Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/virtuelle-welten-eine-milliarde-spieler-1803-133490.html    Veröffentlicht: 23.03.2018 08:24    Kurz-URL: https://glm.io/133490

Virtuelle Welten

Eine Milliarde Spieler?

Gedankenspiele auf der Entwicklerkonferenz: Branchenprominez wie Pubg-Erfinder Brendan Greene haben sich überlegt, wie ein Onlinegame mit einer Milliarde Teilnehmer wohl wäre.

Tagungen wie die Spieleentwickler-Konferenz GDC 2018 befassen sich immer wieder auch mit dem, was in Zukunft kommen wird oder kommen könnte. Bei einer Session des ehemaligen Blizzard-Sprechers Bill Roper hat sich eine Reihe prominenter Entwickler mit der spannenden Frage beschäftigt: Was müsste man machen, um ein Onlinespiel mit einer Milliarde Teilnehmern aufzubauen und wäre das überhaupt noch ein richtiges Spiel?

Brendan Greene, Kreativchef und Miterfinder von Playerunknown's Battlegrounds (Pubg), kann sich für eine derart riesige Welt begeistern. "Ich muss nur an meine erste Partie in Day Z zurückdenken und wie sich das plötzlich angefühlt hat - wie eine Welt voller Abenteuer". Für das Milliardenpublikum wünscht er sich allerdings eher so etwas wie eine offene Umgebung, in der die Spieler dann das machen können, was sie wollen - etwa mit Mods. Für Greene wäre es besonders spannend, wenn die virtuelle Umgebung auch ohne Spieler existieren und sich verändern würde.

Auch Herman Narula, der wie Roper beim Entwicklerstudio Improbable arbeitet, könnte sich für so etwas begeistern. "Man könnte dort richtige, bezahlte Jobs schaffen etwa für Leute, die sich um den Wildwuchs von Pflanzen kümmern würden". Das sollten allerdings nicht in erster Linie die Designer so einrichten, sondern die Community sollte sich selbst darum kümmern und derlei Dinge in eigener Verantwortung organisieren können. Narula ist überzeugt, dass es früher oder später sogar mehrere Spiele mit mehr als einer Milliarde Teilnehmer geben wird.

Da ist Randy Smith, Designchef des französischen Entwicklerstudios Darewise Entertainment, nicht ganz so sicher. "Mich macht die Vorstellung eher nervös, dass da so viele Leute zusammenkommen würden - das wäre ja letztlich wie bei Facebook." Er sieht etwa das Problem, dass es schwierig sein dürfte, eine interessante und sinnvoll gefüllte virtuelle Welt zu bauen, bei der es keine spürbaren Wiederholungen gibt.

Josh Holmes von Midwinter geht davon aus, dass wirklich große Welten erst durch den Einsatz von maschinellem Lernen möglich sein werden, etwa für die Steuerung der KI-Bewohner. "Ich glaube, dass es sehr unterschiedliche Angebote geben wird: solche mit sehr strengen Regeln für die Bevölkerung und solche mit offenen Strukturen."

Moderator Bill Roper interessiert sich für praktische Fragen: "Wen spielen wir da wohl? Wird es so sein, dass die meisten von uns sich möglichst authentisch abgebildet sehen möchten oder nutzen wir die Chance, ein alternatives Ich von uns selbst auszuleben? Immerhin würden wir in einer richtig großen Welt massiv viel Zeit investieren müssen".  (ps)


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