Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/lg-g7-thinq-im-test-lgs-spaetes-top-smartphone-1805-134640.html    Veröffentlicht: 30.05.2018 12:05    Kurz-URL: https://glm.io/134640

LG G7 Thinq im Test

LGs spätes Top-Smartphone

LG will mit seinem neuen Smartphone G7 Thinq auch beim Thema KI mitmischen. Herausgekommen ist ein Gerät mit Top-Hardware, einer cleveren Kamera und einem starken Fokus auf den Klang. Die Gesichtserkennung sollten Nutzer in der voreingestellten Standardeinstellung allerdings keinesfalls verwenden.

LG hat sein zweites Smartphone unter der Dachmarke Thinq veröffentlich: Das G7 Thinq ist der Nachfolger des auf der Mobilfunkmesse MWC 2017 veröffentlichten G6. Es hat wie das V30s Thinq eine Kamera mit KI-Funktionen, die dem Nutzer die Aufnahme von Fotos erleichtern sollen. Zudem hat LG beim neuen Modell Top-Hardware verbaut, die kaum Wünsche offenlässt.

Uns haben besonders die Kamera- und Audiofunktionen interessiert: LG legt neben der Kamera mit künstlicher Intelligenz einen starken Fokus auf die Klangqualität und hat einen separat konfigurierbaren Digital-Analog-Konverter (DAC) in das Smartphone eingebaut. Ob das zusammen mit der restlichen Hardware reicht, um im Wettstreit mit Samsung, Huawei und der sonstigen Konkurrenz Boden gutzumachen, zeigt unser ausführlicher Test.

Verglichen mit dem Vorgänger G6 hat LG das Design des G7 Thinq ziemlich überarbeitet. Das neue Modell hat deutlich weniger Kanten als das vorige, insgesamt wirkt es unauffälliger - aber dadurch auch ein wenig mehr wie die Geräte der Konkurrenz. Es ist größer als der Vorgänger: Mit 152,9 x 71,7 x 8,3 mm ist es merklich länger als das G6 mit 148,5 x 71,8 x 8,3 mm, bei nahezu gleicher Breite und Dicke.

Das bedeutet, dass das Display bei beiden Geräten nahezu gleich breit, beim G7 Thinq aber um gut 8 mm länger ist. Die Bildschirmgröße gibt LG mit 6,1 Zoll an, das G6 hat ein 5,7 Zoll großes Display. Auch beim neuen Modell setzt LG ein LD-Display ein, OLEDs gibt es bei LGs Smartphones nur in den V-Modellen. Die Auflösung beträgt 3.120 x 1.440 Pixel, das Bildschirmformat liegt bei 19,5 zu 9. Trotz dieses recht langgezogenen Formats liegt das G7 Thinq gut in der Hand.

LG hat einen guten Bildschirm eingesetzt: Das Display zeigt Bildschirminhalte scharf an, die Farbwiedergabe und die Blickwinkelstabilität sind gut. Die Bildschirmhelligkeit ist mit durchschnittlich maximal 530 cd/qm sehr hoch; LG belässt es dabei allerdings nicht. Ein spezieller Outdoor-Modus bringt den Bildschirm auf einen Maximalwert von 878 cd/qm - womit auch in extrem hellen Umgebungen problemlos Inhalte auf dem Bildschirm erkannt werden können. Da dieser Modus stark am Akku zehrt, schaltet LG ihn nach drei Minuten wieder ab, wenn Nutzer ihn manuell aktiviert haben. Standardmäßig wird der Modus aber auch automatisch eingeschaltet, wenn die Umgebungshelligkeit sehr hoch ist.

Das G7 Thinq hat wie viele andere aktuelle Geräte eine sogenannte Notch, in der die Frontkamera und Sensoren eingebaut sind. Wem diese Einbuchtung nicht gefällt, der kann sie in den Einstellungen ausblenden. Dann werden die Bereiche links und rechts davon schwarz dargestellt, so dass die Notch nicht mehr auffällt.

Das Smartphone unterstützt HDR10, so dass wir Youtube-Videos in HDR anschauen können. Über Netflix und Amazon Prime Video können wir keine HDR-Videos schauen; denkbar ist aber, dass sich dies mit einem Update noch ändern wird.

