Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/maschinelles-lernen-google-mitarbeiter-protestieren-gegen-militaerprojekt-maven-1804-133733.html    Veröffentlicht: 09.04.2018 15:22    Kurz-URL: https://glm.io/133733

Maschinelles Lernen

Google-Mitarbeiter protestieren gegen Militärprojekt Maven

Mehr als 3.100 Mitarbeiter von Google sind gegen die militärische Nutzung ihrer KI. Ein offener Brief an den CEO Sundar Pichai wurde als Protest gegen Projekt Maven verfasst. Auch alteingesessene Mitarbeiter haben das Dokument unterschrieben.

In einem öffentlichen Brief an die Unternehmensführung haben sich Tausende Google-Mitarbeiter gegen die Involvierung des Arbeitgebers in Militärprojekte ausgesprochen. Grund dafür ist die Verwendung des KI-Frameworks von Google in militärischen Drohnen unter dem Projektnamen Maven. Laut der US-Zeitung New York Times seien unter den Kritikern auch einige Senior-Entwickler.

Als Aufmacher für den Protestbrief nutzen die mehr als 3.100 Befürworter das Unternehmensmotto "Don't be Evil" - also "Sei nicht böse". Allerdings sind nicht alle Google-Mitarbeiter gegen das Projekt, heißt es. Der Brief richtet sich an die Geschäftsführung und CEO Sundar Pichai persönlich. "Wir denken, dass Google nicht in das Geschäft mit dem Krieg involviert sein sollte. Deshalb wünschen wir uns, dass Projekt Maven eingestellt wird." Gleichzeitig fordern die Kritiker eine Google-Richtlinie, die die Mitarbeit an Kriegsführungstechnologie verbietet.

Gegenargument: nur Spionagezwecke

In einer Stellungnahme antwortet ein Google-Represäntant: "Google arbeitet an einem Teil von Maven - speziell Technik, die auf nichtoffensive Zwecke ausgelegt ist." Maven nutzt Machine Learning von Google, um Spionagebilder automatisiert auszuwerten und zu kategorisieren - etwa feindliche Stellungen oder Truppenbewegungen. Diese Informationen können schlussendlich genutzt werden, um Angriffe zu planen.

Neben Google sind auch andere große Unternehmen wie Amazon mit dem Bilderkennungssystem Rekognition for Defense und Microsoft mit Azure Government vertreten. Das wundert wenig, schließlich sind Militäraufträge oftmals sehr lukrativ und Langzeit-Service-Verträge dort sehr gut umsetzbar.  (on)


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