Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/landgericht-berlin-easybell-verliert-klage-wegen-telekom-technikerterminen-1806-134751.html    Veröffentlicht: 06.06.2018 09:00    Kurz-URL: https://glm.io/134751

Landgericht Berlin

Easybell verliert Klage wegen Telekom-Technikerterminen

Laut Easybell haben Techniker der Telekom viermal behauptet, keinen Ansprechpartner für eine DSL-Schaltung in einem Krankenhaus angetroffen zu haben, obwohl der Empfang rund um die Uhr besetzt war. Die Klage dagegen war erfolglos.

Easybell hat dagegen geklagt, dass die Techniker der Deutschen Telekom die Mitteilung: "Kunde nicht angetroffen" bei DSL-Schaltungen hinterlassen, wenn dies gar nicht zutrifft. Wie das Berliner Telekommunikationsunternehmen am 6. Juni 2018 bekanntgab, hat das Landgericht Berlin (92 O 2/17 Kart) bereits Anfang Mai in der Unterlassungsklage zugunsten der Telekom geurteilt.

Die Richter waren der Ansicht, dass falsche Technikermitteilungen den Wettbewerb nicht behindern würden. Es werde ein neuer Termin vereinbart und die Telekom hätte hierdurch keinen Vorteil. Ob die Aussagen der Techniker "Kunde nicht angetroffen" im Einzelfall unzutreffend waren, war für die Entscheidung nicht entscheidend.

Laut Darstellung von Easybell war eine vergebliche VDSL-Schaltung in einem städtischen Krankenhaus der Grund für die Unterlassungsklage: Die Techniker der Telekom hätten viermal behauptet, keinen Ansprechpartner angetroffen zu haben und das, obwohl der Empfang rund um die Uhr besetzt sei. "Die Empfangsmitarbeiter versicherten eidesstattlich, dass sich nie ein Techniker gemeldet hat", sagte Easybell-Geschäftsführer Andreas Bahr.

Easybell hofft auf Bundesnetzagentur

Derzeit sieht Easybell den Rechtsweg ausgeschöpft. Die Hoffnung ist nun, dass sich die Bundesnetzagentur des Themas annimmt. So könne die Behörde die Telekom verpflichten, sämtliche vermutete Falschaussagen ihrer Techniker systematisch zu erfassen.

Die Bundesnetzagentur erklärte, dass die Telekom nicht allein schuld daran sei, wenn der Wechsel wochenlang dauere. Behördensprecherin Anja Klammer sagte Golem.de, dass "sämtliche am Markt tätigen Unternehmen zu der Gesamtbeschwerdezahl im Bereich des Anbieterwechsels beitragen."

Rund ein Drittel der ersten Technikertermine zur Anschlussbereitstellung oder Entstörung im Netz der Deutschen Telekom würden fehlschlagen. Dies ergab eine nach den Angaben repräsentative Befragung des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK Consult) von 4.457 Konsumenten in Deutschland sowie eine Analyse von internen Vodafone-Daten, die am 24. Mai 2018 vorgestellt wurden.  (asa)


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