Gehäuse aus Glas und Google-Assistant-Knopf

Die Rückseite des G7 Thinq ist aus Glas, die Oberfläche schimmert leicht im Licht. Unser schwarzes Testmodell bekommt dadurch bei Lichteinfall einen dunkelblauen Schimmer, was gut aussieht. Der Rahmen des Smartphones ist aus Metall, die allgemeine Verarbeitung ist sehr gut. Den Einschalter hat LG bei seinem neuen Modell anders als beim G6 nicht auf der Rückseite im flink reagierenden Fingerabdrucksensor eingebaut, sondern ganz klassisch am rechten Rand. Am linken Rand befinden sich die Lautstärketasten sowie der neue Knopf für den Start des Google Assistant.

Drücken wir diesen einmal, wird der Sprachassistent gestartet, ein doppelter Druck startet Google Lens. Halten wir den Knopf gedrückt, können wir direkt mit dem Assistenten sprechen. Warum es diese Funktion gibt, erschließt sich uns jedoch nicht: Beim Aufruf des Google Assistant durch einfachen Druck auf die Taste können wir ebenfalls direkt lossprechen. Wir können den Assistenten-Knopf auch deaktivieren, mit einer anderen Funktion lässt er sich aktuell leider nicht belegen.

Auf der Rückseite hat LG eine Dualkamera eingebaut, die aus zwei 16-Megapixel-Sensoren besteht. Wie beim G6 besteht sie aus einem Objektiv mit einem Standardweitwinkel sowie einem Superweitwinkelobjektiv. Beim G6 lag die Auflösung der beiden Kameras aber bei 13 Megapixel. Auch die Anfangsblenden sind beim G7 Thinq besser: Das Hauptobjektiv hat f/1.6, das Superweitwinkelobjektiv f/1.9.

Wie beim Vorgängermodell können wir beim G7 Thinq per Schaltfläche, per Pinch-Zoom oder per Schieber in den Superweitwinkelmodus wechseln. LG hat bei seinem neuen Modell dessen Blickwinkel etwas verringert: Dadurch gibt es weniger Randverzeichnungen, was sich besonders bei Linien und Kanten bemerkbar macht. Auf Kosten des Weitwinkeleffektes erhalten Nutzer weniger verzeichnete Bilder, was wir für einen akzeptablen Tausch halten.

Das G7 Thinq macht bei Tageslicht sehr gute Aufnahmen. Die Belichtung stimmt, der automatische Weißabgleich passt. Die Detailschärfe ist gut und vergleichbar mit der des Galaxy S9, allerdings haben die Bilder des LG-Smartphones bereits bei hellem Tageslicht mehr Artefakte. Verglichen mit dem P20 Pro von Huawei im 10-Megapixel-Modus ist die Detailschärfe beim G7 Thinq bei starker Vergrößerung besser, gegen den 40-Megapixel-Modus kommt LGs neues Smartphone aber auch nicht an.

Keine guten Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen

In sehr dunklen Umgebungen lässt die Schärfe stark nach. Hier liefern sowohl das Galaxy S9 als auch das P20 Pro im 10-Megapixel-Modus weitaus bessere Resultate - auch, was die Ausleuchtung dunkler Bereiche angeht. Das G7 Thinq hat allerdings den neuen Superhell-Modus, der Aufnahmen in schummrigem Licht aufhellt. Dann ist die Ausleuchtung zwar besser, die Bildqualität sinkt allerdings merklich.

Das G7 Thinq ist LGs zweites Smartphone, das mit einer durch künstliche Intelligenz unterstützten Kamera in den Handel kommt. Konkret heißt das, dass die Kamera-App im separaten AI-Cam-Modus Bildinhalte analysiert und versucht, auf Basis dieser Berechnungen die Bildeinstellungen zu verändern. Das Gleiche macht Huawei mit seinem P20 Pro sowie mit dem Honor 10.

KI passt die Kameraeinstellungen an

Die Kamera-App des G7 Thinq kann zahlreiche Szenen erkennen, unter anderem blauen Himmel, Stadt, Blumen oder Haustiere. Für den Nutzer witzig ist die Anzeige der während der Analyse durchlaufenden Schlagworte, die teilweise schräg um die Ecke gedacht sind. In der Praxis funktioniert die Erkennung aber gut. Wie beim P20 Pro verändert das Smartphone je nach analysierter Situation hauptsächlich die Sättigung und den Kontrast.

