Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/4eperformance-schaeffler-stattet-strassenaudi-mit-formel-e-antrieb-aus-1806-134712.html    Veröffentlicht: 01.06.2018 10:49    Kurz-URL: https://glm.io/134712

4ePerformance

Schaeffler stattet Straßenaudi mit Formel-E-Antrieb aus

In knapp sieben Sekunden bis auf 200 Kilometer pro Stunde: Schaeffler hat einen Kompaktsportwagen von Audi zu einem Elektroauto umgebaut - mit Antriebstechnik aus der Formel E.

Renntechnik für die Straße begeistert Autofahrer. So hat etwa Mercedes im vergangenen Jahr den Supersportwagen Project One vorgestellt, der den Antrieb auf Lewis Hamiltons Formel-1-Boliden hat. Schaeffler baute ein Pendant: Der deutsche Automobilzulieferer stattete einen Audi RS3 mit dem Antrieb des Formel-E-Renners aus, mit dem Lucas di Grassi in der Saison 2015/16 Vizemeister in der elektrischen Rennserie wurde.

Die Basis für das Fahrzeug mit der Bezeichnung Schaeffler 4ePerformance ist ein Kompaktsportwagen Audi RS3. Angetrieben wird er von vier Elektromotoren. Diese Motoren hat Schaeffler auch in die Boliden von di Grassi und seines Teamkollegen Daniel Abt verbaut. Jeder Motor hat eine Maximalleistung von 220 Kilowatt. Zum Vergleich: Audis E-Tron Vision Gran Turismo verfügt über drei Motoren mit einer Leistung von jeweils 200 Kilowatt.

Die vier Motoren beschleunigen das Auto in weniger als sieben Sekunden aus dem Stand auf 200 Kilometer pro Stunde. Mit Strom versorgt werden sie von einem Akku, der eine Kapazität von 64 Kilowattstunden hat. Angaben über die Höchstgeschwindigkeit und über die Reichweite macht Schaeffler nicht.

Jeder Motor ist durch ein Stirnradgetriebe mit einem Rad verbunden. Jeweils zwei Motoren nutzen ein Getriebegehäuse. Diese Konstruktion ermöglicht Drehmomentverteilung oder Torque Vectoring. Das bedeutet, jedes Rad lässt sich einzeln ansteuern.

"Durch die freie Skalierung der Antriebsleistung stellt das Fahrzeug für Schaeffler ein fahrendes Prüflabor dar. Derzeit erproben und entwickeln wir auf Basis einer physikalischen Fahrzeug- und Reifenmodellierung unsere eigene Fahrdynamikregelung. Gerade im Bereich der softwarebasierten Fahrdynamikregelung lernen wir enorm", sagt Simon Opel, Leiter der Motorsportabteilung bei Schaeffler.  (wp)


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