Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/facebook-messenger-zuckerbergs-nachrichten-heimlich-auf-nutzerkonten-geloescht-1804-133702.html    Veröffentlicht: 06.04.2018 11:29    Kurz-URL: https://glm.io/133702

Facebook Messenger

Zuckerbergs Nachrichten heimlich auf Nutzerkonten gelöscht

Es kann durchaus praktisch sein, wenn das eigene Unternehmen die Kommunikationskanäle kontrolliert. Facebooks Firmenchefs wissen das für ihre Zwecke auszunutzen.

Das soziale Netzwerk Facebook löscht einem Medienbericht zufolge nachträglich die Kommunikation von hochrangigen Managern in den Nutzerkonten der Gesprächspartner. Das US-Magazin Techcrunch berichtete unter Berufung auf mehrere nicht namentlich genannte Quellen, dass frühere Nachrichten von Facebook-Chef Mark Zuckerberg aus Chatverläufen verschwunden seien, während die Antworten der Empfänger weiterhin zu sehen seien. Facebook habe erst auf Nachfrage eingeräumt, aus Gründen der Konzernsicherheit die Inhalte zu löschen. Die Empfänger seien ebenfalls nicht darüber informiert worden.

Normalerweise ist es nicht möglich, Nachrichten nachträglich von Messenger-Konten zu löschen, an die sie gesendet wurden. Auch wenn man sie im eigenen Chatverlauf löscht, werden sie beim Empfänger weiterhin angezeigt. Es gibt auch es kein Verfallsdatum bei den Nachrichten, von dem an ältere Mitteilungen automatisch verschwinden.

Facebook verweist auf Sony-Hack

Doch Facebook macht bei Zuckerberg und einigen hochrangigen Managern eine Ausnahme. "Nachdem die E-Mails von Sony Pictures im Jahr 2014 gehackt wurden, haben wir eine Reihe von Änderungen vorgenommen, um die Kommunikation unserer Führungskräfte zu schützen. Dazu gehörte die Begrenzung der Speicherdauer für Marks Nachrichten im Messenger. Wir haben dies in voller Übereinstimmung mit unseren gesetzlichen Verpflichtungen zur Aufbewahrung von Nachrichten getan", teilte das Unternehmen auf Anfrage von Techcrunch mit.

Den Recherchen zufolge geht das Unternehmen dabei recht selektiv vor. Demnach sind neuere Nachrichten Zuckerbergs weiterhin im Chatverlauf zu finden. Manche Nutzer könnten noch ältere Nachrichten lesen, die von vor 2014 stammten.

Befürchtet Facekbook Leaks?

Die Hintergründe für das Vorgehen sind unklar. Das Argument, sich auf diese Weise vor Hackern schützen zu wollen, scheint nicht sehr plausibel. Schließlich betrifft die Nachrichtenlöschung nicht nur die interne Kommunikation, sondern auch Mitteilungen an Empfänger außerhalb des Unternehmens. Normalerweise ist es Unternehmen nicht möglich, beispielsweise E-Mails nachträglich in den Postfächern anderer Firmen zu löschen.

Techcrunch spekuliert daher, dass Facebook möglicherweise verhindern will, dass heikle Aussagen von Zuckerberg oder anderen Managern geleakt werden könnten. So wie im Jahr 2010, als ein Chat publik wurde, in dem sich Zuckerberg als 19-Jähriger sehr abfällig über den Schutz der Privatsphäre auf Facebook geäußert hatte.  (fg)


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