Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/counter-strike-elitespielerinnen-wollen-machos-jagen-1804-133822.html    Veröffentlicht: 13.04.2018 11:17    Kurz-URL: https://glm.io/133822

Counter-Strike

Elitespielerinnen wollen Machos jagen

Mit Unterstützung von Hardwareherstellern will eine Gruppe von Spielerinnen in Counter-Strike: Global Offensive gezielt Männer und Jungs ausschalten, die durch Pöbeleien und sexuelle Belästigung auffallen.

Eine Gruppe namens Bully Hunters will in Counter-Strike: Global Offensive gezielt Jagd auf Teilnehmer machen, die Spielerinnen sexuell belästigen und beleidigen, oder die anderweitig durch Fehlverhalten gegenüber weiblichen Gamern aufgefallen sind. 'Bully' steht dabei im Englischen für die auch in Deutschland wohlbekannte Mischung aus Alltagstyrann und aggressivem Redenschwinger.

Die Bully Hunters bestehen nach eigenen Angaben aus Elite- und Profispielerinnen, deren Namen allerdings im Normalfall anonym bleiben sollen. Hardwarehersteller wie Steel Series und Cyberpower PC unterstützten die Aktion, ebenso die National Organization for Women - die mit Abstand größte und einflussreichste feministische US-Organisation.

<#youtube id="YLf6rc0T7fY"> Die Gruppe will nicht von sich aus in Onlinepartien nach Machos und Pöblern suchen, sondern nur nach Aufforderung durch betroffene Frauen aktiv werden. Wer Opfer von "Belästigungen oder Beschimpfungen" geworden ist, kann sich auf der offiziellen Webseite an die Gruppe wenden.

Bevor der virtuelle Kampf gegen einzelne Bullys tatsächlich eröffnet wird, sollen diese beobachtet werden, damit nicht Unschuldige ins Visier der Jägerinnen geraten. Zumindest einige der Partien, in denen die Bully Hunters dann aktiv sind, sollen live auf Twitch übertragen werden.

Problematisches Sozialverhalten von Spielern hat gerade erst auf der GDC 2018 für viele Diskussionen gesorgt. Frauen müssen darunter besonders oft leiden, viele verzichten deshalb etwa auf Onlinespiele oder zumindest auf die Beteiligung am Sprachchat, um nicht als Spielerin erkannt zu werden. Das hat auch Folgen für die Betreiber der Spiele, die dadurch weniger Kunden und somit auch weniger Umsatz haben.

Im März 2018 wurde die Gründung der Fair Play Alliance bekanntgegeben. In diesem Verbund wollen Firmen wie Blizzard, Epic, Twitch, CCP Games, Riot Games und Microsoft gemeinsam daran arbeiten, dass Spieler bei der Ausübung ihres Hobbys fair und freundlich miteinander umgehen.  (ps)


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