So wird bei einem Motiv, in dem viel blauer Himmel dargestellt wird, der Kontrast merklich hochgedreht und der Weißabgleich kälter eingestellt. Bei Aufnahmen von Blumen merken wir eine merkliche Anhebung der Sättigung. Hier führt die Kontrastanhebung allerdings bei einer gelben Blume, die wir im Sonnenlicht fotografierten, zu einer merklichen Überstrahlung. Die AI Cam lässt sich mit beiden Objektiven des Smartphones nutzen.

Die AI Cam kann nicht automatisch in den Porträtmodus schalten, wie es das P20 Pro macht. Diesen müssen Nutzer weiterhin manuell aktivieren. Die damit erstellten Porträts mit unscharf maskiertem Hintergrund haben eine gute Trennung zwischen Vordergrund und Hintergrund, die Kanten werden sauber erkannt. Den Grad der Unschärfe können wir im Nachhinein in einem Editor bearbeiten - eine Funktion, die manche Geräte wie beispielsweise das P20 Pro nicht bieten.

Die künstliche Intelligenz des G7 Thinq sorgt neben der Änderung von Kameraeinstellungen auch für eine automatische und recht umfangreiche Verschlagwortung der aufgenommenen Bilder. Diese Tags können wir in der vorinstallierten Galerie-App aufrufen, die Anwendung sammelt automatisch Fotos in entsprechenden Ordnern. Zu den bei uns erkannten Schlagworten gehören Tier, Architektur, Gebäude, Blumen, Nahaufnahmen, Himmel, Baum oder auch Hund.

Auf den ersten Blick erscheint uns die Verschlagwortung passend, sie kann bei vielen Fotos helfen, bestimmte Aufnahmen wiederzufinden. Auf unserem Testgerät finden wir interessanterweise in der in der Galerie eingebauten Suche keine Bilder, wenn wir die Tags benutzen. Stattdessen verwendet die Suche andere Schlagwörter, was wir verwirrend finden.

Weitwinkelaufnahmen mit weniger Verzeichnug

Die Weitwinkelaufnahmen eignen sich gut für Innenräume oder um ein Gefühl der Weite auf Bildern zu erzeugen. Aufgrund des im Vergleich mit dem G6 geringer ausfallenden Weitwinkeleffektes sind aber weniger spektakuläre Aufnahmen möglich; dafür sind diese am Rand weitaus weniger stark verzeichnet, was unserer Meinung nach in den meisten Aufnahmesituationen ein wichtigerer Faktor als ein extremer Weitwinkel ist.

Insgesamt gefällt uns die Kamera des G7 gut. Sie ist scharf und macht schlichtweg gute Bilder, auch wenn die Artefaktdichte höher als bei der Konkurrenz ist. Der Superweitwinkel sorgt für kreativen Spielraum, den andere Hersteller mit Teleobjektiven abzudecken versuchen. LG verwendet seit jeher für seine Dualkameras die Kombination aus Standardweitwinkel und Superweitwinkel, und tut auch beim neuen Modell gut daran, das nicht zu ändern; somit haben LG-Smartphones ein eindeutiges Unterscheidungsmerkmal zur Konkurrenz.

Die AI Cam kann in manchen Situationen ein besseres Bild bringen, oft gefallen uns aber die Verbesserungen nicht. Das ist beim P20 Pro aber mitunter auch so, da hier die gleichen Mittel verwendet werden: die Erhöhung der Sättigung sowie des Kontrastes. Schade finden wir, dass LG nicht auch den Porträtmodus automatisch aktiviert.

DAC sorgt für guten Klang

Neben der Kamera legt LG bei seinem neuen Smartphone Wert auf den Klang. Wie der Vorgänger kommt das Smartphone mit einem Digital-Analog-Wandler (DAC), der sich besonders bei der Verwendung von hochohmigen Kopfhörern lohnt. Diese klingen an Smartphones ohne DAC für gewöhnlich viel zu dünn und leise, so auch beim G7 Thinq; schalten wir hingegen den DAC ein, bekommen wir ein sattes Signal an den Kopfhörer geliefert.

