Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/iphone-apple-verliert-klage-gegen-reparaturdienst-1804-133888.html    Veröffentlicht: 17.04.2018 11:45    Kurz-URL: https://glm.io/133888

iPhone

Apple verliert Klage gegen Reparaturdienst

Ein Reparaturshop in Norwegen hat mit Drittanbieterteilen iPhones repariert - das hat Apple nicht gefallen. Ein Gericht hat allerdings gegen den Weltkonzern entschieden: Der Besitzer des Ladens darf weiter Teile aus Asien verbauen, so lange sie kein sichtbares Apple-Logo aufweisen.

Der Besitzer eines iPhone-Reparaturshops in Norwegen hat eine Klage gegen Apple gewonnen, wie die Internetseite Motherboard berichtet. Apple hatte Henrik Huseby verklagt, da er Ersatzteile für seine Reparaturen verwendet, die nicht von Apple selbst stammen.

Apple hatte Huseby nach dessen Angaben das Angebot gemacht, die Strafverfolgung gegen eine Zahlung von knapp 2.900 Euro und der Zusage, künftig keine Displays von anderen Herstellern zu nutzen, einzustellen. Huseby hat sich gegen den Vergleich entschieden und es auf eine Klage ankommen lassen.

Reparaturdienst verstößt nicht gegen EU-Recht

Das norwegische Gericht hat nun zu seinen Gunsten entschieden. Laut EU-Recht ist es Huseby nicht untersagt, kompatible Displays aus Asien zu importieren und zu verbauen, so lange sie kein Apple-Logo aufweisen. Dann würden sie Apples Schutzmarke verletzen. Dem Bericht zufolge hat Huseby zwar Display-Einheiten mit Apple-Logo verwendet, die Kennzeichnung sei allerdings unkenntlich gemacht worden. Damit entsprechen die Ersatzteile dem geltenden Recht.

Das Gericht hat festgestellt, dass selbst bei fehlender Unkenntlichmachung die Dienstleistung rechtens wäre, da das Logo nicht für den Kunden sichtbar sei. Huseby hat die Ersatzteile auch nicht als Originalteile vermarktet. Laut dem Gericht sei Huseby für seine Reparaturen auf Teile angewiesen, die teilweise aus den gleichen Fabriken wie Originalersatzteile stammen und lediglich unkenntlich gemacht wurden. In einer interessanten Bemerkung fragten sich die Richter zudem, weshalb Apple überhaupt sein Logo auf so viele interne Komponenten drucke.

Apple hat gegen die Entscheidung, die aktuell vom nächsthöheren Gericht geprüft wird, Berufung eingelegt. Reparaturdienste, die offizielle Apple-Teile verbauen wollen, müssen diese bei Apple selbst kaufen, was teurer ist. Die Entscheidung des Gerichts könnte auf andere Dienstleister in Europa durchaus Einfluss haben, da sich die norwegische Rechtsprechung auf EU-Recht bezieht.  (tk)


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