Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/grafikkarten-nvidia-beendet-sein-geforce-partner-program-1805-134243.html    Veröffentlicht: 05.05.2018 11:52    Kurz-URL: https://glm.io/134243

Grafikkarten

Nvidia beendet sein Geforce Partner Program

Die Kritik aus der Community war wohl zu groß: Nvidia beendet wenige Wochen nach dem Start sein Geforce Partner Program. Das Unternehmen findet, seine Absichten seien falsch verstanden worden.

In seinem Blog hat Nvidia das sofortige Ende des erst am 1. März 2018 gestarteten Geforce Partner Program bekanntgegeben. "Die Gerüchte, Mutmaßungen und Irrtümer sind weit über das Ziel hinausgeschossen. Anstatt die Fehlinformationen zu bekämpfen, haben wir uns entschieden, das Programm einzustellen", schreibt Nvidia.

Nvidia bezeichnet das Programm als Versuch, zusammen mit Partnern wie Asus, MSI und Gigabyte dafür zu sorgen, dass Spieler beim Kauf einer Grafikkarte "volle Transparenz" haben und "sicher Produkte auswählen" können, "die das Versprechen von Nvidia Geforce enthalten." Die Firmen, die daran teilnahmen, sollten weitreichende Unterstützung bei Marketing, Technik und Training bekommen. Dafür mussten sich die Partner verpflichten, das Geforce-Logo zu nutzen und nur über autorisierte Distributoren zu verkaufen.

Das Problem: Nvidia soll auch dafür gesorgt haben, dass die Partner unter ihren Hauptmarken nur noch Grafikkarten von Nvidia anbieten. Aus diesem Grund hatte etwa Asus für AMD-Karten im April 2018 eine neue "Markenidentität" namens Arez angekündigt, unter der künftig AMD-Radeon-RX-Grafikkarten verkauft werden sollten.

AMD hatte dafür gesorgt, dass die Community von den Nvidia-Vorgaben erfuhr, indem der Blogger Kyle Bennett - Gründer der Hardware-Seite HardOCP - ein paar Hintergrundinformationen über das Geforce Partner Program zugespielt bekam. Bennett hatte dann bei Hardwarefirmen nachgefragt und weitere Details über die eigentlich vertraulichen Bundles und Marketinggelder erfahren. Vor allem aber hatte er geschrieben, dass Nvidia seinen Partnern gedroht haben soll, eventuell keine frühen Chiplieferungen für Produkte zum Launch zu erhalten, falls diese zu eng mit AMD kooperierten.

Ob Nvidia anstelle des Geforce Partner Program ein anderes Programm etabliert, ist unklar. Auch ist derzeit nicht absehbar, ob etwa Asus seine neue Marke Arez beibehält oder demnächst unter seiner Hauptmarke Republic of Gamers doch wieder AMD-Karten anbietet.  (ps)


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