Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/raumfahrt-jeff-bezos-will-eine-siedlung-auf-dem-mond-bauen-1805-134620.html    Veröffentlicht: 28.05.2018 14:48    Kurz-URL: https://glm.io/134620

Raumfahrt

Jeff Bezos will eine Siedlung auf dem Mond bauen

Lass uns die Erde zu einem besseren Ort machen, indem wir die Schwerindustrie auf den Mond auslagern. Jeff Bezos, Chef des Onlinehändlers Amazon und des Raumfahrtunternehmens Blue Origin, glaubt, dass Menschen schon in wenigen Jahrzehnten dort leben. Die Erde soll davon profitieren.

Auf den Mond: Amazon-Chef Jeff Bezos hat ambitionierte Pläne. Er will eine Siedlung auf dem Mond errichten. Am liebsten möchte er sie in einer öffentlich-privaten Partnerschaft (Public-private-Partnership, PPP) mit einer staatlichen Raumfahrtagentur bauen.

"In einer nicht allzu fernen Zukunft - ich spreche von Jahrzehnten oder vielleicht in 100 Jahren - wird vieles, was wir jetzt auf der Erde machen, viel einfacher im Weltraum zu machen sein, weil wir so viel Energie haben", sagte Bezos in einem Gespräch bei der Space Development Conference in Los Angeles. "Wir werden diesen Planeten verlassen müssen. Wir werden ihn verlassen, und das wird diesen Planeten verbessern." Anlass für das Podiumsgespräch war die Auszeichnung Bezos' mit dem Gerard K. O'Neill Memorial Award. Den vergibt die National Space Society an Personen, die sich um die Förderung der Besiedlung des Weltraums durch die Menschheit verdient gemacht haben.

Bezos' Idee: Die Erde soll den Menschen als Wohnort dienen, es soll Regionen für die Leichtindustrie geben. Die Schwerindustrie hingegen will er ins All verlegen. Die Energie soll die Sonne liefern, die an den lunaren Polen rund um die Uhr scheint. Wasser, um daraus Atemluft, Trinkwasser und Raketentreibstoff zu gewinnen, gibt es reichlich unter der Mondoberfläche. Rohstoffe, die nicht auf dem Mond abgebaut werden können, sollen von der Erde angeliefert werden.

Für seine Mondsiedlung will Bezos gern die US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics And Space Administration (Nasa) oder ihr europäisches Pendant, die European Space Agency (Esa), als Partner gewinnen. Falls die aber nicht wollen, will Blue Origin die Pläne auch allein umsetzen. Bezos hat schon vor einiger Zeit vorgeschlagen, zusammen mit der Nasa ein Mondlandefahrzeug zu entwickeln.

Aktuell kommt Bezos' Raumfahrtunternehmen Blue Origin aber noch nicht zum Mond: Die Rakete New Shepard ist für suborbitale Flüge gedacht. Mit der Rakete New Glenn, die noch in der Entwicklung ist, wird Blue Origin bis in die Erdumlaufbahn und weiter fliegen können. Im vergangenen Jahr hatte Bezos ein Konzept für einen Lieferdienst zum Mond verfasst und der Nasa sowie der US-Regierung vorgelegt.  (wp)


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