Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/lootboxen-pubg-und-fifa-droht-verkaufsverbot-in-den-niederlanden-1804-133962.html    Veröffentlicht: 20.04.2018 10:57    Kurz-URL: https://glm.io/133962

Lootboxen

Pubg und Fifa droht Verkaufsverbot in den Niederlanden

Die Lootboxen in vier von zehn untersuchten Games verstoßen gegen das Glücksspielgesetz: Zu diesem Ergebnis kommt die zuständige Behörde in den Niederlanden. Beliebte Titel wie Pubg und Fifa müssen ihr Geschäftsmodell ändern - sonst drohen Verbote.

Die Kansspelautoriteit - so heißt die für Glücksspiel zuständige Behörde der Niederlande - hat ihren Abschlussbericht (PDF in Englisch) über den Einsatz von Lootboxen in Games vorgelegt. Die Ergebnisse: Vier von zehn untersuchten Programmen verstoßen gegen die gesetzlichen Regelungen, weil sie erstens Gewinne auf Zufallsbasis vergeben, und weil die gewonnenen Ingame-Objekte sich gegen echtes Geld eintauschen lassen - gemeint ist der Handel über einschlägige Börsen, etwa von Skins.

Die Behörde selbst veröffentlichte keine Namen, aber das Magazin Nos bekam die Titel der vier betroffenen Games zugespielt und veröffentlichte diese: Es geht um Playerunknown's Battlegrounds (Pubg), Fifa 18, Dota 2 und Rocket League. Die Firmen hinter diesen Games haben nun Zeit bis zum 20. Juni 2018 - dann drohen Geldstrafen, aber auch Verkaufsverbote.

Die Kansspelautoriteit hatte für ihren Bericht die zehn populärsten Spiele mit Lootboxen auf Verkaufsplattformen heruntergeladen und untersucht. Die Namen der Spiele, in denen es nur nicht handelbare Gewinne gab, liegen nicht vor. Ihnen drohen keine Zwangsmaßnahmen. Trotzdem kritisiert die Behörde auch hier die Glücksspielelemente, weil diese bei entsprechend veranlagten Personen etwa zu Gewöhnungs- oder Abhängigkeitseffekten führen könnten.

Das ist auch der Grund, warum die Behörde eine Regulierung für nötig hält: Lootboxen könnten ähnlich wie "einarmige Banditen und Roulette" zu Sucht führen. Allerdings schreibt die Kansspelautoriteit, es gebe "keine Hinweise darauf, dass Lootboxen von Problemspielern oder süchtigen Spielern in großem Umfang geöffnet werden". Sie sieht aber die Gefahr, dass "sozial benachteiligte Gruppen ermutigt werden, Glücksspiele zu spielen".

Auslöser der Untersuchung waren Ende 2017 geführte Diskussionen um Lootboxen in Spielen wie Star Wars Battlefront 2 und Mittlerde: Schatten des Krieges, in denen Glücksspielelemente ein wichtiges Element waren. Jugendschützer, Politik und Behörden beschäftigen sich auch in anderen Ländern mit dem Thema, entsprechende Untersuchungen laufen unter anderem in Deutschland und den USA.  (ps)


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