Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/next-thing-co-macher-des-9-dollar-minirechners-c-h-i-p-sind-insolvent-1804-133661.html    Veröffentlicht: 04.04.2018 11:57    Kurz-URL: https://glm.io/133661

Next Thing Co.

Macher des 9-Dollar-Minirechners C.H.I.P. sind insolvent

Auf Kickstarter konnte Next Thing Co. mehr als 2 Millionen US-Dollar mit seinem preiswerten Bastelrechner C.H.I.P. sammeln. Ab 9 US-Dollar konnten Kunden einen vollwertigen Rechner erhalten. Trotz des interessanten Produkts inklusive Handheld-Gehäuse ist für den Hersteller aber Schluss.

Der Hersteller des Linux-Bastelrechners C.H.I.P. muss schließen. Darauf deuten zumindest viele Hinweise in Forendiskussionen des Unternehmens Next Thing Co. hin. Demnach sei das Firmenbüro geräumt und zur Neuvermietung ausgeschrieben. Außerdem gibt es entsprechende Insolvenzdokumente. C.H.I.P. ist insofern besonders, als er auf einer sehr klein gehaltenen Platine Platz findet - nur 60 x 40 mm misst sie.

Auf dem Mainboard ist ein Allwinner-A13-Einkernprozessor mit 1 GHz Taktrate und Mali400-Grafikkarte aufgelötet. Der Rechner verfügt zudem über 512 MByte Arbeitsspeicher und 4 GByte Flash als Massenspeicher. Trotz der geringen Größe sind ein USB-A-Port und ein Micro-USB-Port an der Seite zu finden. Zwei 40-Pin-GPIO-Schnittstellen quetscht der Hersteller noch auf die Platine. Ein Nachteil ist allerdings, dass ein Bildschirm nur per Adapterplatine angeschlossen werden kann. Alternativ können Nutzer den Minirechner über WLAN fernsteuern. Bluetooth ist ebenfalls integriert.

Für 9 US-Dollar ein vollwertiger Minirechner

Für dieses kleine Gesamtpaket verlangt Next Thing Co. in seiner Kickstarter-Kampagne lediglich 9 US-Dollar. Dort werden auch diverse Zubehörteile angeboten. Der Pocket C.H.I.P. ist etwa ein Gehäuse mit Bildschirm und Tastatur, das stark an einen Game Boy erinnert. Im Bundle kosten Platine und Gehäuse 49 US-Dollar. Andere Kombinationen sind etwa der Computer und ein HDMI-Adapter für 24 US-Dollar oder ein Set mit Akku für 19 US-Dollar. Zusammengenommen konnte der Hersteller mehr als 2 Millionen US-Dollar durch 39.560 Unterstützer einnehmen.

Viele Unternehmen konnten mit weitaus weniger Kapital überleben. Es ist nicht ganz klar, ob Fehlentscheidungen und Misskalkulationen für die Insolvenz verantwortlich sind. Fakt ist, dass Next Thing Co. nicht das erste Unternehmen ist, das Erwartungen der Backer nicht erfüllen kann - und sicherlich auch lange nicht das letzte. Das Ende für den C.H.I.P. ist damit aber nicht festgelegt. Es können sich mit Sicherheit einige Käufer für das Produkt finden, die es dann weitervertreiben. Ein alternatives Produkt wäre beispielsweise der Raspberry Pi Zero W, der allerdings etwa 25 Euro kostet.  (on)


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