Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/staatstrojaner-aus-israel-verint-will-angeblich-nso-group-kaufen-1805-134644.html    Veröffentlicht: 29.05.2018 14:55    Kurz-URL: https://glm.io/134644

Staatstrojaner aus Israel

Verint will angeblich NSO-Group kaufen

Für rund 1 Milliarde US-Dollar soll die Überwachungsfirma NSO Group an Verint verkauft werden. Das Unternehmen wurde häufiger für den Verkauf von Schadsoftware an Unrechtsregime kritisiert.

Die US-Sicherheits- und Softwarefirma Verint will Medienberichten zufolge die israelische Sicherheitsfirma NSO Group kaufen. Für den Kauf des Herstellers von Staatstrojanern und Überwachungssoftware ist nach Angaben des Wall Street Journal ein Kaufpreis von rund 1 Milliarde US-Dollar eingeplant.

NSO Group gehört derzeit zu der Investmentgesellschaft Francisco Partners. Beide Unternehmen wollen die angebliche Übernahme nach derzeitigem Kenntnisstand nicht kommentieren. Für die Übernahme würde Francisco Partner von Verint Aktien bekommen, außerdem würden Schulden übernommen, schreibt das Wall Street Journal. Verint arbeitet eng mit den US-Sicherheitsbehörden zusammen.

Sollte der Deal wie beschrieben stattfinden, würde Francisco Partners ein gutes Geschäft machen. Denn im Jahr 2014 hatte das Unternehmen für NSO nur rund 110 Millionen US-Dollar bezahlt. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen außerdem die Zertifizierungsstelle Comodo gekauft, was bei einigen Aktivisten für Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit und dem Vertrauen in die Zertifikate geführt hatte. Francisco Partners hatte aber immer betont, die Geschäfte der Tochterfirmen strikt zu trennen. NSO Group wurde in der Vergangenheit kritisiert, weil Spionagesoftware des Unternehmens auch in Ländern mit problematischer Menschenrechtssituation eingesetzt wurde. Das in Toronto beheimatete Citizen Lab hatte verschiedene Samples der Malware untersucht und ihr den Namen Pegasus gegeben. Die Software wurde unter anderem gegen den Menschenrechtsaktivisten Ahmed Mansour eingesetzt. NSO will auch einige aktuelle iPhones mit Malware infizieren können, es gibt aber auch eine Android-Version von Pegasus.  (hg)


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