Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/google-chromebooks-werden-mit-linux-apps-zur-entwicklermaschine-1805-134301.html    Veröffentlicht: 09.05.2018 09:24    Kurz-URL: https://glm.io/134301

Google

Chromebooks werden mit Linux-Apps zur Entwicklermaschine

Wie erwartet, laufen künftig übliche Linux-Anwendungen auch auf Chromebooks - in einer Mischung aus VM und Container. Google will die Geräte für Entwickler attraktiver machen und bietet darüber etwa Android Studio in Chrome OS an.

Spätestens seit Februar dieses Jahres ist klar, dass Google unter Chrome OS künftig "Linux-VMs" und ein "Terminal" anbieten wird. Nutzer von Chromebooks können damit wesentlich einfacher als bisher und vor allem sicherer auf Linux-Anwendungen zugreifen. Auf seiner Hausmesse I/O hat Google das Konzept nun prinzipiell bestätigt und öffentlich angegeben, dass Chromebooks mit der Funktion zu Entwicklermaschinen werden sollen.

Denn zusätzlich zu den bekannten Linux-Werkzeugen wie etwa Editoren, die nur als mögliche Verwendung genannt werden, zeigt Google in seiner Ankündigung explizit Android Studio als Anwendung, die mit dem neuen System genutzt werden kann. Das macht deutlich, dass theoretisch vermutlich jede größere Anwendung in der neuen Linux-Umgebung von Chrome OS genutzt werden kann. Die Verwendung spezieller Entwicklungslaptops, mit Ubuntu oder Windows, sollte so aus Sicht von Google nicht mehr notwendig sein.

Crostini statt Crouton

Intern läuft das Projekt unter dem Codenamen Crostini, was von dem Blog Chrome Unboxed beim Bekanntwerden als so etwas wie "ausgefallene" Croutons beschrieben wurde.

Zum Betrieb anderer Linux-Distributionen auf Chromebooks musste bisher der Developer Modus genutzt werden, bei dem viele Sicherheitsvorkehrungen von Chrome OS standardmäßig deaktiviert werden. Genutzt wird das vor allem von dem Projekt Crouton, mit dem etwa die Linux-Distribution Ubuntu in einer Chroot-Umgebung auch auf den Chromebooks genutzt werden kann.

Diese Idee der Chroot-Umgebung erweitert Crostini nun aktiv um eine in Chrome OS integrierte minimalistische VM-Umgebung samt Init-Prozess, Anwendungscontainern und deren Sandboxing-Techniken. Details zu den Kernel- und Userspace-Techniken haben wir bereits in dem vorhergehenden Artikel zu Crostini beschrieben.

Getestet werden kann die Funktion bisher ausschließlich auf Googles Pixelbook im Entwicklermodus von Chrome OS. Das Programm wird künftig vermutlich aber auch auf andere Geräte erweitert.  (sg)


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