Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/tesla-ingenieure-zerlegen-das-model-3-und-halten-es-fuer-profitabel-1806-134703.html    Veröffentlicht: 01.06.2018 08:53    Kurz-URL: https://glm.io/134703

Tesla

Ingenieure zerlegen das Model 3 und halten es für profitabel

Protokolle mehrerer Ingenieurdienstleister belegen einem Bericht zufolge, dass das Elektroauto Tesla Model 3 profitabel produziert werden kann. Die Dienstleister haben im Auftrag deutscher Autokonzerne vier Wagen gekauft und in deren Werken zerlegt.

Beim Zerlegen von Teslas Model 3 sind Ingenieure im Auftrag deutscher Autokonzerne zu überraschenden Schlüssen gekommen. Die deutschen Tesla-Konkurrenten wollten bisher geheime technische Lösungen des Elektroautos untersuchen und dessen wirtschaftliche Kalkulation prüfen. Ergebnis des Zerlege-Berichts für einen deutschen Premiumhersteller laut einem Bericht der Wirtschaftswoche (Paywall): Die Material- und Zulieferkosten des zwischen 35.000 und 78.000 Dollar teuren Autos liegen nur bei rund 18.000 Dollar; hinzu kämen nach den Berechnungen der Zerleger, die der Wirtschaftswoche vorliegen, etwa 10.000 Dollar an Produktionskosten pro Auto. "Falls Tesla es schafft, die geplanten 10.000 Stück pro Woche zu bauen, wird das Model 3 einen erheblichen positiven Ergebnisbeitrag liefern", sagte ein Testingenieur dem Magazin.

Die Dienstleister erwarben die Wagen von Ex-Tesla-Mitarbeitern, die früh ein Model 3 bestellen konnten und es nun mit hohem Gewinn verkauften. Die Preise auf dem grauen Markt liegen bei 100.000 bis 130.000 Dollar.

Tesla erzielt Durchbruch bei knappen Batterierohstoffen

Tesla ist es offensichtlich gelungen, den Anteil des notorisch knappen Metalls Kobalt in den Batterien seines neuen Model 3 erheblich zu verringern. Das geht aus Labor-Analysen hervor, die der Wirtschaftswoche exklusiv vorliegen. Kobalt wird in der Kathode von Lithium-Ionen-Zellen gebraucht; es gilt dort bisher als unersetzlich. Die globalen Kobaltvorkommen liegen zu über 60 Prozent in der von Bürgerkriegen gebeutelten Demokratischen Republik Kongo, wo das Kobalt zum Teil durch Kinderarbeit gefördert und zur Finanzierung von Warlords verwendet wird.

Auf dem Weltmarkt hat sich der Kobalt-Preis zuletzt binnen 18 Monaten verdreifacht. Durch die Flut neuer E-Modelle zahlreicher Autokonzerne, die ab 2020 auf den Markt kommen sollen, wird sich die Nachfrage nach dem knappen Metall erneut vervielfachen. Einzelne Konzerne wie VW hatten zuletzt versucht, direkt Lieferverträge mit Minenbetreibern abzuschließen, allerdings ohne Erfolg.

Batteriehersteller und ihre Zulieferer arbeiten daher mit Hochdruck an neuen Kathodenmaterialien, die mit weniger Kobalt auskommen. Tesla ist dabei mit seinem Partner Panasonic der Konkurrenz offenbar weiter voraus als bisher bekannt: Nach den Laboranalysen, die der Wirtschaftswoche zugespielt wurden, bestehen die Kathoden der im neuen Tesla Model 3 verwendeten Panasonic-Zellen nur noch zu 2,8 Prozent aus Kobalt. Aktueller Stand der Technik sind bisher acht Prozent Kobaltanteil. "Das wäre ein erheblicher Wettbewerbsvorteil für Tesla, Kobalt ist derzeit nur sehr schwer auf dem Weltmarkt zu bekommen", sagt Sven Bauer, Chef des größten deutschen unabhängigen Batterieproduzenten BMZ.  (sth-wiwo)


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