Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/wsl-microsoft-legt-linux-loader-fuer-windows-offen-1803-133550.html    Veröffentlicht: 27.03.2018 14:20    Kurz-URL: https://glm.io/133550

WSL

Microsoft legt Linux-Loader für Windows offen

Mit Hilfe des Windows Subsystem für Linux (WSL) lassen sich Linux-Anwendungen auch auf Windows-Systemen nutzen. Dazu werden bestimmte Distributionen über den Windows-Store verteilt. Der Startmechanismus dafür ist nun Open Source.

Vor rund zwei Jahren hat Microsoft in einem ziemlich überraschenden Schritt ein Windows-Subsystem angekündigt, das dazu gedacht ist, Linux-Anwendungen unverändert auszuführen - das Windows Subsystem für Linux (WSL). Helfen soll das vor allem Entwicklern. Zur Nutzung der Funktion müssen die Anwender Distributionen über den Windows-Store beziehen. Microsoft stellt nun darüber hinaus aber auch Referenzcode frei zur Verfügung, der für den WSL-Start gedacht ist.

"Wir wissen, dass viele Linux-Distributionen vollständig auf Open-Source-Software angewiesen sind. Deshalb möchten wir das WSL stärker an die OSS-Community heranführen. Wir hoffen, dass die Offenlegung dieses Projekts dazu beitragen wird, das Engagement der Community zu steigern und mehr Distributionen in den Microsoft Store bringen wird", schreibt Microsoft in der Ankündigung.

Das Unternehmen erhofft sich von dem Schritt, dass Distro-Maintainer es künftig einfacher haben, entsprechende WSL-Pakete für den Microsoft Store zu erstellen, damit die Auswahl so größer wird. Ob das Angebot von der Community angenommen wird, muss sich aber noch zeigen.

Der frei verfügbare Code hat allerdings noch einen weiteren Vorteil. Denn damit können theoretisch beliebige Distributionen unabhängig von der Verteilung über den Store genutzt werden, sofern sich Entwickler ihre Distro selbst zusammenstellen. Das Paket kann per Side-Loading im Entwickler-Modus von Windows genutzt werden. Hilfreich könnte diese Variante einerseits für größere Unternehmen sein, die sich speziell auf ihren Einsatzzweck angepasste Distributionen als fertige Images erstellen sowie andererseits für Firmen, deren Teams häufig zwischen Windows und Linux wechseln, beziehungsweise beide Systeme parallel zur Entwicklung nutzen, aber auf die gleiche Umgebung zugreifen wollen.  (sg)


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