Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/low-boom-flight-demonstrator-lockheed-baut-leises-ueberschallflugzeug-1804-133656.html    Veröffentlicht: 04.04.2018 10:11    Kurz-URL: https://glm.io/133656

Low-Boom Flight Demonstrator

Lockheed baut leises Überschallflugzeug

Mit Überschallgeschwindigkeit nicht nur über den Atlantik, sondern auch über Kontinente: Der US-Luftfahrtkonzern Lockheed Martin baut für die US-Raumfahrtbehörde Nasa den Prototyp eines leisen Überschalljets. Er soll der Nachfolger der Concorde werden.

Die Überschallflieger kommen wieder. Der US-Luftfahrtkonzern Lockheed Martin baut den Prototyp eines Überschallflugzeugs, das so konzipiert ist, dass es nur einen geringen Überschallknall erzeugt. Der Low-Boom Flight Demonstrator soll 2021 fertig sein.

Das Flugzeug wird in einer Höhe von rund 16 Kilometern unterwegs sein und soll eine Geschwindigkeit von etwa 1.500 Kilometern pro Stunde erreichen. Trotz der Überschallgeschwindigkeit soll das Flugzeug keinen Überschallknall erzeugen, dessentwegen Flüge von Überschalljets über Land verboten sind. Wegen seiner Rumpfform soll das neue Überschallflugzeug leise sein. Das Geräusch, das es emittiert, soll auf der Erde kaum wahrnehmbar sein.

Bisher existiert ein Modell des Low-Boom Flight Demonstrators, das im Windkanal getestet wurde. Lockheed Martin wird einen Prototyp bauen, der groß genug ist, dass er von einem Piloten gesteuert werden kann. Das Flugzug bekommt eine X-Kennung - die X-Flugzeuge dienen zur Erprobung neuer Techniken oder Bauarten.

Auftraggeber ist die US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics and Space Administration, die Lockheed Martin dafür 247,5 Millionen US-Dollar zur Verfügung stellt. Mit dem neuen X-Flugzeug will die Nasa Flüge über Städte durchführen, um die Schallemissionen zu messen. Die Daten will die Nasa der US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) sowie der International Civil Aviation Organization (ICAO) zur Verfügung stellen, damit neue Regeln für Überschallflugzeuge geschaffen werden können.

Ziel ist, wieder Verkehrsmaschinen zu bauen, die wie die Concorde mit Überschallgeschwindigkeit unterwegs sind. Die Nasa arbeitet seit einigen Jahren an Techniken, um den Überschallknall zu reduzieren. Dazu wurden beispielsweise Kampfjets der US-Luftwaffe beim Durchbrechen der Schallmauer fotografiert.

Neben der Nasa arbeiten auch diverse Flugzeughersteller an zivilen Überschallflugzeugen, darunter das US-Unternehmen Boom Technologies.  (wp)


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