Der DAC erlaubt einige Einstellungen. So können wir beispielsweise den digitalen Filter einstellen, um den Klang anzupassen. Klangprofile erlauben eine weitere Beeinflussung des Sounds, bei guten Kopfhörern halten wir diese aber nicht für nötig. Verwenden wir niedrigohmige Kopfhörer, spielt der Einfluss des DAC hauptsächlich wegen der Klangprofile eine Rolle; ohne sie hören wir kaum einen Unterschied zum Klang ohne DAC. Der Audiowandler ist nur nutzbar, wenn ein Kopfhörer an die Klinkenbuchse angeschlossen wird, nicht hingegen mit Bluetooth-Kopfhörern.

Das G7 Thinq bietet auch DTS:X-3D-Surround-Klang, der den Sound verbreitern und für mehr Bässe sorgen soll. Die Klangverbreiterung klappt gut, allerdings finden wir den Surround-Sound von den tiefen Frequenzen her zu dünn. Uns haben Filme besser gefallen, wenn wir den Effekt ausgeschaltet hatten.

Für die Tonwiedergabe ohne Kopfhörer hat LG eigenen Angaben zufolge die eingebauten Lautsprecher verbessert. Der Hersteller nennt diese jetzt Boombox-Lautsprecher, entsprechend sollen sie einen Klang liefern, der mit dem kleinen Lautsprecher vergleichbar ist. Das gelingt nur teilweise: Zwar sorgt der vergrößerte Klangraum im Inneren des Smartphones für einen merklich lauteren Klang als bei Konkurrenz-Smartphones; zwingenderweise besser klingend ist dieser aber nicht. Wir empfinden beispielsweise den Sound des P20 Pro als insgesamt satter und angenehmer.

Bei der restlichen Hardware macht LG keine Experimente und setzt auf hochwertige und leistungsstarke Komponenten. Als SoC kommt Qualcomms Snapdragon 845 mit einer maximalen Taktrate von 2,8 GHz zum Einsatz, der Arbeitsspeicher ist 4 GByte groß. Das mag verglichen mit anderen Smartphones mittlerweile eher wenig sein, reicht für die meisten Nutzer im Alltag allerdings absolut aus. Der eingebaute Flash-Speicher ist 64 GByte groß, ein Steckplatz für Micro-SD-Karten ist eingebaut.

Flottes System dank schnellem Prozessor

Entsprechend der Prozessorausstattung läuft das G7 Thinq flüssig in den Menüs, auch anspruchsvolle Apps sind für das Smartphone kein Problem. Die Benchmark-Ergebnisse bestätigen das: Im Geekbench-Test erreicht das Gerät einen Single-Wert von 2.410 Punkten, was auf dem Level anderer Smartphones mit dem Snapdragon 845 ist. Im Icestorm-Unlimited-Test des 3DMark erreicht das G7 Thinq 58.696 Zähler - etwas weniger als bei vergleichbaren Geräten wie dem Oneplus 6 oder Sonys Xperia XZ2.

Grund dafür könnte die Firmware sein, die auf unserem Testgerät installiert ist. Aus für uns völlig unverständlichen Gründen hat LG auf den Testgeräten für Journalisten eine Sperre für Benchmark-Tests eingebaut. Manche Benchmarks wie der 3DMark funktionieren trotzdem, andere wie der Geekbench mit Tricks. Den GFX Benchmark können wir auf unserem Gerät aufgrund der Einschränkungen nicht durchführen. Es ist denkbar, dass die Modifikationen am Betriebssystem (GFX Bench ordnet die Software als Custom ROM ein) zu leicht veränderten Testergebnissen führt.

Das Smartphone unterstützt LTE und WLAN nach 802.11ac. Bluetooth läuft in der Version 5.0, ein NFC-Chip und ein GPS-Empfänger sind eingebaut. Nutzer können zwei SIM-Karten gleichzeitig verwenden, dann aufgrund des Kombi-Slots allerdings keine Micro-SD-Karte mehr.

Auslieferung mit Android 8.0

Ausgeliefert wird das G7 Thinq mit Android in der Version 8.0; die aktuelle Version 8.1 installiert LG nicht, obwohl sie schon länger auf dem Markt ist. Die Benutzeroberfläche ist leicht angepasst, was sich besonders beim Einstellungsmenü zeigt, das in verschiedene Kategorien eingeteilt ist. Auch die Benachrichtigungsleiste mit den Schnelleinstellungen unterscheidet sich sichtlich von der eines puren Androids.

