Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/aws-sagemaker-und-s3-daten-in-nur-einer-verfuegbarkeitszone-preiswerter-speichern-1804-133678.html    Veröffentlicht: 05.04.2018 10:51    Kurz-URL: https://glm.io/133678

AWS Sagemaker und S3

Daten in nur einer Verfügbarkeitszone preiswerter speichern

AWS kündigt Neuerungen bei seinem Cloud-Speicher S3 an: Es wird ein preiswertes Angebot geben, das Daten in nur einer Verfügbarkeitszone speichert. Das verringert die Redundanz, könnte für deutsche Unternehmen aber ein Plus sein. Auch der KI-Editor Sagemaker wird verbessert.

Auf der Hausmesse AWS Summit 2018 in San Francisco hat der Cloud-Provider Amazon Web Services neue Produkte in den Bereichen Machine Learning und bei seiner omnipräsenten S3-Daten-Cloud vorgestellt. Es gibt eine neue Funktion beim Ende 2017 vorgestellten KI-Editor Sagemaker: Dort können Entwickler ihre Modelle jetzt in Containern aus der Cloud herunterladen und lokal an ihnen Änderungen vornehmen.

Da AWS Datenverkehr nach übertragenen Megabytes berechnet, spart das Kosten im Gegensatz zum Online-Arbeiten direkt in der Cloud. AWS könnte das zusätzlich Ressourcen einsparen, die das Unternehmen an andere Kunden weitervermietet. Neu in Sagemaker ist auch, dass der Dienst quelloffene Container unterstützt. Die Machine-Learning-Frameworks Tensorflow 1.6.0 und Apache MXNet 1.1.0 werden künftig ebenfalls mit Sagemaker funktionieren.

Preiswerter Cloud-Speicher mit Einschränkungen

Abseits von Sagemaker gibt es Neuigkeiten beim Kernprodukt S3. AWS will das neue Angebot One Zone Infrequent Access für gelegentlichen Zugriff auf Einzelzonen einführen. Kunden können diesen Dienst buchen und sparen dabei etwa 20 Prozent Geld im Vergleich zu bereits existierenden Angeboten. Die US-Dollarpreise ergeben 1 US-Cent pro Monat und pro in der Cloud gespeichertem Gigabyte. Die Standardversion von Infrequent Access kostet 1,25 US-Cent, der uneingeschränkte S3-Zugriff kostet 2,3 US-Cent.

Der Nachteil des neuen Produkts: Daten können nur in einer einzigen Verfügbarkeitszone abgelegt werden und sind damit weit weniger redundant und gestreut, was die Ausfallwahrscheinlichkeit des Dienstes erhöht. AWS gibt eine Verfügbarkeit von 99 Prozent rund um die Uhr an. In der IT ist das ein schlechter Wert, denn theoretisch könnte mehr als drei Mal im Jahr kein Zugriff auf die Cloud möglich sein. Der Standard-S3-Dienst hat beispielsweise eine Zuverlässigkeitsrate von 99,99 Prozent für durchschnittlich einen Ausfall in 27,4 Jahren.

Gerade für hierzulande vorherrschende Datenschutzbedenken könnte die Beschränkung auf eine Verfügbarkeitszone aber auch ein Vorteil sein, wenn Daten nur in Rechenzentren in Westeuropa abgelegt werden.  (on)


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