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BQ Aquaris X2 Pro im Hands on

Ein gelungenes Gesamtpaket mit Highend-Funktionen

Aquaris X und Aquaris X Pro haben sich BQ zufolge hierzulande sehr gut verkauft. Jetzt versucht der Hersteller den Kassenerfolg mit dem Aquaris X2 Pro zu wiederholen. Das könnte durchaus gelingen, denn das neue Smartphone zeigt sich beim ersten Ausprobieren als gelungenes Gesamtpaket mit besonderen Funktionen.

In München hat der spanische Hersteller BQ mit dem Aquaris X2 und Aquaris X2 Pro seine beiden neuen Smartphone-Modelle der gehobenen Mittelklasse vorgestellt. Der Vorgänger des größeren Pro-Modells konnte seinerzeit mit schickem Design, toller Verarbeitung und Kamera sowie einem klasse Display und der sehr guten Gesamtausstattung überzeugen. Ob das neue Aquaris X2 Pro an den gleichen Stellen punkten kann, erfahrt ihr in unserem Hands on.

Das BQ Aquaris X2 Pro hat wie schon der Vorgänger eine Vorder- und Rückseite aus Glas, die durch einen Metallrahmen in der Gehäusefarbe voneinander getrennt werden. Auf beiden Seiten kommt Gorilla Glass 5 zum Einsatz. Auf der Vorderseite erinnert das Smartphone mit 2.5D-Glas und den abgerundeten Displayecken an das Pixel 2 XL von Google. Oberhalb des Displays sind Frontkamera, LED-Blitz und die Hörmuschel zu finden, die gleichzeitig als zweiter Lautsprecher dient. An der Kinnseite sind das BQ-Logo und eine Benachrichtigungs-LED untergebracht.

Dank der schmalen Displayränder ist das neue BQ-Smartphone trotz eines 0,45 Zoll größeren Displays mit 150,7 x 72,3 x 8,35 Millimetern nur geringfügig länger als das Aquaris X Pro mit 146,5 Millimetern Länge. Allerdings bringt das neue Pro-Modell mit 168 Gramm genau 10 Gramm mehr auf die Waage. Der Unterschied ist in der Hand liegend aber nicht zu bemerken.

Auf der Rückseite erinnert das Aquaris X2 Pro mit der vertikal aufgestellten und in die linke Ecke gequetschten Dual-Kamera auf den ersten Blick einerseits an Smartphones wie das Apple iPhone X oder das Huawei P20 Pro. Andererseits sieht es mit dem an den Längsseiten gewölbten Glas auch etwas wie das aktuelle Samsung-Topmodell Galaxy S9 aus. Und wie auch die Highend-Modelle hat das Mittelklasse-Modell von BQ eine IP-Zertifizierung bekommen. Mit IP52 ist das Smartphone somit zwar staubgeschützt, aber lediglich gegen das Eindringen von fallendem Tropfwasser bei einer Gehäuseneigung bis 15 Grad geschützt. Zumindest ein kurzer Regenguss sollte dem Smartphone nicht schaden.

An der Verarbeitung der uns auf der Veranstaltung vorliegenden Vorabmodelle gibt es nichts zu beanstanden. Mit gleichmäßig geringen Spaltmaßen, ohne scharfe Kanten und einem Schick im Stil der Topmodelle überzeugt das Aquaris X2 Pro auf ganzer Linie. Trotz Glasrückseite ist das Smartphone weniger rutschig als Modelle der Konkurrenz und kann darüber hinaus aufgrund des schmalen Gehäuses gut mit einer Hand umfasst und auch bedient werden.

Im Vergleich zum Vorgänger fällt das Display des BQ Aquaris X2 Pro mit 5,65 Zoll etwas größer aus und kommt zudem in dem aktuell im Trend liegenden 2:1-Format daher, was die Hersteller üblicherweise als 18:9 bewerben. Schön, dass mit BQ ein weiterer Hersteller ein Gerät mit schmalen Displayrändern anbietet, ohne den Bildschirm auf 6 Zoll oder mehr anwachsen zu lassen. Das kommt all denjenigen Nutzern entgegen, die ein insgesamt möglichst kleines Smartphone bevorzugen.

