Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/deutscher-computerspielpreis-witch-it-ist-das-deste-deutsche-spiel-1804-133769.html    Veröffentlicht: 11.04.2018 07:25    Kurz-URL: https://glm.io/133769

Deutscher Computerspielpreis

Witch It ist das beste deutsche Spiel

Der Multiplayertitel Witch It ist der große Gewinner bei der Verleihung des Deutschen Computerspielpreises in München gewesen. Das Spiel hat sich sogar gegen internationale Großproduktionen durchgesetzt.

Bei der Verleihung des Deutschen Computerspielpreises hat sich das gerade mal vierköpfige Hamburger Entwicklerstudio Barrel Roll Games mit seinem Witch It (Steam) als bestes deutsches Spiel durchgesetzt und dafür vom Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) einen Scheck in Höhe von 110.000 Euro überreicht bekommen. Bereits vorher gab es 75.000 Euro und den Preis für das beste Jugendspiel. Die Entwickler kündigten noch auf der Bühne an, das Geld in die Weiterentwicklung ihres Spiels zu investieren. Witch It setzte sich auch in der - nicht dotierten - Kategorie Bestes Internationales Multiplayerspiel gegen Großproduktionen wie Splatoon 2 und Monster Hunter World durch.

Die Veranstaltung fand am 10. April 2018 im Münchner Kesselhaus & Kohlebunker statt. Söder hielt die Eröffnungsrede und bezeichnete die Spielebranche als "eine der besten und zukunftsfähigsten Branchen überhaupt". Außerdem kündigte er eine Erhöhung der bayerischen Fördermittel an. Die Förderung der deutschen Entwicklerszene war generell Thema in vielen Gesprächen und Reden - schließlich stellte die amtierende Bundesregierung jüngst eine Förderung durch den Bund in Aussicht.

Die neue Staatsministerin für Digitales, Dorothee Bär (CSU), war erstmals seit Jahren nicht selbst vor Ort, sondern hielt eine Ansprache in einem aufwendig produzierten Einspieler. Größter Aufreger des Abends war, dass eine bekannte Fast-Food-Kette die Preisverleihung gesponsert hatte und damit erneut Klischees von Spielern und ungesundem Essen bestätigt schienen.

Neben dem Hauptpreis gab es weitere Kategorien. Als bestes Kinderspiel wurde Monkey Swag von Tiny Crocodile Studios und Kunst-Stoff ausgezeichnet, mit dem Kinder ihre Kenntnisse in Geometrie vertiefen können. Das beste Serious Game ist das ebenfalls für Kinder gedachte Fremdsprachenlernprogramm Vocabicar von Quantumfrog. Bestes mobiles Spiel wurde das ungewöhnliche Solitaire-Kartenspiel Card Thief von Arnold Rauers.

Der Preis für das beste Gamedesign ging an die Virtual-Reality-Version des Klassikers Townsmen von Handygames - einem kleinen Unternehmen, das wie der bayerische Ministerpräsident aus Franken stammt. Den Preis in der Kategorie Beste Inszenierung bekam das Weltraumspiel The Long Journey Home von Daedalic West. Für die beste Innovation wurde Huxley von Exit Adventures aus Berlin ausgezeichnet - das erste deutsche Virtual-Reality-Live-Adventure, also letztlich ein Live Escape Game, bei dem die Teilnehmer gemeinsam spielerisch aus gefährlichen Situationen entkommen müssen.

Der Sonderpreis der Jury ging an die von Spiele-Influencern einmal im Jahr durchgeführte Charity-Veranstaltung Friendly Fire, der Publikumspreis an das Rollenspiel Elex von Piranha Bytes. Die Nachwuchspreise bekamen Fading Skies von Marc Fleps (HAW Hamburg), Realm of the Machines von einem Team der Mediadesign Hochschule München, Ernas Unheil von einem Team der HTW Berlin und Sunset Devils von Andreas Illenseer (Carl-Hofer-Schule Karlsruhe). Bei den undotierten Preisen für internationale Titel gewann Assassin's Creed Origins den Preis für das beste internationale Spiel und Horizon Zero Dawn den für die beste Spielewelt.

Der Deutsche Computerspielpreis wird seit 2009 einmal im Jahr verliehen. Er gilt als Förderpreis: Die Gewinner sollen das Preisgeld - in diesem Jahr insgesamt 560.000 Euro - in neue Projekte investieren. 2018 reichten Entwickler 432 Spiele für eine der 13 Kategorien ein - mehr als je zuvor. Die Gewinner werden laut den Veranstaltern "von Fach- und Hauptjurys nach Aspekten wie Qualität, Innovationsgehalt, Spielspaß sowie kulturellem und pädagogischem Anspruch" ausgewählt. Über die Vergabe des Publikumspreises entscheiden Spieler bei einem Onlinevoting.  (ps)


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