Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/sicherheit-zugang-zu-10-000-kundendaten-im-ungesicherten-onlineshop-1804-133727.html    Veröffentlicht: 09.04.2018 10:54    Kurz-URL: https://glm.io/133727

Sicherheit

Zugang zu 10.000 Kundendaten im ungesicherten Onlineshop

Daten unverschlüsselt im Netz zu speichern, ist bekannterweise nicht sinnvoll. Ein britischer Onlinehandel für Drohnen hat trotzdem Kundendaten, Kreditkarteninformationen und Transaktionen in Klartext abgelegt. Die britische Regierung ist betroffen und verlangt eine Löschung.

Der britische Onlinehändler für Drohnen, Dronesforless.co.uk, hat Kundendaten und Transaktionen in einer komplett unverschlüsselten Form gespeichert. Das Onlinemagazin The Register konnte mehr als 10.000 Kaufbelege einsehen - ohne Passwortabfrage oder andere Sicherheitsmaßnahme. Der Autor des entsprechenden Berichts sagte, dass "sogar Großeltern, die Internet Explorer nutzen", an die Daten herangekommen wären. Datensätze enthalten Informationen wie Geräte, die sich mit der Seite verbunden haben, die letzten vier Zahlen von Kreditkartennummern, deren Besitzer und welche Gegenstände für wie viel Geld gekauft wurden.

Unter den Käufern seien laut The Register ein Polizeibeamter, der sich die Drohne DJI Phantom 3 auf seine Arbeit liefern ließ, ein britischer Stabsoffizier (Major) der Army-Reserve und ein Beamter des britischen Verteidigungsministeriums. Ein Mitglied der National Crime Agency habe sogar seine eigentlich sicher zu haltende berufliche E-Mail-Adresse mit der Endung .gsi.gov.uk für eine Bestellung eingetragen. Sicherlich könnten diese Käufe für die Regierung selbst getätigt worden sein, wahrscheinlicher ist allerdings, dass sich die betroffenen Personen einfach ihre Hobbyartikel direkt auf die Dienststelle bestellt haben.

Daten in Klartext gespeichert

Ein Infosec-Forscher hat sich zu der Sicherheitslücke geäußert: "Diese Informationen sollten in einer (sicheren) Datenbank gespeichert und sollten vor allem nicht in Klartext im Internet gespeichert werden!" Das lässt darauf schließen, dass der Händler seine Daten in einer simplen Textdatei und nicht in einer strukturierten SQL- oder NoSQL-Datenbank gespeichert hat.

Der Händler, der sich nach einer Untersuchung als kanadisches Unternehmen herausstellt, hat The Register keine Antwort oder Stellungnahme gegeben. Derweil hat sich die britische Regierung gemeldet und das Unternehmen aufgefordert, alle öffentlich zugänglichen Daten zu löschen. Wie gut das funktioniert, hat allerdings schon der Cambridge-Analytica-Vorfall und der Umgang mit den Facebook-Nutzerdaten gezeigt - nämlich gar nicht.  (on)


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