Die Auflösung des Displays beträgt 2.160 x 1.080 Pixel (FHD+) und bietet so eine Pixeldichte von 429 Pixel pro Zoll. Die maximale Helligkeit im automatischen Modus liegt BQ zufolge bei 650 Nits. Doch schon im manuellen Modus kann das Display hell genug eingestellt werden, um Inhalte auch bei grellem Sonnenschein gut ablesen zu können.

Auch bei weiteren wichtigen Punkten hinterlässt das Display beim ersten Ausprobieren bereits einen guten Eindruck. Inhalte werden scharf und in durchaus intensiven Farben und mit gutem Kontrast dargestellt. Zu verdanken ist das der schon im Vorgänger eingesetzten Technik Quantum Color +. Ob das neue BQ-Smartphone damit auch die gleiche Farbtreue wie schon der Vorgänger bietet, wird unser ausführlicher Test des Aquaris X2 Pro zeigen.

Ordentlicher Mittelklasse-Prozessor im Aquaris X2 Pro

BQ verwendet als Antrieb im Aquaris X2 Pro den Octa-Core-Prozessor Snapdragon 660 von Qualcomm mit Adreno-512-GPU. Der Prozessor setzt sich aus zwei Kryo-260-Clustern zusammen, die jeweils 4 CPU-Kerne mit 1 MByte L2-Cache besitzen. Bei dem angepassten ARM-Design mit Big-Little-Architektur taktet einer der Blöcke für leistungsintensive Aufgaben auf 2,2 GHz, der andere auf 1,8 GHz.

Dem Chip zur Seite stehen wahlweise 4 GByte Arbeitsspeicher und 64 GByte Flash-Speicher oder 6 GByte Arbeitsspeicher und 128 GByte Flash-Speicher. Zudem gibt es einen Steckplatz für Micro-SD-Karten mit bis zu 256 GByte, aufgrund des Hybrid-Slots muss dafür allerdings auf den Einsatz einer zweiten SIM-Karte verzichtet werden.

Der im 14-nm-Verfahren gefertigte Qualcomm-Chip der oberen Mittelklasse bietet BQ zufolge 67 Prozent mehr Leistung und arbeitet 30 Prozent energieeffizienter als der Snadragon 626 im Vorgänger. Beim ersten Ausprobieren liefert der Prozessor mit unangetastetem Android-Betriebssystem eine gute Performance. Ruckler oder Bedenkzeit beim Öffnen von Apps waren nicht auszumachen. Selbst aufwendige 3D-Spiele laufen absolut flüssig, im späteren Test werden wir das aber noch einmal verifizieren.

Android 8.1 Oreo mit sehr dezenten Anpassungen

Als Teil des Android-One-Programms lässt BQ die Android-Oberfläche auf dem Aquaris X2 Pro nahezu unangetastet. Wie üblich stammt hier die Kamera-App vom Hersteller selbst und im Betriebssystem nicht nativ vorhandene Funktionen wurden nahtlos in die Einstellungen integriert. Mangels kapazitiver Tasten unterhalb des Displays ist zudem der Einsatz der üblichen Navigationsleiste am unteren Bildschirmrand im Vergleich zum Vorgänger neu.

Des Weiteren verspricht BQ, dass das mit Android 8.1 Oreo ausgelieferte Smartphone noch zwei Haupt-Updates bekommt. Damit wird das Gerät Upgrades auf Android P und Android Q erhalten. Zudem liefert der Hersteller monatlich Sicherheitsupdates für das Smartphone aus.

Auf dem Vorstellungs-Event brüstet sich Ravin Dhalani, Chief Technology Officer und Mitbegründer von BQ, außerdem damit, dass das Unternehmen jedes seit 2015 erschienene Modell nach aktuellem Stand mit Updates auf zwei große Android-Version versorgt habe. Trotz des kleinen Teams von gerade einmal gut 200 Mitarbeitern möchte man auch weiterhin schnelle und stabile Updates liefern.

