Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/dell-das-e-dock-ist-weg-und-200-watt-per-usb-typ-c-kommen-1805-134250.html    Veröffentlicht: 07.05.2018 14:06    Kurz-URL: https://glm.io/134250

Dell

Das E-Dock ist weg und 200 Watt per USB Typ C kommen

Mit der Einführung der aktuellen Precision-Notebooks für mobile Workstations hat das E-Dock endgültig ausgedient. Keine Neuvorstellung hat noch einen mechanischen Dock-Anschluss. Bei der Stromversorgung hingegen ist Dell konservativer.

Das E-Dock ist weg: Zum ersten Mal hat Dell mit Precision 7730 und 7530 mobile Workstations auf den Markt gebracht, die keinen mechanischen Dockanschluss mehr haben, und sieht die Zukunft in USB Typ C. Über die geplante Abschaffung des E-Docks hatten wir Anfang 2016 ausführlich berichtet. Bei Dells Latitude-Notebooks ist der Anschluss schon länger verschwunden. Ersetzt wurde es stufenweise durch USB-C-Dockingstations mit Kabel, die entweder das USB-Protokoll nutzten (das WD15-Dock) oder Thunderbolt (die TB15/16-Modelle) und bei mehreren Anwendern Probleme verursachten.

Selbst auf den Dell-Webseiten sind die Bewertungen teilweise schlecht und die Kommentatoren in unserem Forum sind auch nicht glücklich. Eigene Tests konnten wir aus Zeitgründen leider nicht abschließen, hatten aber ähnliche Probleme mit dem WD15, während das TB16 unproblematisch war.

Darauf angesprochen, konnte sich ein Dell-Vertreter auf der Konferenz Dell Technologies World dies nicht erklären; er kannte nur Probleme mit dem TB15. Er verwies zudem darauf, dass Firmware-Updates für die Docks wichtig seien. Einen Weg zurück zu einem Dock plant Dell aber nicht.

Die Zukunft für das schnelle Anschließen von Geräten nach dem Dock-Prinzip bleibt also USB Typ C. Die Konkurrenz ist da nicht ganz so mutig oder stellt komplett um: Lenovo benutzt etwa auch USB-C, hat aber einen neuen interessanten mechanischen Dock-Ansatz damit verwirklicht. Fujitsu und HP setzen hingegen auf eine Doppelstrategie mit USB-C und einem Dock-Anschluss bis in das Jahr 2019.

USB Typ C soll aber nicht nur der neue Docking-Standard werden, sondern lässt sich dank Power Delivery auch gut als Stromversorgung nutzen. Hier wird Dell allerdings nicht so radikal sein, sofern es nicht absolut notwendig ist. Die Notwendigkeit ergibt sich hierbei durch die Gehäusehöhe - sprich besonders dünne Geräte haben nur USB Typ C. Reicht der Platz aber aus, wird weiterhin zusätzlich der klassische Barrel-Stromanschluss mit entweder 4,5 mm oder 7,4 mm Höhe verwendet. Der Grund laut Dell: Die Unternehmen haben in der Regel noch viele Netzteile in ihren Betrieben, die dann weiter genutzt werden können.

Das TB18-Dock kommt

Allerdings gibt es von Dell ein neues USB-Typ-C-Thunderbolt-Dock, das die letzte Stromversorgungslücke schließen kann. Mit dem TB18 kommt gegen Ende Mai 2018, also wenn die neuen Precision-Workstations erscheinen, eine Variante dazu. Dieses hat einen Doppel-USB-C-Stecker, der nur mit den aktuellen Precision-Notebooks kompatibel ist. Damit umgeht Dell das Problem, dass per USB Typ C samt Power Delivery maximal 100 Watt übertragen werden können. Eigentlich ist das ausreichend, doch die Leistungsaufnahme mobiler Workstations kann sehr hoch sein, da dort schnelle CPUs und GPUs ein Teil der Notebooks sind. Und auch der Akku muss parallel geladen werden.

Der Doppel-USB-Anschluss ist fest und soll erst mit einer TB19-Version trennbar werden, damit das USB-C-Dock auch an anderen Geräten nutzbar wird. Da der Barrel-Stromanschluss auf der Rückseite weiter vorhanden ist, muss das neue Dock nicht zwangsweise verwendet werden.

Derzeit wird das Dell-Dock von Dell noch nicht offiziell gelistet und auch ein Preis ist damit unbekannt. Zur Einordnung: Das TB16 wird derzeit zu sehr hohen Preisen zwischen 410 und 460 Euro bei Dell verkauft. Der Versand schlägt noch einmal mit 30 Euro zu. Das TB18 wird preislich vermutlich darüber liegen.

Offenlegung: Golem.de hat auf Einladung von Dell Technologies an der Konferenz Dell Technologies World in Las Vegas, Nevada, teilgenommen. Die Reisekosten wurden von Dell übernommen. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.  (ase)


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