Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/mobbing-sponsoren-distanzieren-sich-von-bully-hunters-1804-133847.html    Veröffentlicht: 15.04.2018 14:32    Kurz-URL: https://glm.io/133847

Mobbing

Sponsoren distanzieren sich von Bully Hunters

Vermutlich nicht gut gemeint, in jedem Fall aber schlecht gemacht: Eine Gruppe von Elitespielerinnen wollte scheinbar gegen Mobbing in Counter-Strike kämpfen. Nun entpuppt sich das Ganze unter anderem für die Sponsoren als Desaster.

Steel Series und andere Hardwarefirmen distanzieren sich von einer Aktion, die sie vor wenigen Tagen noch unterstützt haben. Dabei ging es um die Bully Hunters, zumindest dem Anschein nach eine Gruppe von Elitespielerinnen, die auf Bestellung etwa von Frauen, die in Counter-Strike gemobbt wurden, die "Bullys" - gemeint waren vor allem Machos - bekämpfen und möglichst vernichtend schlagen wollten.

Steel Series schreibt nun auf Facebook: "Die Art und Weise, wie Bully Hunters die Spielgemeinschaft repräsentierte, war falsch und unaufrichtig." Damit ist eine ganze Reihe von Dingen gemeint, mit denen die Gruppe in den vergangenen Tagen auch die grundsätzlich wohlgesonnenen Mitglieder der Community gegen sich aufbrachte.

So stellte sich unter anderem heraus, dass eine Twitch-Streamerin mit dem Pseudonym ZombiUnicorn, die als Vertreterin der Bully Hunters besonders stark die Öffentlichkeit suchte, in der Vergangenheit selbst extrem ausfällig gegen andere Spieler geworden war und im Grunde selbst Mobbing betrieben hatte. Außerdem war ein angeblich live ausgetragenes Match der Gruppe vermutlich eine Fälschung, wie in einem längeren Beitrag auf Reddit zu lesen ist. Vermutlich wurden mehrere Accounts, die in dem vermeintlichen Stream zu sehen sind, von nur einer Person gesteuert.

Steel Series wehrt sich gegen Vorwürfe, dass es sich bei den Bully Hunters um eine virale Marketingkampagne handelt. Man habe schlicht keine gute Arbeit geleistet, "um genau zu verstehen, was wir unterstützen", so das Unternehmen. Ähnlich argumentieren anderen Sponsoren. Vertagear kündigt das Ende der Unterstützung für die Aktion mit einer längeren Erklärung auf Facebook an.

Cyber Power PC fühlt sich laut einem Bericht auf One Angry Gamer "ein bisschen hinters Licht geführt", und steigt ebenfalls als Sponsor aus. Bislang meldete sich niemand von den Bully Hunters in der Sache zu Wort, die offizielle Webseite der Gruppe ist offline.  (ps)


Verwandte Artikel:
Counter-Strike: Elitespielerinnen wollen Machos jagen   
(13.04.2018, https://glm.io/133822 )
Inklusion: Begrenzte Karrierechancen für E-Sportler   
(20.03.2018, https://glm.io/133405 )
Mobbing auf Wikipedia: Content-Vandalismus, Drohungen und Beschimpfung   
(28.06.2016, https://glm.io/121626 )
Rockstar Games: Spieleklassiker Bully für Mobile-Geräte erhältlich   
(08.12.2016, https://glm.io/124962 )
Star Wars Battlefront 2: Action mit Ewoks   
(13.04.2018, https://glm.io/133837 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/