Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/10-4-mojave-macos-geht-in-die-wueste-und-wird-schwarz-1806-134758.html    Veröffentlicht: 04.06.2018 21:35    Kurz-URL: https://glm.io/134758

10.14 Mojave

MacOS geht in die Wüste und wird schwarz

Apple hat auf dem WWDC 2018 mit Mojave die neue Version von MacOS vorgestellt, das nicht nur einen Darkmode für alle Apps beinhaltet, sondern auch den Schreibtisch aufräumt. Künftig sollen zudem iOS-Apps leicht auf MacOS portiert werden können.

MacOS 10.14 Mojave hat einen Dark Mode erhalten, der nicht nur auf Systemelemente, sondern auch auf die meisten macOS-Apps wirkt. Die Funktion "Dynamic Desktop" ändert spezielle Bildschirmhintergründe von Apple passend zur Tageszeit. Mit Desktop Stacks werden die dort abgelegten Inhalte auf Wunsch in Stapeln angeordnet, die beispielsweise nach Schlagwörtern, Datum oder Dateiart sortiert werden. Die Stapel werden aufgeklappt, wenn sie angeklickt werden.

Der Finder hat zahlreiche Bearbeitungsfunktionen für Fotos erhalten, so dass Nutzer für einfache Funktionen viel seltener eine App öffnen müssen, um etwa ein Bild zu drehen oder eine Datei in ein PDF zu verwandeln. Wer will, kann solche Aktionen mit Automator-Actions auch selbst in den Finder integrieren. Die Vorschau-App hat ebenfalls Bearbeitungsfunktionen für Fotos, aber auch Schnittfunktionen für Videos erhalten.

Die Screenshot-Funktion wurde in Mojave deutlich überarbeitet und bietet in MacOS 10.14 die Möglichkeit, Videos, die aktuelle App oder den gesamten Bildschirm aufzunehmen. In Webseiten kann die Screenshot-App aber immer noch nicht scrollen. Dafür wurde die Continuity-Funktion eingebaut. Damit kann vom Mac aus die iPhone-Kamera ausgelöst werden. Außerdem können deren Bilder direkt in ein Dokument eingebunden werden.

Apple bringt außerdem seine iOS-Apps News, Aktien und Voice Memos sowie die Home-App auch auf MacOS. Der Nutzer kann über Siri und seinen Mac auch sein Heim steuern.

In Mojave ist auch ein Schutz auf API-Ebene für Standort, Kontakte, Fotos, Kalender und Erinnerungen integriert. Auch soll der Zugriff auf die Kamera und das Mikrofon, die E-Mail-Datenbank, den Nachrichtenverlauf, die Safaridaten und die Timemachine-Backups sowie iTunes-Geräte-Backups besser geschützt werden.

In Safari für macOS 10.4 und iOS 12 deaktiviert Apple Sharing-Buttons sozialer Netzwerke, um unerwünschtes Tracking zu verhindern. Wer diese Schaltflächen anklickt, erhält eine Warnung und muss explizit in die Datenübermittlung einwilligen. Zudem versucht Apple, Fingerprinting von Websurfern zu verhindern.

Der Mac App Store wird optisch dem iOS App Store angenähert, erhält eine neue Sidebar und die Registerkarten Entdecken, Erstellen, Arbeiten, Spielen und Entwickeln. Microsoft und Adobe bringen ihre Anwendungen Office 365 und Lightroom CC nun ebenfalls in den Mac App Store. Apple stellt Entwicklern mit Create ML ein neues Maschinenlernprogramm zum Trainieren von KI-Modellen zur Verfügung.

Zu Spekulationen, ob macOS und iOS verschmolzen werden, äußerte sich Apple deutlich. Verschmolzen werden die beiden Betriebssystem nicht. Das Portieren von iOS-Apps auf MacOS soll jedoch leichter werden. Deshalb hat Apple vor, neben AppKit auch UIKit auf macOS zu unterstützen. Die ersten Apps, die Apple selbst portiert hat, sind Aktien, News, Homekit und Voice Memo. 2019 sollen auch andere Entwickler diese Möglichkeit erhalten. MacOS unterstützt zudem Gruppen-Facetime wie unter iOS 12 und - wie schon angekündigt - auch sein neues Dateisystem APFS auf Fusion Drives.

MacOS 10.14 Mojave wird im Herbst parallel zu TVOS 5, WatchOS 5 sowie iOS 12 erscheinen. Eine Entwickler-Version soll schon während des WWDC 2018 zahlenden Entwicklern zur Verfügung gestellt werden.

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