mindertiefe Verlegetechnik setze. Das Unternehmen arbeitet mit der "mindertiefen offenen Verlegetechnologie" von 20 Zentimetern Breite und 40 Zentimetern Tiefe.

Das Unternehmen, eine Tochtergesellschaft des niederländischen Baukonzerns Reggeborgh, hatte im Juli 2015 bekanntgegeben, dass das Private-Equity-Unternehmen KKR mit Hauptsitz in New York die Mehrheit an der Firma übernehmen werde. KKR kündigte an, 450 Millionen Euro für das Wachstum der Deutschen Glasfaser auszugeben. KKR sammele jetzt für einen neuen Fond wieder Milliarden US-Dollar ein, sagte Nickl.

Deutsche Glasfaser überbaut kein Koaxialkabel

"Wir überbauen kein Koaxialkabel, weil das Kabel die Kapazität liefert", erklärte Nickl in Richtung von Unitymedia. Firmenchef Lutz Schüler sagte, der Kabelnetzbetreiber habe in Frankfurt 240 Nodesplits für den Docsis-3.1-Ausbau gemacht und 30 Millionen Euro ausgegeben. Dann werde Docsis 3.1 als neue Software aufgespielt. "Mit Koax haben wir die Chance, die letzte Meile nicht austauschen zu müssen", sagte Schüler. Letztendlich seien mit Docsis 10 GBit/s symmetrisch erreichbar.  (asa)


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