Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/lootboxen-belgien-droht-betreibern-von-overwatch-mit-haft-1804-134087.html    Veröffentlicht: 26.04.2018 12:52    Kurz-URL: https://glm.io/134087

Lootboxen

Belgien droht Betreibern von Overwatch mit Haft

Die Lootboxen müssen weg, sonst drohen langjährige Haftstrafen: Das belgische Justizministerium setzt die Hersteller von Fifa 18, Overwatch und Counter-Strike unter Druck. Ausgerechnet für Star Wars Battlefront 2 gibt es keine Probleme.

In einer offiziellen Mitteilung vom 25. April 2018 droht das belgische Justizministerium den Herstellern von Fifa 18, Overwatch und Counter-Strike: Global Offensive mit harten Maßnahmen. Falls die Anbieter - konkret sind das Electronic Arts, Blizzard und Valve - nicht die Lootboxen aus den Games entfernen, könnte es bis zu fünf Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von 800.000 Euro geben. Grund: Die drei Spiele enthalten nicht zulässige Glücksspielelemente.

Falls sich bestätigt, dass sich die Titel besonders an Minderjährige richten, könne das Strafmaß sogar doppelt so hoch ausfallen. Nach Ansicht der zuständigen belgischen Kommission spielt bei den Inhalten der gegen echtes Geld erhältlichen Lootboxen der Zufall die entscheidende Rolle, ähnlich wie bei Verlosungen oder Glücksspielen im Kasino. Anders als bei einer vergleichbaren Entscheidung in den Niederlanden vor wenigen Tagen ist es in Belgien offenbar nicht wichtig, ob die Inhalte der Lootboxen verkauft werden können oder ob anderweitig Handel damit möglich ist.

Stattdessen kritisiert die Kommission allerdings, dass die besonders teuren Lootboxen von "berühmten echten Menschen" beworben werden, was die fiktive mit der realen Welt vermische. Damit ist vermutlich gemeint, dass Influencer zum Kauf der Glückskisten auffordern. Ganz klar ist das allerdings nicht. Bislang hat dieser Punkt in den Debatten keine wesentliche Rolle gespielt.

"Die Kombination von Spielen und Glücksspiel ist gefährlich für die psychische Gesundheit, besonders bei Minderjährigen", kommentiert Justizminister Koen Geens. Deshalb sei es Aufgabe des Staates sicherzustellen, "dass Kinder und Erwachsene nicht mit Glücksspielen konfrontiert werden, wenn sie in einem Videospiel Spaß haben wollen."

Die Kommission in Belgien hat neben den drei genannten Games sonst nur noch Star Wars Battlefront 2 untersucht - also das Programm, das Ende 2017 die Diskussion über Lootboxen maßgeblich ausgelöst hat. Weil der Anbieter Electronic Arts die Glücksspielelemente aber kurzfristig entfernt und nun in anderer Form wieder eingebaut hat, muss EA wegen Battlefront 2 nun keine Sanktionen befürchten. Jugendschützer, Politik und Behörden beschäftigen sich auch in anderen Ländern mit dem Thema, entsprechende Untersuchungen laufen unter anderem in Deutschland und den USA.  (ps)


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