Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/xperia-xz2-compact-im-test-sonys-kompaktes-top-smartphone-bleibt-konkurrenzlos-1804-133668.html    Veröffentlicht: 11.04.2018 08:55    Kurz-URL: https://glm.io/133668

Xperia XZ2 Compact im Test

Sonys kompaktes Top-Smartphone bleibt konkurrenzlos

Sony konzentriert sich beim Xperia XZ2 Compact erneut auf die alte Stärke der Serie und steckt ein technisch hervorragendes Smartphone in ein kompaktes Gehäuse. Heraus kommt ein kleines Gerät, das kaum Wünsche offenlässt und in dieser Größenordnung im Grunde ohne Konkurrenz ist.

Aktuelle Top-Smartphones sind normalerweise vor allem eins: nicht klein. Waren bis vor einigen Jahren derartige Geräte mit 5-Zoll-Displays noch reichlich am Markt zu finden, gehen Fans kleinerer Smartphones heute meist leer aus. Sony ist einer der wenigen Hersteller, die noch Topgeräte in dieser Größenordnung herausbringen - so wie das neue Xperia XZ2 Compact.

Das Xperia XZ2 Compact ist wieder ein kompaktes Smartphone mit hochwertiger Ausstattung der Oberklasse geworden. Zwischenzeitlich war der japanische Hersteller von diesem Konzept etwas abgewichen und brachte Compact-Geräte mit einem Mittelklasse-Prozessor heraus - davon kann bei dem neuen Modell allerdings keine Rede sein.

Snapdragon 845 sorgt für schnelles System

Im Inneren des 5-Zoll-Gerätes steckt Qualcomms Snapdragon 845, und damit einer der aktuell leistungsfähigsten mobilen Chipsätze. Zusammen mit 4 GByte Arbeitsspeicher, die beim aktuellen Stand der Software absolut ausreichen, und 64 GByte Flash-Speicher bietet das Xperia XZ2 Compact ausreichend Leistung für alle denkbaren Nutzerszenarien. Sowohl alltägliche Aufgaben als auch rechenintensive Anwendungen wie Spiele sind für das kleine Smartphone kein Problem.

Das zeigt sich auch bei den Benchmark-Tests, in denen das Smartphone entsprechend der Prozessorausstattung gut abschneidet. Im Geräte-Benchmark Geekbench 4.1 kommt es auf einen Single-Wert von 2.446 Punkten. Zum Vergleich: Das Oneplus 5T mit seinem Snapdragon 835 schafft knapp 2.000 Punkte. Das Galaxy S9 mit seinem Exynos 9810 erreicht mit 3.755 Punkten im Single-Test einen besseren Wert, im Multi-Test hingegen liegen die beiden Geräte mit 8.509 (Xperia XZ2 Compact) und 8.953 (Galaxy S9) etwas näher beieinander.

Das LC-Display hat eine Auflösung von 2.160 x 1.080 Pixeln, ist also das erste Gerät der Compact-Reihe mit Full HD. Entsprechend hoch ist die Pixeldichte: Dank 483 ppi werden auch feine Details wie kleine Schrift scharf angezeigt. Die Farben sind natürlich, aber nicht zu fade, die Blickwinkelstabilität ist gut. Mit 480 cd/qm ist das Display hell genug, um auch bei starkem Lichteinfall noch Inhalte erkennen zu können.

Design wirkt frischer

Sony hat wie beim Xperia XZ2 auch beim Compact-Modell das Design verglichen mit seinen vorigen Smartphones deutlich verändert. Das Gerät wirkt wesentlich weniger kantig, was vor allem an der geschwungenen Rückseite liegt. Anders als beim Xperia XZ2 ist diese beim Compact-Modell nicht aus Glas, sondern aus mattem Polycarbonat. Das finden wir nicht schlimm, der Kunststoff fühlt sich gut an. Die Verarbeitung des Smartphones ist bis auf eine kleine Stelle mit einem etwas zu großen Spaltmaß gut. Auf der Rückseite befindet sich ein Fingerabdrucksensor, der schnell reagiert. Er ist nicht mehr im Einschalter verbaut wie bei den vorigen Sony-Smartphones.

