Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/firefox-mozilla-sperrt-facebook-in-den-container-1803-133555.html    Veröffentlicht: 27.03.2018 17:56    Kurz-URL: https://glm.io/133555

Firefox

Mozilla sperrt Facebook in den Container

Ein Addon soll die Privatsphäre von Facebook-Nutzern zumindest ein wenig besser schützen: Facebok Container. Dem sozialen Netzwerk wird so der Zugriff auf Informationen anderer Webseiten versperrt.

Mozilla hat eine neue Browsererweiterung vorgestellt, die Facebooks notorische Datensammelei einschränken soll. Mit den Vorgängen um die umstrittene Firma Cambridge Analytica hat das zwar nichts zu tun, Mozilla hat die Entwicklung des Plugins aber beschleunigt. Der Containermodus soll vor allem verhindern, dass Facebook Informationen über das Verhalten der Nutzer außerhalb der Plattform sammelt.

Mozilla selbst schreibt, dass das neue Addon die Weitergabe von Informationen an Cambridge Analytica nicht hätte verhindern können. Es sei dennoch ein Werkzeug, um sich vor "unerwünschten Nebenwirkungen" der Nutzung von Facebook zu schützen. Bislang kann Facebook detaillierte Informationen über das Surfverhalten von Nutzern sammeln, etwa wenn Webseiten einen aktivierten Facebook-Button anbieten oder die Nutzer von Facebook aus Links anklicken.

Nach der Installation des Addons werden Nutzer zunächst aus Facebook ausgeloggt und alle Cookies gelöscht. Beim nächsten Login wird Facebook in einem blau markierten "Container-Tab" geladen. Wenn Nutzer nun auf einen Link im sozialen Netzwerk klicken, wird dieser außerhalb des Containers geladen. Facebook kann dann nicht mehr nachvollziehen, welche Seiten besucht wurden.

Facebook sammelte Metadaten

Wenn auf einer externen Webseite der Like-Button betätigt wird, wird diese Seite im Container-Modus neu geladen. Erst zu diesem Zeitpunkt würde das Unternehmen dann über die Vorlieben der Nutzer informiert. Am Wochenende war bekanntgeworden, dass Facebook über mehrere Jahre hinweg Metadaten von Anrufen und SMS-Nachrichten von Android-Smartphones gesammelt hatte, wenn eine der Apps des Konzerns installiert war.

In den vergangenen Tagen formierte sich eine Bewegung, die Nutzer zum Verzicht auf Facebook aufforderte. Für viele ist das aber auf Grund des Netzwerkeffektes keine realistische Option. Mit dem Addon will Mozilla zumindest eine datensparsamere Nutzung von Facebook ermöglichen. Das Addon schützt natürlich nur bei der Verwendung von Firefox und nicht, wenn etwa die Android-App genutzt wird. Die Android-Version von Firefox ermöglicht allerdings ebenfalls die Nutzung von Erweiterungen. Mozilla verspricht im Übrigen, keine Daten über die Nutzung von Firefox Container zu sammeln: Man wisse nur, wie oft diese zum Browser hinzugefügt oder wieder entfernt werde.  (hg)


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