Die weitere Hardware-Ausstattung des BQ Aquaris X2 Pro

Zur weiteren Hardware-Ausstattung des Aquaris X2 Pro gehören Bluetooth 5.0, mit Unterstützung von Qualcomms aptX Audio-Codec, NFC, Dual-Band WLAN b/g/n/ac im 2,4- und 5-Ghz-Band sowie GPS, Galileo und Glonass zur Standortbestimmung. Das integrierte LTE-Modem (X12) liefert LTE-Unterstützung mit bis zu 300 MBit im Down- und 125 MBit im Upstream (Cat-6).

Zum Fotografieren baut BQ im Aquaris X2 Pro eine Dualkamera mit Dual-Tone-LED-Blitz auf der Rückseite ein, beim Vorgänger war dort noch ein einzelner Kamera-Sensor zu finden. Die Dualkamera setzt sich aus einem 12-Megapixel-Isocell-Sensor von Samsung (S5K2L8) mit f/1.8-Blende und einem 5-Megapixel-Sensor (Samsung S5K5E8) mit f/2.2-Blende zusammen. Letzterer wird für Porträtfotografie hinzugezogen, auf der BQ zufolge auch der Schwerpunkt der Dualkamera liegt.

Mit Hilfe einer selbstlernenden Softneuro-KI sollen sich für solche Aufnahmen Personen und Objekte besser isolieren lassen. Diese kommt auch bei der 8-Megapixel-Frontkamera (Samsung S5K4H7) zum Einsatz, mit der ebenfalls Porträt-Aufnahmen mit Bokeh geschossen werden können. Mit der Verbindung aus Phasenerkennungsfokus, Multi-Image-Processing und der Null-Auslöseverzögerung soll die Kamera zudem hohe Qualität und Schärfe bei Innen- sowie Nachtaufnahmen bieten.

Des Weiteren unterstützt die Hauptkamera Videoaufnahmen in 4K mit 30 Bildern pro Sekunde, Echtzeit-HDR, Zeitlupenaufnahmen mit 120 fps in Full-HD und Zeitraffer-Videos. Hinzu kommt die Möglichkeit, Bilder im RAW-Format aufzunehmen sowie ein manueller Modus zur Anpassung von Kamera-Einstellungen wie ISO, Weißabgleich und Verschlusszeit. Mit der Frontkamera können Videos in Full-HD mit 30 Bildern pro Sekunde aufgenommen werden. Außerdem gehört das Aquaris X2 Pro zu den ersten Smartphones, bei denen Google Lens direkt in die Kamera integriert ist.

Bei ersten Testfotos liefert die Kamera bereits solide Ergebnisse. Farben wirken kräftig, ohne das Motiv unrealistisch grell erscheinen zu lassen und bei guten Lichtverhältnissen ist den Bildern auf den ersten Blick die Preisklasse des Aquaris X2 Pro nicht anzusehen. Wie sich die verbaute Kamera bei Nachtaufnahmen schlägt, muss sich in unserem ausführlichen Test des Smartphones erst noch zeigen.

Das gleiche gilt für die Qualität von Bildern im Porträtmodus. An dem in Zusammenarbeit mit einer Universität in Madrid selbst ausgetüftelten Algorithmus wird BQ zufolge aktuell noch geschraubt. Erste Aufnahmen mit der Hauptkamera im besagten Modus wirkten aber recht akzeptabel, auch wenn die üblichen Probleme beim Differenzieren von Haaren bestehen. Auch konnte die Stärke des Beauty-Filters bei vorliegenden Probeexemplaren noch nicht manuell adjustiert werden, weshalb das Motiv stets etwas zu weich gezeichnet wird.

Stereolautsprecher sind vorhanden

Mit den Stereo-Lautsprechern bietet BQ beim Aquaris X2 Pro eine Funktion, die nur äußerst selten in der Mittelklasse anzutreffen ist. Diese erreichen dem Hersteller zufolge dank der Qualcomm Aqstic mit zwei Verstärkern bis zu 9 Watt. Beim Ausprobieren lieferten die Lautsprecher in der Tat einen satten Sound, ohne bei maximaler Lautstärke zu übersteuern. Feinheiten waren im Event-Getummel aber nicht auszumachen. Da müssen wir im Test genauer hinhören.