Das Display hat das Format 2:1, entsprechend ist es etwas länger als beim Vorgänger-Compact-Gerät. Erfreulicherweise hat Sony den Rahmen um den Bildschirm herum schmaler gemacht - die breiten Ränder waren bei den vorigen Sony-Smartphones einer unserer Kritikpunkte. Der neue Rahmen ist auch noch nicht extrem schmal, insgesamt wirkt das Design des Gerätes aber moderner und weniger antiquiert. Liebhaber des alten Designs könnte die Modernisierung hingegen weniger gefallen, da sie auch für eine Anpassung an Designs anderer Smartphones steht.

Der Bildschirm des Xperia XZ2 Compact kann auch HDR-Aufnahmen wiedergeben. Das ist vor allem deshalb interessant, da auch die Hauptkamera Videos in HDR aufnehmen kann. Die HDR-Aufnahmefunktion kann im Full-HD- oder 4K-Modus hinzugeschaltet werden und sorgt für eine bessere Bilddynamik. Allerdings muss Sony bei der Funktion noch etwas nachbessern: Sowohl in Full HD als auch in 4K bemerken wir bei unseren Aufnahmen kleine Ruckler, die bei längerer Betrachtung keinen Spaß machen.

Kamera macht bessere Bilder als bei Vorgängermodellen

Mit 19 Megapixeln und einer Anfangsblende von f/2.0 verfügt das Xperia XZ2 Compact über die gleiche Kamera wie das Xperia XZ2 und seine Vorgänger. Allerdings hat Sony die Software verbessert, die mit dem neuen Smartphone gemachten Fotos sehen entsprechend besser aus. Das macht sich besonders in den Details bemerkbar, die weitaus weniger schwammig wirken als noch bei früheren Sony-Smartphones.

Tageslichtbilder sind gut belichtet und zeigen eine gute Schärfe. In der Detailvergrößerung ist sichtbar, dass Sony bei seinem neuen Smartphone stark nachschärft, was entsprechend zu Artefakten führt. Vergleichen wir das etwa mit dem Galaxy S9, so ist der Bildeindruck dort zwar weniger scharf, dafür aber weitaus störungsfreier. Bei Aufnahmen mit schlechterer Beleuchtung werden die Artefakte beim Sony-Gerät stärker.

Bilder sind gut belichtet und zeigen gute Details

Insgesamt ist der Bildeindruck aber gut: Die Aufnahmen, die wir mit dem Xperia XZ2 Compact machen, sind gut belichtet, die Farben werden realistisch wiedergegeben. Aufgrund der fehlenden zweiten Hauptkamera bietet das Smartphone allerdings keinen besonders guten Porträtmodus - wenngleich Google bei seinen Pixel-2-Modellen zeigt, dass das auch mit nur einer Kamera gut funktionieren kann. Sony arbeitet an einer Dualkamera, die bisher allerdings noch nicht in die Smartphones verbaut wird. Denkbar ist auch, dass der Hersteller den bestehenden Modus noch über die Software verbessert.

Die Frontkamera ist mit einer Auflösung von 5 Megapixeln eher unspektakulär, ermöglicht uns aber, mit Hilfe der Sony-App 3D Creator dreidimensionale Modelle unseres Gesichtes anzufertigen. Das klappt in unseren Tests sehr gut, allerdings ist fraglich, wie oft Nutzer diese Funktion tatsächlich verwenden. Für unseren Geschmack ist der 3D-Scan eher eine Spielerei als ein ausschlaggebendes Merkmal für den Kauf des Smartphones. Das dürfte beim Xperia XZ2 Compact doch eher die Größe des Smartphones sein.

Mit der Hauptkamera können wir nicht nur 4K-Videos drehen, sondern auch Zeitlupenaufnahmen mit 960 fps und 1080p. Wie beim Galaxy S9 von Samsung ist der Aufnahmebereich für die Zeitlupe allerdings nur 0,2 Sekunden lang. Wir müssen die Zeitlupenaufnahme manuell starten, eine automatische Erkennung wie beim Galaxy S9 gibt es nicht - das macht es mitunter etwas schwierig, den richtigen Moment zu erwischen.

