Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/knusperli-google-entwickler-erstellt-jpeg-decoder-mit-weniger-bloecken-1803-133396.html    Veröffentlicht: 19.03.2018 16:35    Kurz-URL: https://glm.io/133396

Knusperli

Google-Entwickler erstellt JPEG-Decoder mit weniger Blöcken

Die Block-Artefakte das Dateiformats JPEG sind ebenso bekannt wie unschön. Ein Google-Entwickler hat nun einen JPEG-Decoder erstellt, der zumindest einige der Blöcke entfernen soll, ohne die Ausgangsdatei verändern zu müssen.

Das Google-Büro in Zürich und hier vor allem das Team der Entwickler, die sich mit Kodierungsverfahren beschäftigen, haben offenbar einen Faible für Schweizerdeutsche Codename für ihre Projekte. Auf Zopfli, Brotli, Butteraugli und Guetzli folgt nun ein experimenteller JPEG-Decoder mit dem Codenamen Knusperli. Dieser stammt von dem Google-Entwickler Ruud van Asseldonk und soll vor allem die bekannten Block-Artefakte von JPEG-Bildern reduzieren. Ein offizielles Google-Projekt ist das Programm aber nicht.

Der Decoder Knusperli ist allein für die Darstellung der Dateien zuständig und soll deren Anzeige durch einige technische Tricks verbessern, ohne die eigentliche Ausgangsdatei verändern zu müssen. Das wird durch eine leicht veränderte Vorgehensweise beim Dekodieren erreicht.

Schönere Blockübergänge

In der Erläuterung zu dem Code heißt es: "Ein JPEG-Kodierer quantisiert DCT-Koeffizienten durch Runden von Koeffizienten auf das nächste Vielfache der Elemente der Quantisierungsmatrix. Für jeden Koeffizienten gibt es ein Intervall von Werten, die auf dasselbe Vielfache runden würden. Ein herkömmlicher Decoder verwendet das Zentrum dieses Intervalls, um das Bild zu rekonstruieren. Knusperli wählt stattdessen den Wert in dem Intervall, der Diskontinuitäten an Blockgrenzen reduziert. Die Koeffizienten, die Knusperli verwendet, wären auf die gleichen Werte gerundet worden, die im JPEG-Bild gespeichert sind".

Das heißt, beim Dekodieren wird versucht, die Übergänge zwischen den einzelnen Blöcken optisch möglichst wenig hart ausfallen zu lassen. Objektive Aussagen dazu, inwieweit die dargestellten Bilder mit Knusperli tatsächlich besser aussehen, sind derzeit noch nicht verfügbar. Laut Jyrki Alakuijala, der offenbar ebenfalls an den Arbeiten beteiligt war, hat das Team die Ergebnisse jedoch lediglich mit der eigenen Metrik Butteraugli getestet. Demnach hat Knusperli insbesondere bei weichen Übergängen Vorteile. Eine mögliche Verbesserung bei harten Blockübergängen ergibt sich mit Butteraugli aber nicht.  (sg)


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