Kopfhörer mit klassischem 3,5-Millimeter-Stecker lassen sich auf der Unterseite mit dem Gerät verbinden. Hier hat der Hersteller vor allem an der Reduzierung der Lautstärkeverzerrung gearbeitet. Diese soll bei rund 0,002 Prozent liegen.

Wichtig sei BQ auch die Implementierung eines UKW-Radios gewesen, welches mittlerweile ein Großteil der Smartphone-Hersteller von der Funktionsliste streicht. Grund für den Wegfall bei der Konkurrenz soll der technische Aufwand sein, der mit einer zufriedenstellenden Lösung und gutem Empfang über die als Wurfantenne dienenden Kopfhörer einhergeht. Apropos Kopfhörer: Dem Smartphone liegt kein Headset bei, was gerade in Bezug auf das eingebaute Radio unlogisch ist.

Akku verspricht ordentliche Laufzeit

Der Akku des Aquaris X2 Pro hat eine Kapazität von 3.100 mAh und ist damit genauso groß wie beim Vorgänger. Schon der konnte mit einer guten Laufzeit bei normaler Nutzung und hervorragendem Durchhaltevermögen bei wenig Nutzung glänzen. Ähnliches erhoffen wir uns vom aktuellen Modell. Genaueres wird aber erst unser ausführlicher Test des Aquaris X2 Pro zeigen können. BQ gibt Laufzeiten von 7 Stunden beim Spielen, 11,7 Stunden Video- und 127 Stunden Musikwiedergabe an.

Aufgeladen wird der Akku über einen USB-C-Anschluss (3.1) auf der Unterseite des Smartphones, der Quick Charge 4 unterstützt. BQ spricht hier von einer Akkuladung von 0 auf 50 Prozent innerhalb von 30 Minuten. Selbst packt der Hersteller allerdings nur ein Zubehör für Quick Charge 3.0 bei. Wer sein Aquaris X2 Pro schneller laden möchte, muss ein entsprechendes Netzteil besorgen. Einen Grund für diese Entscheidung nannte uns der Hersteller nicht.

Preis und Verfügbarkeit

Im Juni 2018 soll das BQ Aquaris X2 Pro auf den Markt kommen. Angeboten wird es in den Farben Schwarz, Weiß und Silber. Als Preise nennt BQ 400 Euro für die kleinere Speicher-Variante mit 4 GByte und 64 GByte und 520 Euro für das Topmodell mit 6 GByte und 128 GByte.

Fazit

Beim ersten Ausprobieren hinterließ das BQ Aquaris X2 Pro einen durchweg positiven Eindruck. Das Gehäuse hat zwar kein außergewöhnliches Design, ist aber durchweg gut verarbeitet und hat wie schon der Vorgänger lange nichts mehr mit früheren Kunststoffgeräten des Herstellers gemein. Es ist optisch ansprechend, liegt gut in der Hand und macht einen hochwertigen Eindruck.

Hinzu kommen ein leistungsstarker Mittelklasse-Chip, ein vorbehaltlich gutes Display und eine gute Kamera sowie zahlreiche Funktionen, die in der Mittelklasse selten zusammen anzutreffen sind. Dazu gehören die Stereo-Lautsprecher und Bluetooth 5.0 - beides ist selbst in einigen aktuellen Highend-Modellen nicht immer zu finden. Mit dem Aquaris X2 Pro hat BQ wieder ein gutes Gesamtpaket mit vielen Funktionen geschnürt.

Leider muss sich das BQ-Smartphone - wie viele andere Geräte in dem Preissegment - aber nicht nur der Konkurrenz aus der Mittelklasse stellen. Auch die Flaggschiff-Modelle aus dem Vorjahr machen dem Gerät Konkurrenz. Das könnte vor allen Dingen beim über 500 Euro teuren 128-GByte-Modell des Aquaris X2 Pro zum Problem werden. Der 64-GByte-Variante für 400 Euro hingegen sprechen wir durch das mit dem geringeren Preis einhergehende gelungene Paket größere Chancen bei der Akzeptanz der Kunden zu.  (cga-area)


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