Weitere Hardware auf Oberklasseniveau

Die restliche Hardware ähnelt der des Xperia XZ2: Das Compact-Modell unterstützt Cat15-LTE sowie WLAN nach 802.11ac. Bluetooth läuft in der Version 5.0, ein NFC-Chip und ein GPS-Modul sind eingebaut. Geladen wird das Smartphone über einen USB-C-Anschluss, der auch USB 3.1 Gen1 unterstützt. Einen Klinkenanschluss für Kopfhörer hat das Xperia XZ2 Compact nicht mehr, Sony legt dem Gerät einen Adapter bei.

Dennoch dürfte dieser Schritt für manche Nutzer ärgerlich sein: Zwar hat Sony wieder eine Reihe von Audioverbesserungsalgorithmen wie DSEE HX installiert, das Smartphone unterstützt aber nicht mehr Sonys Noise-Cancelling-Kopfhörer. Sony zufolge ist dies aufgrund des neuen USB-Anschlusses nicht möglich gewesen; Nutzer mit einem entsprechenden Kopfhörer können diesen mit dem neuen Modell schlicht nicht mehr verwenden.

Nicht verbaut hat Sony beim Compact-Modell das Dynamic Vibration System. Dieses visualisiert tiefe Frequenzen, indem es sie als Vibrationen wiedergibt. Der Nutzen dieser Funktion ist fraglich, weshalb es uns nicht stört, dass Sony sie beim Compact-Modell nicht implementiert hat.

Der Akku des Xperia XZ2 Compact hat eine Nennladung von 2.870 mAh. Wir können einen Full-HD-Film bei voller Helligkeit über 6,5 Stunden lang anschauen. Das ist kein atemberaubender Wert, einen Tag lang hält das Smartphone bei normaler Nutzung aber problemlos durch. Ausgeliefert wird das Smartphone mit Android 8.0, die Benutzeroberfläche ähnelt in vielen Bereichen dem puren Android.

Verfügbarkeit und Fazit

Das Xperia XZ2 Compact kostet 600 Euro und soll im Mai 2018 in den Handel kommen.

Fazit

Sony bleibt im Android-Bereich der einzige Hersteller, der ein leistungsfähiges Smartphone mit Topausstattung in einem kompakten Gehäuse anbietet. Das Xperia XZ2 Compact profitiert aber nicht nur vom schnellen Prozessor: Sony hat eine Reihe von Dingen verbessert, die uns seit einiger Zeit bei Geräten des japanischen Herstellers stören.

So macht das Xperia XZ2 Compact bessere Bilder als seine Vorgänger, obwohl die Kamera von der Hardware her identisch ist. Ermöglicht wird das durch eine verbesserte Software, die mit dem Detailmatsch von früher Schluss macht. Im direkten Vergleich zur Bildqualität des Galaxy S9 erreicht das Xperia XZ2 Compact zwar nicht die gleiche Feinheit im Detail, die Qualitätsverbesserung ist für uns aber sichtbar.

Ebenfalls positiv finden wir die Designänderungen: Das Xperia XZ2 Compact sieht moderner aus als seine Vorgänger. Sony hat sich vom kantigen Design abgewendet. Dieses hatte eine Zeit lang durchaus seinen Charme, zuletzt empfanden wir es aber als antiquiert. Die geringe Größe des Smartphones in Verbindung mit der verbauten Technik führt dazu, dass das Xperia XZ2 Compact mit über 12 mm recht dick ist. Es liegt aber dennoch gut in der Hand.

Der Snapdragon 845 liefert auch im Xperia XZ2 Compact eine starke Leistung. Im Vergleich der Single-Werte führt zwar Samsungs Exynos 9810, im Multi-Test liegen die beiden Chips aber nah beieinander. Das neue SoC ermöglicht unter anderem auch die Zeitlupenfunktion mit 960 fps.

Im Bereich um die 5 Zoll ist das Smartphone einzigartig

Wer ein Smartphone mit Top-Ausstattung im Größenbereich von 5 Zoll sucht, wird kaum ein besseres als das Xperia XZ2 Compact finden. Sony hat sich nach dem Ausrutscher mit dem Xperia X Compact, das mit einem Mittelklasse-SoC erschien, wieder erholt und bietet seine Compact-Reihe auch in diesem Jahr wieder mit einem Oberklasse-Chip an. Das wertet die Serie auf und macht sie zu einem einzigartigen Produkt, für das es kaum nennenswerte Alternativen gibt.  (tk)


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