Das G7 Thinq ermöglicht es uns, die Bildschirmsperre mit Hilfe einer Gesichtserkennung aufzuheben. Hier ist allerdings äußerste Vorsicht geboten: Die Gesichtserkennung lässt sich mit einem Foto des Nutzers blitzschnell austricksen. Erst in einem komplexeren Modus, der länger für die Erkennung benötigt, ist die Gesichtserkennung des Smartphones vor derart billigen Tricks geschützt. Diesen Modus müssen Nutzer allerdings selbst einstellen, standardmäßig wird nur die einfache, sehr unsichere Entsperrung aktiviert. Im erweiterten Modus dauert uns die Gesichtsentsperrung hingegen viel zu lange.

Der Akku hat eine Nennladung von 3.000 mAh. Einen Full-HD-Film können wir bei maximaler Helligkeit über sieben Stunden lang anschauen - das ist kein Spitzenwert, hier haben sicherlich die Displaytechnologie und die hohe Helligkeit ihren Anteil.

Verfügbarkeit und Fazit

Das G7 Thinq kann in Deutschland vorbestellt werden. Es kommt hierzulande nur in der Variante mit 64 GByte Speicher in den Handel und kostet 850 Euro.

Fazit

LG ist mit dem G7 Thinq zweifelsfrei ein sehr gutes Smartphone gelungen. Das Design ist schlicht, die Verarbeitung sehr gut. Die Kamera macht bei Tageslicht sehr gute Bilder, auch wenn sie in den Details ein wenig hinter Samsungs Galaxy S9 und dem P20 Pro mit seinem 40-Megapixel-Modus liegt. Wie bei den meisten aktuellen Top-Smartphones ist das aber Meckern auf hohem Niveau. Schwächen zeigt die Kamera bei Aufnahmen unter schlechten Lichtbedingungen.

Der KI-Modus der Kamera-App erkennt eindeutige Situationen gut und passt entsprechend die Bildeinstellungen an. Wie bei anderen Smartphones mit derartiger Funktion, etwa dem P20 Pro von Huawei, finden wir diese Überarbeitungen nicht immer sinnvoll. Daher ist es gut, dass Nutzer beim G7 Thinq direkt die normale Kamera ohne KI-Erkennung benutzen können.

Nicht benutzen sollten Nutzer die Gesichtsentsperrung, zumindest nicht, ohne den erweiterten Modus zu verwenden. Dieser ist uns allerdings zu langsam, außerdem würden wir uns nach der schwachen Vorstellung der normalen Erkennung auch auf diesen Modus nicht verlassen wollen.

Gut gefällt uns der eingebaute Digital-Analog-Wandler, der besonders bei hochohmigen Kopfhörern von Vorteil ist. Der Surround-Modus hat uns hingegen nicht recht überzeugen können. Die neuen Boombox-Lautsprecher sind sehr laut, klingen aber nicht unbedingt nach Boombox.

Insgesamt betrachtet liefert LG ein gutes Gesamtpaket, das sich aber immer mehr der eigenen V-Serie annähert. Größter Unterschied ist die verwendete Display-Technologie: Bei den V-Geräten kommt ein OLED-Panel zum Einsatz, bei der G-Serie LED.

Problematisch könnte für LG der Veröffentlichungszeitpunkt sein: Der Hersteller hat auf dem MWC 2018 auf eine Veröffentlichung des G7 Thinq verzichtet, möglicherweise um die Konkurrenz durch Samsung zu meiden. Die Galaxy-S9-Serie ist daher mittlerweile schon länger auf dem Markt und entsprechend günstiger als das neue LG-Modell - das Galaxy S9 ist in der Dual-SIM-Variante für 600 Euro zu haben.

Die meisten Käufer werden wahrscheinlich wenig Gründe sehen, 250 Euro mehr für das G7 Thinq auszugeben. Der DAC und auch die KI-Funktion der Kamera sind Funktionen, für die ein derartiger Aufpreis recht happig ist. Wer eine KI-Kamera verwenden möchte, kann auch zum weitaus günstigeren Honor 10 greifen oder zum P20 Pro von Huawei, das dank seiner drei Kameras auf der Rückseite noch zusätzliche Funktionen hat.

Das G7 Thinq ist ein gutes Smartphone, angesichts der Konkurrenz wird es das Gerät aber schwer haben, sich auf dem Markt durchzusetzen. Die gebotenen Zusatzfunktionen ändern unserer Meinung nach daran nichts.  (tk)


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