Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/bildungsministerin-schueler-sollen-schulen-mit-eigenem-smartphone-digitalisieren-1803-133454.html    Veröffentlicht: 21.03.2018 16:15    Kurz-URL: https://glm.io/133454

Bildungsministerin

Schüler sollen Schulen mit eigenem Smartphone digitalisieren

Der Digitalpakt Schule ist noch immer nicht gestartet. In Nordrhein-Westfalen soll es für den Übergang mit "Bring your own device" und eigenen Smartphones der Schüler losgehen.

Schüler sollen ihre eigenen Smartphones und Tablets in die Schule mitbringen, um die Digitalisierung zu beschleunigen. Das sagte die nordrhein-westfälische Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP) der Rheinischen Post. "Für eine gewisse Übergangszeit kann ich mir eine Regelung in NRW vorstellen, wonach Schüler ihre eigenen Smartphones und Tablets für den Unterricht nutzen", erklärte Gebauer. Das Prinzip "Bring your own device" habe Potenzial.

Nach den Worten von Gebauer muss grundsätzlich der Staat die Schulen mit geeigneten Geräten ausstatten. "Der Digitalpakt Schule muss jetzt an den Start kommen, unverzüglich", sagte sie. Ernüchternd sei, dass von den versprochenen fünf Milliarden Euro in dieser Legislaturperiode nur noch dreieinhalb Milliarden übrig seien. Der ausgedünnte Digitalpakt bedeute konkret für Nordrhein-Westfalen, dass 250 Millionen Euro weniger zur Verfügung stünden. "Die Kommunen und Bundesländer warten auf das Geld und wollen loslegen", mahnte Gebauer.

Für Schüler sind digitale Medien längst Alltag

Laut einer repräsentativen Umfrage des IT-Branchenverbandes Bitkom sind die meisten Bürger der Meinung, dass digitale Medien und Inhalte in Schulen deutlich stärker zum Einsatz kommen sollten. 84 Prozent sagen, dass digitale Kompetenzen im Schulunterricht einen höheren Stellenwert genießen sollten. Genauso viele meinen, Schulen sollten die Fähigkeit vermitteln, sich sicher in sozialen Netzwerken und im Internet zu bewegen. Sieben von zehn (69 Prozent) sind dafür, dass Informatik ab der 5. Klasse Pflichtfach werden sollte. Und sechs von zehn (61 Prozent) sind der Ansicht, dass Schulen Programmieren ebenso selbstverständlich vermitteln sollten wie Rechnen oder Schreiben. "Für Schüler sind digitale Medien längst Alltag, viele Schulen sind aber noch immer analoge Inseln. Kinder und Jugendliche müssen in der Schule Digitalkompetenz erwerben. Nicht jeder kann und muss später Programmierer werden, aber alle sollten wissen, wie digitale Technologien funktionieren, wie man sie einsetzt und gestaltet", sagte Bitkom-Präsident Achim Berg.  (asa)


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